Neues von der Wilden Ecke- Am Tag, als der Regen kam

37

Nach den heißen und trockenen Sommertagen sah die wilde Ecke schon sehr tot aus. Nur noch vertrocknete Pflanzenteile, staubige Erde und kaum ein Insekt. Und plötzlich änderte sich wieder alles. Es war der Tag, an dem der Regen kam. Zum Glück regnete es erst langsam, dann eine ganze Nacht lang und endlich gab es richtige Regentage, mit nur kleinen Pausen. Der Boden hatte die Möglichkeit, das Wasser aufzusaugen. So wie die Erde das lang ersehnte Nass aufsaugt, so saugen die Pflanzen das Wasser auf. Mit jedem Wassertropfen kommt Leben in die wilde Ecke. Gräser beginnen wieder zu wachsen. Malve, Flockenblume, Lichtnelken und Ringelblume blühen wieder und werden von Insekten besucht. Auch die Königskerze scheint noch einmal an den Start zu gehen. Frische Blätter gibt es auch am Salbei. In der Wiese blüht wieder Klee. Der Herbst wird bunt. Aber eben nicht nur braun, rot und gelb. Nein, es wird wieder grün. Man kann erkennen, dass in der trockenen Sommerzeit viele Pflanzen ihre Samen bereits ausgebracht haben. Eine echte Notreife war das. Jetzt beginnt die Saat aufzugehen. Ich bin echt gespannt, wie viele Blumen im nächsten Frühling dort blühen werden. Jetzt dürfen die jungen Pflanzen schon mal Wurzeln schlagen, bevor Frau Holle sie im Winter, mit einer weißen dicken Decke zudeckt. Noch ein paar Tage Herbst, bis die Pflanzen sich wieder zurückziehen werden. Diese Tage werden mit großer Wahrscheinlichkeit wunderbar bunt. Im Oktober wird in der wilden Ecke wieder die Hecke zurückgeschnitten, dass letzte mal die Wiese gemäht und das Schnittgut auf dem Totholzhaufen gestapelt. Hier werden wieder viele Insekten und auch einige Igel überwintern. Bis dahin können wir noch einmal Blumen blühen sehen.

 

Nicole Freeman
Berufstätiger Familienmensch,humorvolle Romantikerin. Seit neustem Autorin. Meine Themen - Naturschutz und Geschichte sowie Wandern. https://publish.bookmundo.de/books/212940/