Zum Erfrischen: im Steigbachtobel bei Immenstadt im Allgäu

190

Vorweg geschickt: derzeit plätschert da auch nur ein spärliches Rinnsal. Es handelt sich hier um einen überarbeiteten und aktualisierten Beitrag aus dem “alten” System der gz.

Der Weg in den Steigbachtobel in den Allgäuer Nagelfluhbergen beginnt am Immenstädter Friedhof, wo eine Schranke den allgemeinen Kfz-Verkehr enden läßt. Es geht zuerst steil und ungemütlich schotterig unterhalb dem Bergrutsch von 2006 bergan. Zur Linken an einer Felswand über dem Tobel (eine Bachschlucht) hängt die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnistafel. Sie wurde anläßlich des 100-sten Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. angebracht. 350 kg schwer und 1.205 Reichsmark teuer. Wilhelm I. wird in Süddeutschland etwas gnädiger als “Einiger des Reiches” gewürdigt, als Bismarck, der da eigentlich etwas mehr aktiv war. Aber es sind halt beide “Preiß’n”.

Dann zweigt links ab der Fußpfad durch den Tobel, parallel zu dem sog. “unteren alten Fahrweg” (jetzt aber für Pkw’s etc. komplett gesperrt), der im Winter als Teilstück der Rodelbahn vom Mittagsberg herunter fungiert. Am Steigbach entlang geht es aufwärts, Stufe für Stufe. Die Querrippen, Grundlage der Wasserfälle, sind zum Teil künstlich eingebaut worden, als Wildbachverbauung. Vor allem nach einem Hochwasserunglück 1873 mit acht Toten und zwei Vermißten, sowie 100 beschädigten Wohnhäusern und 60 Nebengebäuden. Hier sorgte Wilhelm I. für zügige Hilfe, was die o.a. Gedenktafel beschleunigte.

An der “Hölzernen Kapelle”, der Zufluchtstätte der Immenstädter im 30-jährigen Krieg endet der Tobelweg entlang der rauschenden Wasserfälle.

 

Tobelbrücke am Beginn des Weges am Friedhof
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Tafel

“Hölzerne Kapelle”, auch “Hilze Kapelle” am Ende des Tobelwegs

 

Kurt Wirth
Ex-Gießener, Weltbürger, Bürgerreporter seit 2012, interessiert an Natur, Wandern, (Inlands-)Reisen, aber auch an Geschichte, Zeitgeschichte, Politik.