Projektwoche „Hedwig Burgheim“

Die Lehrerin Tessa Schäfer hat Material für eine Projektwoche zum Thema Hedwig Burgheim zusammengestellt, das zukünftig immer im vierten Schuljahr zum Einsatz kommen soll. In diesem Jahr hat sie das Projekt in der neuen Form mit der vierten Klasse und deren Klassenlehrerin Selma Turgut durchgeführt. Zu Beginn der Woche erfuhren die Kinder viel über das Judentum, damit sie die Religion von Hedwig Burgheim und somit ihren Hintergrund besser verstehen konnten. Anschließend beschäftigten sie sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und mit einigen ehemaligen jüdischen Bewohner*innen von Gießen, deren Leben durch die Naziherrschaft geprägt wurde: Henriette Fürth, Alfred Gutsmuth, Sophie Oppenheimer, Kurt Jakob, Herbert Rosenbaum und Josef Stern. Danach erfolgte die Beschäftigung mit dem Leben und Wirken von Hedwig Burgheim, die von 1918 bis 1935 in Gießen lebte. Auch mit dem Schicksal von Anne Frank und dem in Gießen geboren und aufgewachsenen Zahnarzt Fritz Pfeffer, der ebenfalls in dem Amsterdamer Hinterhaus bei Familie Frank ein Versteck fand, setzten die Kinder sich auseinander. Schließlich schauten die Viertklässler noch die Episode „Anton“ aus der Serie „Der Krieg und ich“, sprachen darüber und bearbeiteten Aufgaben dazu. Da am Donnerstag Prof. Dr. Sascha Feuchert (Professor für Neue Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur sowie ihre Didaktik an der JLU Gießen) erwartet wurde, überlegten sich die Kinder Fragen, die sie ihm als Experten stellen wollten. Neben der Beantwortung der vielfältigen Fragen konnten die Kinder auch Feucherts Hedwig-Burgheim-Medaille begutachten, die dieser 2020 von der Stadt Gießen verliehen bekommen hatte. Am Freitag machten sie schließlich einen Ausflug nach Gießen, um einige wichtige Stationen zu besuchen: Die Büste von Hedwig-Burgheim in der Plockstraße und den Stolperstein vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Gartenstraße sowie die Stolpersteine der Familie Stern und Pfeffer. Für den Stolperstein von Hedwig Burgheim hat die Hedwig-Burgheim-Schule im Jahr 2025 die Patenschaft übernommen, deshalb wurde er nun gesäubert und gepflegt. Auch die anderen fünf Stolpersteine, die an diesem Tag besucht wurden, säuberten die Kinder gewissenhaft. Zudem wurde die Synagoge der jüdischen Gemeinde von außen besucht und die Gedenkfolie für Fritz Pfeffer gelesen.

Den Lehrkräften ist es wichtig, den Kindern ein Bild von der Namensgeberin der Schule mit auf den Weg zu geben, bevor sie die Schule verlassen. An das Schicksal der jüdischen Pädagogin soll so erinnert werden.