Von Aumenau nach Villmar 13 km auf dem Lahnwanderweg gepilgert

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Pfarrer Norbert Heide begab sich mit acht Interessierten auf den Weg, um den Lahnwanderweg von Aumenau nach Villmar zu erkunden.

Zunächst führt der Weg an der Lahn entlang, die hier in die Landschaft eingebettet ist. Nach einem kurzen Anstieg erreicht man die alte Heimannsmühle, eine ehemalige Ölmühle, die heute eine Ruine ist, und überquerte anschließend den Seelbach.

Die Felder und Wiesen im Hinterland zwischen Aumenau und Villmar werden hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Bei guter Sicht bietet der Steimelskopf hoch über der Lahn Aussicht in den Taunus und den Rheingau.

 

Am Waldrand entlang führte der Weg hinunter ins Tiefenbachtal. Der Tiefenbach ist nur 9 km kurz und mündet natürlich in die Lahn. An einem Jagdsitz ging es über ein Holzbrückchen. Nach einem kurzen Anstieg erfolgte der Abstieg zum Schanzlerhof, der 1958 als landwirtschaftlicher Aussiedlerhof erbaut wurde und heute vor allem als Reiterhof genutzt wird.

In seiner Andacht las Pfarrer Heide aus dem Pfarrerblatt einen Artikel von Thomas Schleiff „Das Mensch-Tier-ABC“. Hier ist der Vergleich mit dem Tierreich ungemein lehrreich. In vieler Hinsicht sind Tiere „intelligenter“ als die Menschen. Die Spinne bei ihrem Netzbau, die Zugvögel, die wissen, wann sie den Abflug machen müssen. Die Intelligenz der Tiere ist nicht ihre „eigene“ Intelligenz. Religiös ausgedrückt könnte man sagen: Gott denkt für die Tiere und in den Tieren. Der Mensch fragt nach dem Sinn, Ziel und Zweck seines Lebens. Kein Tier stellt diese Frage. Das sind nur ein paar der sehr interessanten Vergleiche von Mensch und Tier.

Die Gegend um Villmar galt damals als „Marmormetropole“. Seit dem 16. Jh. wurde an der Lahn Marmor abgebaut. Damals gab es über 100 Marmorbrüche. Abgebaut wurde „roter Lahnmarmor“. Villmar galt damals als „Marmormetropole“. Verwendung fand der Marmor im Berliner Dom, in der Russischen Kapelle in Wiesbaden, im Schiffstunnel von Weilburg, im Schloss zu Würzburg und auch im Empire State Building von New York (723 Tonnen). Der Abbau endete 1970. Seit 2001 ist der ehemalige Steinbruch ein Naturdenkmal. Sehenswert ist auch die in Deutschland außergewöhnliche Marmorbrücke über die Lahn von 1894/95.

Zur nächsten Etappe von Villmar nach Limburg (ca. 14 km) treffen wir uns am Samstag, 7. Oktober 2023 am Bahnhof Grünberg um 7.40 Uhr. Nähere Informationen bei Pfarrer Norbert Heide, Tel. 0173-9807029.