Rund um den Eibsee

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Am Fuße der Zugspitze, mit fast 3.000 m Deutschlands höchstem Gipfel, liegt nordseitig der Eibsee. Sein Ostufer stellt eine Art Verkehrsknotenpunkt dar: Eine Haltestelle der Bayrischen Zugspitzbahn (eine Zahnradbahn), Talstation der Seilbahn vom Eibsee zum Zugspitzgipfel, Ausgangspunkt des Eibseerundwegs, Zugang zur Badeanstalt Eibsee (man darf aber überall nach Belieben baden, was auch weidlich genutzt wird) und ein stattliches Hotel. Dementsprechend viel Parkfläche wurde der Natur abgerungen. Und an schönen Tagen, wie letzten Dienstag, wo in Deutschland nirgendwo mehr Ferien waren, ist da ein Betrieb wie am Münchner Stachus.

Meine Anfahrt erfolgte über Füssen, Reutte in Tirol, Lermoos, Ehrwald, durch das Loisachtal nach Grainau, Ortsteil von Garmisch-Partenkirchen. Eigentlich wollte ich ja von Kempten/Allgäu aus mit der sog. Außerfernbahn diese Strecke erledigen. Das wäre zu Zeiten des 9-Euro-Tickets auch durchaus möglich gewesen, obwohl weitgehend durch Österreich. Aber durch Bauarbeiten in verschiedenen Streckenabschnitten hätte ich zweimal zwischen Bus und Bahn wechseln müssen, nebst dem ohnehin fälligen Umstieg in Reutte von Diesel- auf elektrifizierte Strecke. Demnächst ist sie schon von Pfronten aus elektrifiziert. Eigentlich wollte ich von Griesen im Loisachtal loswandern zum Eibsee, fand zwar etliche kostenlose Wanderparkplätze, aber leider keinerlei Beschilderung oder Übersichtskarten. Uns so fuhr ich sicherheitshalber doch zum “Stachus”.

Am Dienstag war noch ein  schöner Sommertag, 27 Grad am Eibsee. Morgen wird der Zugspitzgipfel von Schnee bedeckt sein.

Der Eibsee blieb als Relikt der letzten Eiszeit zurück (damalige Klimaerwärmungen hatten immerhin ziemlich viele schöne Seen im Alpenvorland zur Folge). Seine heutige Gestalt erhielt er jedoch durch einen gewaltigen Felssturz von der Zugspitze herunter zwischen 1.700 v.Chr. und 1.400 v. Chr. mit 350 Mio. Kubikmeter Gestein und einer Energiefreisetzung von 220 Hiroshimabomben. Näheres findet man wie immer in wikipedia und Internet.

Für die 6,8 km Seerundweg benötigt man ca. 2 Stunden. Es gibt nur minimale Höhenunterschiede zu bewältigen. Die spektakulären Ausblicke hat man vor allem vom Nordufer aus. Ich bin die Strecke am gleichen Tag hin und zurück gegangen, um für die Fotos den unterschiedlichen Sonneneinfall vormittags und nachmittags einzufangen.

Wie kaum ein anderer See hat der Eibsee eine intensive Färbung des Wassers zwischen grün, türkis, blau und dunkelblau. Richtet man den Blick in Richtung Zugspitzgipfel, glänzt in der Sonne das Tragseil der Zugspitzseilbahn und die weltweit höchste Seilbahnstütze mit 127 m ragt aus dem Wald hervor.

Im Eibsee liegen 9 Inseln, mit z.T. klangvollen Namen, wie Ludwigsinsel und Maximiliansinsel. Der See ist ein sog. Blindsee, d.h. er hat keinen Abfluß, außer unterirdischem Versickern.

Kurt Wirth
Ex-Gießener, Weltbürger, Bürgerreporter seit 2012, interessiert an Natur, Wandern, (Inlands-)Reisen, aber auch an Geschichte, Zeitgeschichte, Politik.