Wettenberg (pm/V). Nach rund drei Jahren „ohne Lesestunde“ freut sich die Deutsch-Französische Gesellschaft Wettenberg, wieder einmal einen Bestseller-Autoren zu Gast zu haben, der in der Lage ist, die affektionierte Zuhörerschaft unterhaltend für ein, zwei Stunden in Gedanken verreisen zu lassen an Sehnsuchtsorte jenseits des Rheins. Zu Gast beim Partnerschafts- und Kulturverein ist Alexander Oetker. Wann und wo? 21. Mai von 19.30 Uhr an auf Burg Gleiberg.
Dem Gast war vor zehn Jahren mit Luc Verlains erstem Fall als Ermittler mit Sitz in Bordeaux und Reichweite bis San Sebastian ein beachtenswerter Einstieg gelungen auf dem augenscheinlich florierenden Spielfeld der deutschsprachigen Frankophilen-Belletristik. Längst hat er auf diesem Terrain einen festen Platz.
Im Rittersaal auf Burg Gleiberg unterbreitet der 44-jährige Umland-Berliner mit Wurzeln am Prenzlauer Berg eine „Krimi-Trilogie à la française“. Mit dabei sind zunächst der charismatische Oetker-Quotenbringer aus dem Bordelais und dessen Herzensdame (und Vorgesetzte) Anouk Filipetti. Sie ermitteln in ihrem jüngsten Fall in einem der bekannten Nudisten-Ressorts am Atlantikstrand bei Montalivet. Dann hat Oetker freilich – hier unter dem Pseudonym Alex Lepic – eine Episode seines Maigret-Wiedergängers namens Lacroix dabei. Das ist ein kauziger Pariser Polizist der alten Schule. Und dann darf die Zuhörerschaft einen der ersten Auftritte von Commissaire Léon de Cavallier und dessen zupackender Kollegin Nadia Bentaleb erwarten. Mit ihnen wird der nimmermüde Autor vom 6. Mai an im Verlag Hoffmann und Campe / Atlantik die Côte d’Azur „kriminell bespielen“. Titel des ersten Falles: „Léon und die Frau im blauen Kleid“.
Der eloquente und kurzweilige Erzähler Oetker ist übrigens zum zweiten Male Gast der Wettenberger Deutschfranzosen, die daneben bereits, zum Teil mehrfach, Literatur-Veranstaltungen mit Georg Stefan Troller, Martin Mosebach und Gila Lustiger geboten hatten, mit Sophie Bonnet, Christine Cazon und Valérie Jakob. Im November 2022 hatte er – damals an einem Wochenende mit geringeren Corona-Inzidenzzahlen – auf der Burg den Verlain-Roman „Sternenmeer“ vorgestellt und zudem das Südwestfrankreich-Kochbuch „Chez Luc“.
Letzteres kein zufälliges Werk. Einerseits haben auch Jean Luc Bannalec (Bretagne-Krimis), Martin Walker (Périgord) und Sophie Bonnet (Provence) sowie Bloggerin Hilke Maunder („Mein Frankreich“) ihren Roman- und Publikationsreihen jeweils opulente Schmöker für ambitionierte Köchinnen und Köche zugefügt. Andererseits hat Genussmensch Oetker seit Jahren seine kulinarischen Sinne auf Empfang, wenn er unterwegs ist, was ihn unter anderem zu einem gern gelesenen journalistischen Autor der Illustrierten „Der Feinschmecker“ machte.
Der Vorverkauf für die Oetker-Lesung am 21. Mai auf Burg Gleiberg läuft seit 18. April in der Buchhandlung „Büchertreppe“ in der Krofdorfer Hauptstraße.




