Gemeinsame Spenden-Aktion für die Tafeln in Stadt und Landkreis

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Das Foto zeigt (v.l.) Francesco Arman (Sozialdezernat Stadt Gießen), Marco Morgenstern (ehrenamtlicher Stadtrat Magistrat Laubach), Anna Conrad (Leiterin der Tafeln in Stadt und Landkreis), Anita Schneider (Landrätin Landkreis Gießen), Jan-Eric Dort (Bürgermeister Lollar), Fabian Wedemann (Bürgermeister Linden), Thomas Benz (Bürgermeister Allendorf).

Zu einer gemeinsamen Spenden-Aktion zu Gunsten der Tafeln Gießen, Grünberg und Hungen haben sich Aldi-, Edeka-, Rewe- und Kaufland-Märkte aus Stadt und Landkreis Gießen zusammengeschlossen. Unter der Schirmherrschaft von Landrätin Anita Schneider startet die Aktion am 30. Juni und wird zunächst bis zum 15. Juli laufen.

„Der GUTschein, der hilft“ – unter diesem Motto starten die heimischen Tafeln die große Spendenaktion, die auch von den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden mit Ausgabestellen der Tafeln unterstützt wird: Gießen, Grünberg, Hungen, Pohlheim, Laubach, Linden, Lich, Lollar, Allendorf und Reiskirchen.

Viele heimische Lebensmittelmärkte machen mit. Wer dort einkauft, kann ganz einfach und unkompliziert für die Tafeln spenden. So funktioniert es: Beim Einkauf können Kundinnen und Kunden in den teilnehmenden Märkten an der Kasse Gutscheine mit vorgegebenem Wert oder einem Wunschwert erwerben. Diese sammeln die Märkte dann und spenden sie schließlich an die örtliche Tafel. Die Gutscheine können die Tafeln in den Märkten einlösen und genau passende Lebensmittel und weitere Artikel damit einkaufen. „Denn oft fehlen uns bestimmte Artikel wie zum Beispiel Windeln oder Hygienebedarf, während zum Beispiel Nudeln oder Konserven in größeren Mengen vorhanden sind. Mit dem Gutschein können wir den Menschen, die bei uns einkaufen, genau nach dem richtigen Bedarf helfen“, erklärt Tafel-Leiterin Anna Conrad.

„Die Arbeit der Tafeln ist wichtig und verdient Unterstützung“, sagt Landrätin und Schirmherrin Anita Schneider. „Für viele Menschen wird es vor dem Hintergrund steigender Preise in allen Bereichen des Alltags finanziell knapp. Hier helfen die Tafeln und die Nachfrage wird immer größer. Es ist schön, dass nun so viele Märkte und Beteiligte aus dem Landkreis nun die Spendenaktion unterstützen. Jede Spende – auch eine kleine – hilft und kommt bei Menschen bei uns vor Ort an.“

Alle Unterstützerinnen und Unterstützer sind nun gespannt auf das Ergebnis der Gutscheinsumme. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, eine dauerhafte Spenden-Aktion in heimischen Märkten zu etablieren.

1 Kommentar

  1. Ich vermute ich habe Schwierigkeiten mich in der hier in den Kommentarspalten geforderten Kürze den Artikel zu kommentieren.

    Außerdenm dürfte ich die oder den einen oder Anderen regelmäßigen Leser langweilen, denn ich kommentiere seit über 10 Jahren (auch schon in der ersten Homepageversion der Onlineausgabe) die Aktivitäten der Giessener Tafel. Ich verzichte deswegen bewusst noch einmal meine ganz prinzipiellen Einwände gegen diese zivilgesellschaftlichen Aparratchiks zu formulieren.
    Heute deswegen nur 4 Punkte.

    1.
    Ja, es sollte meiner Meinung nach nicht vergessen werden, daran zu erinnern, dass nur die wenigsten “Tafeln” (diese dürfen sich von dem Apparat bestimmt nicht einmal so nennen) sich in der BRD dem Verband nicht angeschlossen haben. Die Zentrale bestimmt bis ins Detail die Arbeit der hunderten Tafeln. Inhaltlich ist das überhaupt nicht notwendig: Vielfalt ist eindeutig besser als Einheitsbrei!

