SO 03. März 16 Uhr -Mit Europa leben, Europa lieben

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(no) Bürgermeister a.D. und Deutschfranzosen-Ehrenvorsitzender Günter Feußner aus Wettenberg im Gespräch mit einem Wegbegleiter über die deutsch-französische Aussöhnung und ihre Bedeutung für ein freies Europa

Europa ist einer von weltweit fünf Kontinenten, ist Ursprungsort für segensreiche Erfindungen und zivilisatorischen Fortschritt ebenso wie für unselige Entwicklungen, Exzesse. Europa ist nicht minder ein in etlichen Jahrhunderten gewachsener vielfältiger Kulturraum. Somit nimmt es nicht Wunder, dass sich der Kunst- und Kultur-Kreis „KuKuK“ Wettenberg dieses Themas annimmt, wobei die Motivation eher politischer Natur zu sein scheint, weniger aktuellen kulturellen Strömungen geschuldet. In wenigen Wochen findet die nächste Europa-Wahl statt – und die braucht Unterstützung, Zuspruch, soll das mehrheitlich definierte Miteinander friedlich bleiben und demokratisch, sozial ausgewogen und liberal.

Einer, der das Werden und Wachsen von Europa, wie es sich in den vergangenen Jahrzehnten seit 1945 herausgebildet hat, aus dem basispolitischen Effeff kennt, ist der frühere Bürgermeister von Krofdorf-Gleiberg und Wettenberg sowie Erste Kreisbeigeordnete Günter Feußner. Im Rahmenprogramm der „Europa“-Ausstellung des KuKuK in der Ausstellungshalle an der Goethestraße in Wißmar wird der 86-jährige am Sonntag, 3. März, von 16 Uhr an seine Europa-Ansichten und -Erinnerungen darlegen. Sein Gesprächspartner ist Norbert Schmidt, langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg und als solcher seit den 1960ern ein Feußner-Weggefährte.

Feußner ist im Marburger Lang aufgewachsen und politisiert worden. Bereits mit jungen Jahren beobachtete er die ersten Annäherungen der Staaten und Gesellschaften in Westeuropa, las darüber, fieberte mit, machte sich in den 1950ern selbst auf, um in Frankreich und im Süden Spaniens zu schauen, welchen Weg der Kontinent einschlagen könnte. Nach seiner ersten Wahl zum Bürgermeister 1965 wurde er zum Verfechter der Idee der deutsch-französischen Aussöhnung, der von der (mit Avignon verschwisterten) Kreisstadt Wetzlar auf weite Teile der Region ausstrahlte.

Das gipfelte bei uns 1971/72 im Abschluss einer Partnerschaft mit des südfranzösischen Städtchen Sorgues. Ihr galt über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg Feußners europapolitisches Interesse und Zutun; haupt- und ehrenamtlich. Sie war und ist der persönlich geformte Baustein, mit dem er und aberhunderte Weggefährten mit Erfolg am „Haus Europa“ mitbauten.

Die Veranstaltung im „KuKuK“ ist öffentlich, der Eintritt dazu frei.

Verein KuKuK Wettenberg
Kunst- Und Kulturkreis Wettenberg e.V. - in Zusammenschluss von Künstlern – Zweck: das kulturelle Angebot in der Region zu fördern und zu vergrößern.