Holzheimer Streuobst mit guter Förderung der Biodiversität

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Am Freitagvormittag trafen sich in der Holzheimer Obstanlage der Erste Vorsitzende des OGV Holzheim, Gerhard Artzt mit der Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) Kristin Meujen, dem Hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Christian Zuckermann und dem Zweiten Vorsitzenden Uwe Koch (von links) vor einer frisch angelegten Benjeshecke und einem Bienen- Insektenhotel

Der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete Christian Zuckermann besuchte am Freitagvormittag als Umweltdezernent der Kreisverwaltung zusammen mit der Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) Kristin Meujen die Obstanlage des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Holzheim und wurden dort von dem Ersten Vorsitzenden des Vereins Gerhard Artzt und dem Zweiten Vorsitzenden Uwe Koch begrüßt.

Die Holzheimer Obstbauern hatten zusammen mit der UNB ein neues Biodiversitätsprojekt geplant und realisiert. Dafür erhielt der OGV Holzheim eine Förderung in Höhe von 2397 Euro aus dem Programm „Schaffung von Naturlandschaften für Vereine und Verbände“ des Landkreises Gießen.

Für die Gemeinschaftsobstanlage Holzheim konnten so Benjeshecken, Nistkästen, Nisthilfen für Wildbienen sowie Sitzstangen für Greifvögel bezuschusst werden.

Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Christoph Zuckermann freut sich, das der OGV Holzheim die Biodiversität in der Obstanlage Holzheim fördert

Umwetdezernent Zuckermann freut sich, „dass der OGV Nicht nur auf den Obstertrag schaut, sondern auch etwas für die Biodiversität tut.“

Vorsitzender Artzt berichtet, dass die Obstanlage in den Jahren 1963/64 angelegt wurde. 47 Eigentümer pflanzente in circa 50 Reihen 1100 erntefreundliche, halbstämmige Obstbäume verschiedener Sorten. Viele der damals gepflanzten Bäume stehen immer noch in der Anlage und werden nach und nach wegen “Altersschwäche” durch Neuanpflanzungen ersetzt .

Gerhard Artzt berichtet, dass 1963/64 insgesamt 1100 Bäume gepflanzt wurden

Vorsitzender des OGV Gerhard Artzt

Ursprünglich kamen die Besitzer alle aus Holzheim. Mittlerweile hat sich das geändert und auch Obstbauern aus Langgöns, Linden und anderen Nachbarorten besitzen Baumreihen in der Holzheimer Obstanlage und freuen sich bei der Obsternte über ihr gesundes Obst.

Während in den Anfangsjahren die Schädlingsbekämpfung mit Pestiziden erfolgte, wurde vor drei Jahren beschlossen, die Anlage nach rein ökologisch/biologischen Verfahren zu betreiben.

Kristin Meujen lobt dne guten Kompromiss zwischen Obstertrag und Biodiversität

Kristin Meujen von der UNB bestätigte, dass die Holzheimer Obstbauern „einen guten Kompromiss zwischen der Pflege intensiver Streuobstwirtschaft mit guter Förderung der Biodiversität gefunden haben.”

Zweiter Vorsitzender Koch ergänzte, dass 30 Nistkästen und über zehn „Bienen- und Insektenhotels“ zusammen mit Sitzstangen für Greifvögel installiert wurden. Dazu kommen noch mehrere „Benjeshecken“, die an verschiedenen Standorten in der Anlage unter Verwendung von Astschnitt angelegt wurden. Bei verschiedenen Baumreihen wird auf intensive Pflege verzichtet, nicht gemäht und nur nötigste Pflegearbeiten ausgeführt.

Uwe Koch, Zweiter Vorsitzender des OGV Holzheim

Insgesamt investierte der Verein für all diese bisherigen Maßnahmen zusammen mit dem Fördergeld circa 10tausend Euro.

Dabei sind die Ausgaben für Pheromonfallen, Neemöl und andere biologische Produkte zur „Schädlingsregulierung“ deutlich höher als für konventionelle Pestizide, die in der Vergangenheit verwendet wurden.