Hans Michalski, einstiger Spitzen-Geher, immer noch „gut zu Fuß“. Auch als Neu-Fünfundsiebziger (7. Febr. 2023) dreht er täglich seine Runde.

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Im Alter von 18 Jahren kam Hans Michalski 1966 aus dem oberschlesischen Gleiwitz nach Hessen. Zunächst in Ludwigs-hafen wohnhaft siedelte er nach Gießen um, und erstellte nach der Heirat in Alten-Buseck sein Eigenheim. Seiner Geher-Karriere ging der Handballsport voraus, wo er als Torwart seine sportliche Betätigung fand. Über das Laufen kam er mit dem Geher-Sport in Kontakt und nach erfolgreichem „reinschnuppern“ fand er Gefallen an dieser Sportart. Seine Ausnahmefähigkeiten führten ihn 1972 als junger Erwachsener zur Teilnahme an den deutschen 20-Km-Meisterschaften in München. Im gleichen Jahr, an gleicher Stelle wurde Bernd Kannenberg Olympiasieger über 50 Km. Das beeindruckte und bewog ihn fortan „richtig zu trainieren“. Zusammen mit Bernhard Nermerich (Deutscher Meister über 20 und 50 Km, 2010 verstorben) wurde dies bei Eintracht Frankfurt mit den dortigen Geher Kameraden in einem jährlichen Pensum von 6000 Trainings-Km umgesetz.

Auf Strecken von 20 – 50 Km Deutscher Meister, Vize-Weltmeister, Länderkämpfe, Titelsammlung.

Seine sportliche (Erfolgs)Karriere weist u. a. 22 Länderkämpfe, davon dreimal den bei Gehern begehrten Lugano-Cup (Geher Weltcup), zwei DM-Mannschaftstitel mit Eintracht Frankfurt in der Aktiven-Klasse, in der Seniorenklasse siebenmal. In der Aktiven-Klasse-Einzelwertung wurde er dreimal DM-Zweiter, zweimal DM-Dritter. Seit 1988 erreichte er ein Dutzend Mal Seniorenmeisterschaften auf den Strecken von 20 bis 50 Km. Bei Senioren-Weltmeisterschaften konnte er einmal den Vizetitel auf der 30 Km Strecke verbuchen. Ab 1990 startete er im Trikot des LAZ Gießen über seinen Stammverein dem TV Großen-Buseck. Bei Hessischen Meisterschaften war er stets Abonnement für den Hessentitel. Seit 1972 konnte er mit sage und schreibe 46 Geher-Titel innerhalb und außerhalb der Bahn seine Erfolgschronik bereichern. Weitere zahlreiche Pokale bei verschiedensten Veranstaltungen stehen als Erinnerungsstücke in seiner Vitrine, allen voran sein Siegerpokal, den er 1980 beim damals traditionellen Gehen Lübeck – Hamburg über 62 Km übereicht bekam. Hans Michalski blickt auf eine erfolgreiche Geh-Sport Karriere zurück. Der Sport hat mir viel gegeben, so bezeichnet er selbst die vergangenen Jahrzehnte. Selbst die vermeintliche Teilnahme an den Olympischen Spielen in Moskau, die er wegen des Teilnahmeboykotts verpasste, stimmten ihn nicht traurig. Dazu kam noch das Gefühl ständiger Beobachtung im Wettkampf. Im übertragenen Sinn sind Geher gewohnt, dass man ihnen „auf die Finger“ (Füße) schaut. Das Gehen ist an Regeln gebunden und dafür gibt es Gehrichter, die das korrekte Gehen beobachten. Zu schnell kommt man vom Gehen ins Laufen, das dann bestraft wird. Die Regeln besagen: immer einen Bodenkontakt haben und das auf den Boden aufsetzende Bein muss gestreckt sein.

Der ausgebildete Maschinenbautechniker, zuletzt in der Medienbranche tätig, hat neben dem Sport auch private Hobbys. Den Eheleuten Michalski – seine Ehefrau Karin war ehemals eine erfolgreiche Ruderin – wurden zwei Töchter geboren und sind stolze Großeltern. Mittlerweile ist die Enkelschar vierfach vorhanden. Der Umgang mit den Enkeln wechselt sich ab (wenn alle vier da sind, dann ist was los, wie er lächelnd feststellt) mit den anderen Hobbys als Fan der Frankfurter Eintracht, aber auch der Rolling-Stones. Einen Bruch erhielten die sportlichen Aktivitäten in den Jahren 2011/12. Aus gesundheitlichen Gründen musste er die sportlichen Aktivitäten zurückschrauben. Wer die Frohnatur Hans Michalski kennt, weiß, dass er nicht aufgibt, er hat kämpfen gelernt. Mit seinem markanten Oberlippen-Schnäuzer ist er mittlerweile wieder in der Busecker Gemarkung anzutreffen.  Mehrheitlich mit der Ehefrau geht er seine Runden ab, wobei er sein tägliches Pensum jetzt etwas heruntergeschraubt hat, das „nur noch“ 10 – 15 Km beträgt.

Hans Michalski 2014 im Walking-Wettbewerb auf heimischer Strecke
Hans Michalski im Wettkampf mit korrektem Gehstil