“urbanautik im Gespräch” startet ins neue Jahr

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Am 09.Februar geht die vergangenes Jahr begonnene kleine, feine Reihe “urbanautik im Gespräch” der Gießener Genossenschaft raumstation3539 mit einem “special” in die neue Runde.

Zu Gast ist ab 19 Uhr die Referentin Aida Ben Achour vom Deutschen Filminstitut und Filmmuseum Frankfurt/Main. Sie wird in der anschlussverwendung, Grünberger Straße 22, über die “Gläserne Decke” in der Kreativwirtschaft reden.

Wie schwer tut sich die Kreativwirtschaft mit der vorbehaltlosen Öffnung für Menschen mit Migrationsgeschichte? Gibt es selbst hier im kulturell offenen Milieu, das sich gerne weltgewandt und vorurteilsfrei zeigt, Hürden auf dem Weg zur Selbstständigkeit?

 Als “gläserne Decke” wird eine zumeist nicht sichtbare Barriere bezeichnet, die Angehörige einer bestimmten Bevölkerungsgruppe vom Karriereaufstieg abhält. Dies betrifft auch Menschen mit internationalem Kontext, die in Deutschland geboren sind. Oberflächlich wird eine Ungleichbehandlung negiert, doch die kulturelle Teilhabe gestaltet sich in der Praxis oft schwierig – gerade für Frauen.

Ben Achour zeigt nicht nur Beispiele von versteckter Diskriminierung in der kreativen Szene, sondern erklärt anhand ihrer Arbeit mit 39 Kulturinstitutionen, die sich mit dem Thema Öffnung hin zur Migrations- bzw. Einwanderungsgesellschaft beschäftigen, inwieweit hier vor allem das selbstständige Arbeiten förderbedürftig ist.

Aufgewachsen zwischen Frankfurt und Tunis, studierte Aida Ben Achour nach einer kaufmännischen Ausbildung am Dr. Hochs Konservatorium Klavier und später an der Universität der Künste Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Schwerpunkte bildeten verbale, interkulturelle und politische Kommunikation. Sie forschte und veröffentlichte zur politischen Kommunikation anhand der Denkmalsetzungen im Stadtkern von Tunis und des Ibn Khaldoun Gedenken in Tunis/ Tunesien. Als Trainerin für globales Lernen und Diversität arbeitet sie in verschiedenen Kontexten u.a. für die Deutsche Entwicklungshilfe, die Stadtverwaltung Frankfurt am Main und für soziale Verbände. Im DFF ist sie als Outreach Managerin und interkulturelle Trainerin aktiv.

Vor ihrer Arbeit im Museum war sie unter anderem als Unternehmerin im Bereich Export von Web-Artikeln/ handgefertigten Textilien tätig. 

Die raumstation3539 hat für diesen Abend in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Gießen eingeladen – damit wird er zum “special” der Reihe, in der sonst auch gerne Austausch-Treffen und Vorstellung von Gießener Einrichtungen und Kunstschaffenden möglich sind.

Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.