Ein Fest für die gesamte Familie: Night of the Proms begeistert wieder in Köln

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Zu der Vorweihnachtszeit gehört die Night of the Proms genauso wie das Aussuchen eines Weihnachtsbaums oder das Verpacken von Geschenken. Die musikalischen Geschenke verteilte in Köln – wie jedes Jahr – die bestens zusammengestellte Crew der Night of the Proms. Die Kölner Lanxess-Arena bietet dafür die geeignete Atmosphäre. In einer magischen Nacht, die die Grenzen zwischen Klassik und Pop verschwimmen ließ, feierten Musiker und Zuschauer die 400ste Show in Deutschland.

Wie immer eröffnete das Antwerp Philharmonie Orchestra mit dem Chor Fine Fleur unter der Leitung von Alexandra Arrieche die Show; diesmal mit der Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ von Franz Suppè. Dann übernahm der renommierte Cellist Nathan Chan die Bühne, die er schon als Dreijähriger das erste Mal betreten hatte. Mit mittlerweile 30 Jahren hat er schon mit einer beeindruckenden Liste von Orchestern zusammengearbeitet und verzauberte die Kölnarena mit seiner Version von „Libertango“ des argentinischen Tango-Komponisten Astor Piazzolla. Damit setze er den Startpunkt für die weitere musikalische Weltreise.

Der nächste Halt war Dänemark. Die dänische Pop-Sängerin Aura Dione, die mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer extravaganten Erscheinung für Aufsehen sorgt, performte unter anderem ihren Nummer-1-Hit „Geronimo“ sowie „I Will Love You Monday“ und „Friends“. Dann übernahmen die Zuschauer die Halle und tanzten – wie immer – ausgelassen zu dem Walzer-Mix von Johann Straus. Einige der tanzenden Paare waren sichtlich überrascht, dass ihre Performance auch auf die großen Leinwände übertragen wurde.

Dann ging die Reise von Wien weiter nach England. Der britische Singer-Songwriter James Morrison begeisterte von Anfang an mit seiner unverwechselbaren Stimme und gefühlvollen Songs wie „You Give Me Something“ die Herzen der Kölner Fans. Auch bei „Wonderful World“ zeigte Morrison, dass er als früherer Pub-Künstler und Straßenmusiker weiß, wie man ein Publikum in seinen Bann zieht.

Für einen besonderen Augenblick sorgte die für ihr außergewöhnlichen Temperament bekannte Dirigentin Alexandra Arrieche. Mit ihrer Tanzperformance zu „French Can Can“ verwandelte sie die Bühne in das Moulin Rouge in Paris. Dann tanzte wieder die Arena zu dem 80er Sound von Camouflage, die besseren Depeche Mode für Flaschenbiertrinker. „The Great Commandment“ gehört immer noch zu den Hymen der guten 80er Jahre und man spürte wieder den Flair von Partys in dicht gedrängten Jugendheimen.

Nach der Pause zeigte Nathan Chan, dass sein Cello den Schwan aus dem Karneval der Tiere, zum Leben erwecken kann. Komponiert hat dieses Werk Camille Saint-Saëns im Jahre 1886 und zeigte das Werk zunächst nur engen Freunden, da der Komponist fürchtete, für die im Stück vorkommenden Tierlautimitationen Spott zu ernten. In Köln erntete Chan großen Applaus und anschließend gelang ihm, die musikalische Reise weiter in die USA zu führen.

Die US-Sängerin Anastacia hat mit ihrer vielfältigen Stimme das Proms-Publikum schon in der Vergangenheit verzaubert. Die begnadete Performerin zeigte aber diesmal, dass Sie auf der Bühne auch Platz für andere Künstler lässt. Neben Ihrem Hit „I’m Outta Love” beeindruckte insbesondere ihr Duett „Broken Strings“ mit James Morrisson. Morrison zeigte dann auch nochmal, was diese Show so einzigartig macht, die Mischung verschiedenster musikalischer Stile. Seine Version des Coolio Songs „Gangsta´s Paradise“ sahen viele Zuschauer als stärkste Performance des Abends.

Doch der eigentliche Höhepunkt kam erst dann auf die Bühne: TOTO mit dem brillanten Gitarristen Steve Lukather und dem Sänger Joseph Williams. Auch schon in den 80er Jahren hatten sie Hits wie „Africa” und „Rosanna” und die performten sie mit so viel Leidenschaft, als wäre die Songs gerade erst herausgekommen. Für Ihren finalen Song „Hold the Line“ holten die beiden nochmal alle Akteure auf die Bühne und setzten damit einen fulminanten Schlusspunkt. Jetzt kann Weihnachten und das Kind der hochschwangeren Konzertmeisterin Esther kommen. (Fotos: Stephanie und Bernd Giezek)