Waldandacht im Focus der Biodiversität

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Der NABU Nonnenroth hat anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums zu einer besonderen Waldandacht eingeladen. Wir haben bewusst, so der Vorsitzende Heinz Weiss, auf eine offizielle Feier verzichtet. Die Andacht, die von Beate und Johannes Fritzsche gestaltet wurde, lud zum staunenden Wahrnehmen der “versteckten Netzwerke des Lebendigen” ein und widmete sich der Frage, welche Aufgabe uns Menschen im Sinne des christlich-biblischen Auftrages zur Bewahrung der Schöpfung zukommt.

Jeder Mensch kennt und liebt Pflanzen, so Beate Fritsche. Wen beindruckt nicht das starke, raumgreifende Geäst der alten Buche unter der wir sitzen. In grünen Fluren und schattigen Wäldern finden wir Erholung und Anregung. Wir genießen Parks und pflegen Gärten, schmücken unser Heim mit Blumen und verwenden Holz in unterschiedlichsten Formen. Täglich essen wir Pflanzenprodukte, auch Milch, Fleisch und Eier stammen von pflanzenfressenden Tieren. Selbst der Sauerstoff den wir atmen ist ein Geschenk der Pflanzen, dieser stillen Lebewesen, so Fritsche.

In ihren Ausführungen ging das Pfarrer Ehepaar i. R. auf die herausragenden Merkmale der Pflanzen und ihre unentbehrliche Leistung der Photosynthese ein. Die Pflanzenwelt ist die grundlegende Voraussetzung für das vielfach formenreichere Tierleben bis hin zur Existenz des Menschen. Auch die Pilze als weiteres Reich höheren Lebens sind als Parasiten, Symbionten oder Zersetzer von Pflanzen abhängig. Alle Nahrungsketten beginnen bei Pflanzen, um sich zu vernetzen und am komplexen Beziehungsgefüge des Lebens zu weben. Biosphäre nennen wir jene lebendige, dünne Haut unseres Planeten der wir untrennbar angehören, so Beate Fritsche.

Die vielzitierte Nachhaltigkeit ist nach Meinung von Johannes Fritsche, nur mit natur- und sozial verträglichem Wirtschaften zu erreichen – ein Jahrhundertvorhaben, das von der Zivilgesellschaft zunehmend gefordert wird und eine liebe- und verantwortungsvolle Partnerschaft mit unseren Mitgeschöpfen voraussetzt. Wer in Pflanzen mehr sieht als bloße Produzenten von Marktwaren, wer sich ihrer grundlegenden Bedeutung für Natur und Mensch bewusst wird, sich an ihrer Vielfalt und Schönheit begeistern kann und dahinter manches Geheimnis ahnt, ist auf einem guten Weg auf der Suche nach Wesen und Sinn des Lebens – auch des eigenen.

Die kurze, aber dennoch sehr stimmungsvolle Andacht wurde musikalisch von Franz Ätzel begleitet. Vertreter der NABU-Gruppen aus nah und fern, Michael Metzger für die Ortsvereine, Ortsvorsteher Werner Leipold und die Pfarrerin Dr. Bellmann überbrachten Glückwünsche und Spenden. Nach eineinhalb Stunden war die Andacht beendet und der Vorstand des NABU bedankte sich bei den zahlreichen Gästen. Anschließend gab es noch Kaffee und Kuchen.