    Mit anderen Worten: Was soll die Bündelung der verschiedenen (sind es eigentlich verschiedene Träger oder stehen hinter den örtlichen Tafeln im Kreis nicht immer die selben Sozialkonzerne?) Kreistafeln? Was bringt das, ausser dass ein Wasserkopf mal wieder ihre Daseinsberechtigung nachweisen kann und von irgendwelchen Pressefotos runter lächeln können.

    Wollen sich die aufgelisteten Kapitalisten als sozial verkaufen, dann haben die auch das Personal mit jeder einzelnen Tafel zu verhandeln.

    Mich kotzt es an, wenn ich in jeder Ausgabe der Lokalzeitng mindestens ein Foto von immer den selben Loakalpolitikern sehe. Vor allen Dingen, wenn ich sehe für was die sich dort feiern lassen. Oft sind das Selbstverständlichkeiten in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich.

    Oder etwas schärfer formuliert: Anstatt mit sich irgendwelchen Bonzen zu treffen, halte ich es für sinnvoller die Zeit dafür für das Sortieren des angelieferte Gemüse oder Obst zu verwenden.

    2.
    Sollten die Tafeln mit Staatskräften zusammen zu arbeiten?
    (gekürzt)
    Meiner Meinung nach eben gerade nicht. Es ist doch logisch, dass die Tafeln politisch daran arbeiten müßten, dass sie sich selber auflösen können (also keine Menschen mehr in der reichen BRD darauf angewiesen sind). Das heisst doch: Wir müssen den herrschenden Block in der BRD ablösen. Oder schärfer formuliert: die Tafeln müssen sich in die Reihe der Gegner der momentan herrschenden Kräften einreihen und nicht mit denen zusammen arbeiten.
    Wohlgemerkt ist gibt keinen Zwang als zivilgesellschaftliche Bewegung mit den …… zusammen zu arbeiten. Zumindest so lange, wie sie keine Staatsknete beantragen.

    3.
    Sollten die Staatskräfte diese zivilgesellschaftliche Gruppen wirklich pampern?
    (gekürzt)
    Ich finde nicht. Was soll der Versuch (ich beobachte das auch bei anderen zivilgesellschaftlichen Kräften) dieser an den Staat heran zu führen? Gut die können – gerade im sozialen Bereich – wichtige Dienstleistungen der Bevölkerung gegenüber übernehmen (was wahrscheinlicher billiger ist, als wenn der Staat das selber organisiert), aber irgendwann einmal wird die Bevölkerung diese gesellschaftlichen Gruppen nicht mehr als Selbstorganisation erleben, sondern als Bestandteil dieses Staates. Will der momentane herrschende Block das wirklich?
    Ich denke nicht, denn bei den Großkopferten ist doch langsam angekommen, dass ihr Vertrauen in der Bevölkerung rabitte gesunken ist und sie froh darüber sein können, dass von der breiten Masse der Bevölkerung wenigstens zivilgesellschaftliche Gruppen als vertrauensvoll angesehen werden.

    4.
    Warum erweitern die Tafeln ihr Angebotsspektrum von Lebensmittelweitergaben auf Gutscheine, welche nicht nur für Lebensmittel eingelöst werden können?
    (gekürzt)
    Schon längere Zeit prophezeie ich, dass die Sozialdezernenten auf den diversen Ebenen davon träumen, einen Teil der “Tranferleistungen” mit Leistungen der Tafeln abdecken zu können. Sollte sich das beschriebene Gutscheinsystem bewähren, vermute ich wird es nicht lange dauern, dass rückständige Politiker fordern werden, dass ein – dann immer größer werdende – Teil dieser Leistungen so ausgezahlt werden.
    Das wäre der Anfang vom Rückzug des Staates aus seiner Pflicht – die immer größer werdenden – Masse der in der BRD arm Gemachten mit einem Mindestmass an Hilfestellungen zu versorgen.

    Schlussbemerkung:

    Ich bin völlig erstaunt, dass sich Herr Francesco Arman (Sozialdezernat Stadt Gießen) auf dem Foto tummelt. Es ist kein Geheimnis, dass diese Herr Mitglied der Partei “die Linke” ist. Bisher war ich der Meinung, dass zumindest diese Partei politisch dafür kämpft, dass das kapitalistische Wirtschaftsystem abgelöst wird und in dem Neuen dann keine Tafeln notwendig sind.