Barrieren erkennen und abbauen

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Lebenshilfe Gießen mit E-Rikscha bei Aktion am Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung vertreten

Gießen (-). Die Inklusions-Rikscha macht gute Laune. Niemand steigt nach der kurzen Rundfahrt – vorbei an Altem Schloss und Zeughaus – ohne ein Lächeln im Gesicht ab. Doch die kleinen Touren sollen auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen. Der 5. Mai ist seit mehr als 30 Jahren der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Zum diesjährigen Motto „Zukunft barrierefrei gestalten“ war die Lebenshilfe Gießen mit einem Stand des Projektteams „Vereine werden inklusiv“ auf dem Kirchenplatz vertreten. Im Gepäck: Die neu angeschaffte E-Rikscha, die gerne Probe gefahren wurde. Die inklusive Social-Media-Redaktion hielt mit Kamera und Mikrofon ihre Eindrücke fest. Das entstandene Video kann auf dem Instagram-Kanal (lebenshilfe.giessen) angesehen werden. Ebenfalls am Protesttag vor Ort waren Samuel Groß als Behindertenbeauftragter der Stadt Gießen sowie „Blickpunkt Auge“ mit Beratungsmobil und Blindenparcours.

Behindertenbeauftragter Groß wünscht sich “inklusivere Stadt”

„Menschen mit Behinderung benötigen aktive Unterstützung, um ihre Belange sichtbar zu machen – nicht nur am 5. Mai, sondern an jedem Tag. Denn nur wenn die Schwierigkeiten des Alltags gesehen und gesellschaftlich anerkannt sind, kann Inklusion gelingen“, betont der Vorstand der Lebenshilfe Gießen, Dirk Oßwald. Eine „inklusivere Stadt“ wünscht sich auch Samuel Groß, insbesondere durch barrierefreie Gestaltung von Verkehrswegen und Infrastruktur. Protesttage seien wichtig, um die Anliegen von Menschen mit Behinderung bekannt zu machen und eine umfassende Teilhabe zu erreichen, „mit ihren Bedürfnissen, aber auch mit ihren Chancen und Möglichkeiten, die sie zum Zusammenleben beitragen können“.

Barrierefreie Freizeitangebote vorgestellt

Beim Aktionstag auf dem Kirchenplatz stellten Jörg Luckert und Daniela Bauernfeind barrierefreie Freizeitangebote von „Vereine werden inklusiv“ vor. Verschiedene Inklusionsräder kamen vom Allmende-Lastenrad Projekt „ALLrad“.  „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, damit sie gemeinsam im Verein aktiv werden zu können“, erklärt Bauernfeind. Hierfür werden regelmäßig Schnuppertermine in unterschiedlichen Sportarten angeboten. Mit der neuen E-Rikscha kann zum Beispiel „auch mobilitätseingeschränkten Personen das Radfahren ermöglicht werden“. Auch eine Ausleihe des Gefährts ist künftig möglich. Zudem ist das Team von „Vereine werden inklusiv“ freitags bei der inklusiven Radtour dabei.

Jörg Luckert und Daniela Bauernfeind („Vereine werden inklusiv“) präsentieren die neue E-Rikscha, Unterstützung kommt von Gießens Behindertenbeauftragtem Samuel Groß

“Blickpunkt Auge” mit Stand vertreten

Am Stand von „Blickpunkt Auge“ konnten sich Besucher*innen mit Blindenstock, und Augenbinde in blinde Menschen hineinversetzen, Hindernisse im Alltag aufzeigen und bewältigen. Kerstin Germann, die Leiterin der Beratungsstelle, machte deutlich, dass die Barrieren für sehbehinderte Menschen oftmals schon im Kleinen beginnen. Achtlos stehengelassene E-Scooter in der Innenstadt oder neu angeordnete Außenbestuhlung in der Gastronomie würden dann zum Problem.

Ebenfalls mit einem Stand auf dem Kirchenplatz dabei waren die „Special Olympics“. Bei der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung, die vom internationalen Olympischen Komitee anerkennt ist, wird Gießen im Juni eine der „Host Towns“ sein.

Probefahrten in der neu angeschafften E-Rikscha waren sehr beliebt. Hier brechen Daniela Bauernfeind („Vereine werden inklusiv“) und die Inklusiv-Reporter Elisabeth Drolsbach und Tobias Reutter zur kurzen Tour auf.

Lebenshilfe Gießen
Die Lebenshilfe Gießen e.V. ist ein gemeinnütziges Unternehmen und begleitet über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben.