DIG-Gruppe entdeckt den Gail’schen Park in Biebertal

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Die Führungsteilnehmer bewundern die Villa. (Foto: R. Schneider-Cartocci/DIG)

Eine Gruppe von circa 30 Personen hat sich am Sonntag, 14. Mai 2023, beim Gail’schen Park in Biebertal gesammelt, um diesen schönen, aber vielen noch unbekannten, englischen Garten zu entdecken. Die Führung wurde von der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Mittelhessen e.V., insbesondere von den Mitgliedern Grazia C. Caiati und Michael Gombert organisiert.

Prof. Dr. Raimund Borgmeier führt die DIG-Gruppe in den Gail’schen Park. (Foto: A. Riva/DIG)

Bei schönem Wetter wurden die Teilnehmer von Prof. Dr. Raimund Borgmeier und seiner Frau Ingrid empfangen, die sie durch den Park geführt und ihnen Hintergründe und Geschichte erklärt haben. Prof. Dr. Borgmeier ist Professor für Englische Literatur und Kultur an der Justus-Liebig-Universität Gießen und hat als Spezialgebiet den englischen Garten vertieft. Nach einer kleinen Einführung über den englischen Garten, der den größten Beitrag Englands zur europäischen Kultur darstellt, konnte die Gruppe den Park erkunden und die malerischen überraschenden Einblicke genießen, die diese Art von Park charakterisieren. Alles soll natürlich wirken, tatsächlich gibt es aber eine besondere Ordnung in der Architektur des Gartens.

Die Gruppe besichtigt das Schweizer Haus. (Foto: A. Riva/DIG)

Wie viele Einheimische bestätigten, wusste niemand bis vor über 20 Jahren, was sich hinter der Mauer befand. Erst am Ende des 20. Jahrhunderts, als die Gemeinde den Garten kaufte, wurde dieses Kleinod entdeckt, das zu den 100 schönsten Gärten Deutschlands zählt und unter Denkmalschutz steht. Der Park gehörte der Familie Gail, einer Fabrikantenfamilie aus Dillenburg, die 1812 eine Filiale des Unternehmens in Rodheim gründete. Die Geschichte des Parks ist romantisch und traurig: Wilhelm Gail, 3. Generation der Familie, ließ den schö

Die DIG-Gruppe erfährt von Prof. Dr. Borgmeier interessante Informationen vor dem Uhrenturm. (Foto: A. Riva/DIG)

nen Park für seine Ehefrau Minna vom Frankfurter Architekt Andreas Weber gestalten. Sie starb leider 1898, erst zwei Jahre nach der Fertigstellung des Parks.

Während des geführten Spaziergangs durch den Gail’schen Park konnte die Gruppe die für das Paar wichtigen Orte besuchen: das Schweizer Haus, wo Wilhelm und Minna eine Zeit lang gewohnt haben; den Uhrenturm mit dem wunderschönen Blick auf den gegenüberliegenden Teich mit dem Eishaus direkt am Wasser und der Villa; das Spielhaus mit den damaligen Spielgeräten draußen, wo die Kinder aus der zweiten Ehe Wilhelms spielten. Bei der Führung wurden auch historische Fotos gezeigt, um Personen und Alltag sich besser vorzustellen.

Im Gail’schen Park kann man auch Kunstwerke entdecken. (Foto: A. Riva/DIG)

Der Park bietet auch eine große Vielfältigkeit an exotischen Pflanzen und Bäumen, unter denen Kunstwerke von verschiedenen Ausstellungen oft zu sehen sind. Am 14. Mai konnten die Besucher noch Bilder und Skulpturen einer Ausstellung des KuKuK Wettenberg e.V. bewundern.

Am Ende der Besichtigung unterhielten sich die Teilnehmer noch eine Weile im italienischen Café am Park bei Kaffee, Kuchen oder Eis.