„Hundekotbeutelweitwurfdisziplin“ mit negativen Folgen für die Landwirtschaft – JHV der Jagdgenossenschaft Holzheim

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Waschbär frisst mitten in der Nacht aus einer Schale Katenfutter

Holzheim – Jagdvorsitzender Matthias Ohly begrüßte am Montagabend im Gasthaus „Zur Linde“ im Pohlheimer Stadtteil Holzheim, Eigentümer bejagbarer Grundstücke in der Gemarkung Holzheim, die Jagdpächter und als Vertreter der Stadt Pohlheim, Carsten Nowak.

Er berichtete aus der Chronologie des vergangenen Jahres, dass in der letzten Versammlung 18 Mitglieder mit 302 Hektar bejagbarer Fläche anwesend waren. Im September hatte die Jagdgenossenschaft ihre Mitglieder zur Grillfeier in das Waldhaus eingeladen. Dabei war die Waldbegehung mit dem ehemaligen Pohlheimer Revierförster Rainer Alberding informativ und lehrreich. Der Ausbau der landwirtschaftlichen Wege an Abzweigungen mit asphaltierten „Trompeten“ wurde bisher noch nicht realisiert, da Personalengpässe im städtischen Bauamt, Verzögerungen in der Ausführung verschiedener Projekte verursachten.

Im Kassenbericht, den Rechnerin Margarete Öhlschlager vortrug, wurde eine ausgeglichene Bilanz mit Rücklagen deklariert. Die Kassenprüfer Matthias Jung und Ulrich Sann lobten die Kassenführung und hatten keine Beanstandungen. Auf ihren Antrag wurde die Rechnerin und der Vorstand einstimmig entlastet. Beide Kassenprüfer wurden für eine weitere Amtsperiode wieder gewählt.

Für das Kollektiv der Holzheimer Jagdpächter erstattete Michael Klee einen ausführlichen und gut gegliederten Bericht. Er stellte in den Vordergrund, dass nur bei gutem Wildbesatz die Jagd von der Jagdbehörde genehmigt werde. Das erfordere kontinuierliche Zählung des Wildbestandes und Meldung der Zahlen an die Behörde.

Er zeigte eine gute Entwicklung anhand der Zahl der Hasen. Im Holzheimer Revier habe sich die Hasenzahl seit 2016 von damals 43 Hasen auf 540 Hasen in 2023 gut entwickelt. Daher durften Hasen bejagt werden und es wurden insgesamt 56 Hasen erlegt. Davon waren neun Hasen Fallwild (von Autos überfahren). Dazu kamen 36 Rehe (13 Rehe Fallwild), 24 Füchse (zwei Füchse Fallwild), achtzehn Waschbären (davon zwölf Fallwild) und einundzwanzig Elstern. Insgesamt wurden dreizehn verschiedene Tierarten bejagt.

Bild: Waschbären sind in der Nacht aktiv (Bild mit Wildtierkamera fotografiert) und fressen als „Allesfresser“ alles, was zwischen ihre Zähne passt. Besonders bedroht durch Waschbären sind die Nester von Vögeln mit Eiern und dem Vogelnachwuchs sowie Jungtiere des Niederwildes.

Schlimme Schäden im Niederwildbereich und besonders bei brütenden Vögeln entstünden durch die invasive Art der Waschbären. Ohne natürliche Feinde im Revier, wachse diese Art, die 1934 erstmals in der Region am Edersee ausgesetzt wurde, unaufhörlich und richte nicht nur ökologische Schäden sondern auch wirtschaftliche Schäden an.  Im Gegensatz zum Holzheimer Revier, werden im Nachbarrevier in Münzenberg/Gambach Waschbären unter zu Hilfenahme von „Röhrenfallen“ erfolgreich im Bestand reguliert.

Unter Verschiedenes wurde von Mitgliedern beklagt, dass Grasschnitt, Müll und sonstiger Unrat in der Gemarkung entsorgt werde, obwohl es bestraft würde, wenn die Verschmutzer der Landschaft „erwischt“ würden. Ähnlich schlimm seien Hundebesitzer, die den Kot ihrer Vierbeiner in Kotbeutel verpacken würden, die an mehreren Stellen in der Gemarkung aus Kotbeutelspendern entnommen werden könnten und dann die, mit Hundekot gefüllten Behälter in Wiesen und Felder werfen würden. Für Landwirte habe das negative wirtschaftliche Folgen, da Stalltiere das mit Hundekot verunreinigte Futter nicht fressen würden. Das schlimme dabei sei, dass einzelne „Hundekotfrevler“ am Ende noch Spaß an ihrer “Hundekotweitwurfdisziplin” hätten, anstelle den mit Hundekot gefüllten Hundekotbeutel in die bereit gestellten Behälter in der Gemarkung zu entsorgen.