Stadtwerke Gießen senken ihre Gaspreise

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Zum 1. Juli senken die Stadtwerke Gießen die Preise für Erdgas. Das Unternehmen gibt damit günstigere Einkaufskonditionen an seine Kundinnen und Kunden weiter. 

 

 

Die Lage auf dem Erdgasmarkt hat sich in den vergangenen Monaten zumindest ein Stück weit entspannt. Mit der Folge, dass die Preise an der Leipziger Energiebörse EEX entsprechend nachgeben. Diese Entwicklung wirkt sich natürlich auch auf die Endpreise für Erdgaskundinnen und -kunden aus. „Mit der jetzt anstehenden Preissenkung lösen wir ein Versprechen ein. Indem wir – wie seit jeher üblich – bessere Bezugskonditionen an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben“, erklärt Jens Schmidt, Kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Gießen (SWG). Konkret bedeutet dies, dass die SWG die Preise für Erdgas zum 1. Juli 2023 senken – in der Spitze um knapp 21 Prozent. Wichtiges Detail: Ab diesem Datum liegen alle SWG-Heizgas-Tarife unter der 12-Cent-Marke, also unter dem Preisdeckel der Bundesregierung.

Die Preise konkret

In der Grundversorgung zahlen Heizgaskundinnen und -kunden für eine Kilowattstunde (kWh) Erdgas ab Juli 3,06 Cent weniger als bisher. Für einen typischen Haushalt in der Grundversorgung mit einem Verbrauch von 25.000 kWh jährlich liegt der Arbeitspreis künftig bei 11,04 Cent pro kWh. Was eine Ersparnis von rund 765 Euro pro Jahr oder 63,75 Euro monatlich bedeuten würde – eine Reduktion um knapp 21 Prozent. Im Tarif ThermoFix sinkt der Arbeitspreis um rund 2,1 Cent auf 10,83 Cent pro kWh. 

„Bei dieser Rechnung ist wichtig zu wissen, dass unsere Kundinnen und Kunden seit Januar dieses Jahres für 80 Prozent ihres prognostizierten Jahresverbrauchs dank der Gaspreisbremse nicht den vollen Preis zahlen. Deshalb wird die aus der Preissenkung resultierende Entlastung auf den Rechnungen tatsächlich geringer ausfallen“, erläutert Jens Schmidt die komplexen Zusammenhänge.

 

Unabhängig davon sieht Andreas Fuchs, Leiter Vertrieb bei den SWG, in den neuen Preisen ein wichtiges Signal. Denn sie entfalten an einer anderen Stelle eine wichtige, positive Wirkung: „Wir sind sehr froh, dass wir mit unseren aktuellen Kalkulationen unter dem Preisdeckel für Erdgas liegen. Schließlich nehmen wir die gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst und setzen folglich alles daran, dass der Staat für unsere Erdgaskundinnen und -kunden keine Zuschüsse mehr zahlen muss.“ 

 

Neuerung beim ThermoFix

Erstmals seit eineinhalb Jahren können die SWG wieder Gasprodukte mit einer Vertragslaufzeit von einem Jahr anbieten, die preislich unter der Grundversorgung angesiedelt sind. „Unseren Bestandskundinnen und -kunden in diesem Tarifmodell ermöglichen wir auch, sich für zwei Jahre Laufzeit zu entscheiden“, ergänzt Andreas Fuchs. 

 

Ein Blick in die Zukunft

Ob und wie lange die aktuelle positive Entwicklung auf dem Erdgasmarkt anhält, kann niemand seriös vorhersagen. Denn neben vielen anderen nur schwer einschätzbaren Faktoren hat das Wetter einen massiven Einfluss auf den nationalen Gasbedarf. Und damit auf den Gaspreis. Sollte es dazu kommen, dass auch in diesem Sommer französische Kernkraftwerke wegen zu geringer Flusspegel nicht mit voller Leistung arbeiten, müsste Deutschland gegebenenfalls wieder Strom nach Frankreich exportieren. Um die nötigen Mengen zu produzieren, wäre wahrscheinlich der verstärkte Einsatz von Gaskraftwerken nötig. Wenn dieser Fall eintritt, dürften die Börsenpreise für Erdgas spürbar anziehen. Darüber sind sich alle Expertinnen und Experten einig. „Gleich, was letztlich passiert – wir stehen zu unserem Wort, dass wir immer bestmögliche Preise für unsere Kundinnen und Kunden kalkulieren“, bekräftigt Jens Schmidt die Unternehmensmaxime.