Die Welt ist voller Wunder: Es liegt an mir sie auch zu sehen.

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Den Beitrag Nicole Freemanns aus der … Wilden Ecke – Krabbenspinnen möchte ich gerne noch mal aufgreifen – und über die gleiche Spinnenart erzählen, die sich auf einer Herkulesstaude einen lohnenden Platz auf einer Blütendolde ausgesucht hatte.

Als wir noch im Lumdatal wohnten unternahm ich im Juli `19 eine kurze Radtour, die mich nach Rabenau-Londorf und weiter nach Nordeck führte.  Was ich an einem späten Nachmittag in Rabenauer Gemarkung erlebte – gebe ich gerne in Wort und Bild weiter.

“Die Welt ist voller Wunder … .” Fange mit der Herkulesstaude an, die meine Blicke schon von weitem auf sich zog.

 

Riesen-Bärenklau (Heracleum  giganteum  HORNEM.) auch Bärenkralle, Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt.  Sie ist eine zwei- bis mehrjährige, wenn unbeeinflusst einmalblühende krautige Pflanze.  Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika ein invasiver Neophyt.

Der  Riesen-Bärenklau  bildet Substanzen aus der Gruppe der  Furocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht oder auch stärkerem Lampenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen und anderen Säugetieren zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen führen, die schwer heilen und wie Verbrennungen erscheinen.  Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört.

Dieser Riesen-Bärenklau wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Die Herkulesstaude breitet sich auch in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren stark aus.  Aufgrund ihrer Gefärdung für den Menschen wird in bestimmten Bereichen bereits eine Bekämpfung durgeführt.  Dabei ist der gezielte Einsatz  effektiver Methoden über mehrere Jahre notwendig.

” …  Es liegt an mir sie auch zu sehen “.  Nun zu der ´besagten` Krabbenspinne.

… einige harmlose Fotos – hier noch ohne `Feindberührung´.

Diese nützlichen und wertvollen Insekten auf einer Herkules-Zentraldolde erahnen noch nicht was auf sie zu kommen könnte.

“und jetzt hat die Falle zu geschnappt”!  Das obige Insekt ist wohl noch mal davon gekommen  – oder?

In den Fängen der Krabbenspinne ist ein Entkommen nicht mehr möglich.  Blitzschnell wird dieser Wildbiene Gift injiziert!

Ein  Chamäleon  unter  den  Spinnen

Die Veränderliche Krabbenspinne im Porträt

Ihren Namen bekam die Krappenspinne, weil ihre beiden Vorderbeinpaare sehr kräftig und lang sind, wodurch sie eher einer Krabbe ähnelt als einer Spinne.  Die Weibchen können ihre Körperfarbe aktiv wechseln – eine perfekte Möglichkeit zur Tarnung.

Die Veränderlich Krabbenspinne kommt überall in Europa vor und ist schon lange wegen ihrer auffälligen Färbung bekannt.  Die Weibchen können ihre Körperfarbe aktiv wechseln und weiß, gelb oder grünlich gefärbt sein, eine perfekte Möglichkeit zur Tarnung.  Mehr als 20 verschiedene wissenschaftliche Namen gab man ihr auch deshalb, bis mit modernen Methoden geklärt wurde, dass es sich immer nur um eine Art handelt, die jetzt den wissenschaftlichen Namen  Misumena vatia (Clerck 1757) trägt.

Die bis zu elf Millimeter großen Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne halten sich gerne auf Blüten auf, wo sie auf anfliegende Insekten lauern.  Vor allem auf gelben und weißen Blüten sind sie hervorragend getarnt und – wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge – für Feinde und potenzielle Opfer “unsichtbar”.  Tanzfliegen, Hummeln, Bienen, selbst Hornissen und große Schmetterlinge sind ihr als Opfer nicht zu groß.  Mit den kleinen hinteren Beinpaaren hält sie sich fest.  Mit den beiden kräftigen, langen vorderen Beinpaaren packt sie ihre Beute blitzschnell, injiziert  ihr Gift und saugt sie aus.  Um selber nicht etwa von einer Hummel gestochen zu werden, hält sie ihre Beute weit vom Körper entfernt.  Oft verbringt ein Tier die meiste Zeit seines Lebens auf einer einzigen Pflanze.

Zum Schluss was intimes/grausames!, was ich niemand vorenthalten möchte – was diese Spinnenart angeht:

Die Paarung mit den Weibchen findet im Frühsommer statt.  Sie ist für das Männchen eher lebensgefährlich als eine Lust, denn es kann dabei selbst zur Beute werden.  Die Paarungswilligen nähern sich daher den Weibchen nur vorsichtig und langsam von hinten und verweilen einige Zeit auf ihrem Hinterleib.  Um seine Spermien abzugeben, muss sich der Spinnenmann allerdings auf die Bauchseite des Weibchens begeben, wo sich die Geschlechtöffnung befindet.  Die Eier werden in Kokons versteckt abgelegt und von den Weibchen fürsorglich bewacht.  Die geschlüpften jungen Spinnen überwintern in der Streu am Boden.

… auch die Fliegen “sind mit von der Party” und nehmen an der Malzeit mit teil.!
Abschließend noch ein Blütenbild am Wegesrand, bevor ich mich wieder aufs Radl schwang und den Ausgangspunkt Allendorf/Lumda erreichte.
Mit diesem Landschaftsbild der sommerlichen Rabenau endet mein Beitrag.