Eine ganz besondere Kunstszene: Street Art in Gießen

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Auf Spurensuche im öffentlichen Raum begaben sich am vergangenen Wochenende über 20
Bürgerinnen und Bürger mit Dr. Kai Krieger von 3Steps bei einem Stadtspaziergang, zu dem die SPD-Landtagsabgeordnete Nina Heidt-Sommer eingeladen hatte. Es ging um eine ganz besondere Kunstszene in Gießen, die Street Art.
Mehr als drei Dutzend internationale Künstlerinnen und Künstler haben in den vergangenen Jahren im Rahmen des Kunstfestival „River Tales“ das Gesicht Gießens an vielen Orten verändert und auf ihre Weise geprägt. Manche Kunstwerke sind gut sichtbar und groß, andere muss man gezielt suchen und findet sie nur unter professioneller Anleitung. Dr. Krieger verstand es vorzüglich, die Entstehungsgeschichten, Symboliken und Bedeutungen der einzelnen Werke zu erklären. Beginnend im Burggraben (gegenüber dem Hessischen Rundfunk), ging es über die Ecke Marktstraße / Löbers Hof, die Waagengasse, die Katharinengasse, die Ecke Bahnhofstraße / Schanzenstraße, in die Kinogasse, die Weidengasse und schließlich in die Walltorstraße. Von dort machte die Gruppe noch
einen Abstecher zum neuesten, gerade entstehenden Werk in der Senckenbergstraße.
Die Gruppe 3Steps und ihre teilweise weltweit engagierten Gäste verwandeln schon lange die Universitätsstadt Gießen mit ihren Kunstwerken in eine sehr spannende Open-Air-Galerie. Während Graffiti anfangs noch in der Illegalität praktiziert wurde, ist es heute eine akzeptierte, hoch anerkannte Kunstform, die in der Stadt viele Freunde hat. Eine Kunst, für die es keines gesonderten Kunstortes, keines Ateliers, keines Museums bedarf. Markenzeichen: Zugänglich für jedermann an 365 Tagen im Jahr.
Nina Heidt-Sommer zeigte sich sehr angetan: „Das von Ihnen ins Leben gerufene Festival ‚River Tales‘ bringt internationale Künstler nach Gießen, die unsere Innenstadt mit ihrer Kunst bereichern. Für die Möglichkeit, einige dieser Kunstwerke gemeinsam zu entdecken, viel über ihre Entstehungsgeschichte und die verschiedenen Techniken zu erfahren, ganz herzlichen Dank!“
Dr. Krieger machte deutlich: Viele Kunstwerke eint, dass sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Respekt vor dem Leben auseinandersetzen, so zum Beispiel die Wale und Delphine in der Walltorstraße oder die Katze in der Kinogasse. Heidt-Sommer: „Streetart trägt viel dazu bei, unsere Stadt zu einem spannenden Begegnungsort zu machen.“
Foto: Nina Heidt-Sommer und Dr. Kai Krieger vor dem neuen Kunstwerk in der Senckenbergstraße (Foto: Anna Voelske)