Tödliche Leimringe verbieten

1643

Der NABU Nonnenroth hat auf einer Streuobstwiese an 15 alten Apfelbäumen Leimringe entdeckt, an denen seit Herbst 2021 bis heute Tausende von Insekten qualvoll verendeten. Besorgte Bürger vor Ort fragen sich, ob das in einer Zeit des großen Insektensterbens überhaupt noch zulässig ist. Leider, so der Vorsitzende Heinz Weiss, sind die Leimringe nicht verboten und frei verkäuflich.
Zum Schutz von Insekten, Fledermäusen und Vögeln bittet der NABU daher, auf das Anbringen von Leimringen von Februar bis Oktober zu verzichten. Den Betroffenen sei gar nicht bewusst, so Weiss, dass Leimringe Todesfallen für viele nützliche Tierarten darstellen können.
Die Leimringe gegen den Frostspanner dienen als Mittel gegen flugunfähige Insekten, die vom Boden über den Stamm den Weg in die Krone finden und dort Ihre Eier ablegen, so der Naturschützer. Leimringe dienen ausschließlich der Bekämpfung der flugunfähigen Frostspanner Weibchen im Herbst auf ihrem Weg aus dem Boden in die Baumkrone.
Natürlich bleiben auf dieser Leimbarriere alle Tiere kleben, die den Stamm empor oder herab krabbeln. Neben dem einen oder ande­ren Schädling werden aber gerade im Sommerhalbjahr auch viele Nütz­linge, wie Spinnen und Raubwanzen, auf dem Leim­ring gefangen.
Häufig wird empfohlen, die Leimringe bis zum Frühjahr an den Baumstämmen zu lassen. Das sei jedoch komplett unnötig, so der Vorsitzende, denn die Frostspanner seien in der Regel nur bis in den Januar hinein unterwegs. Ab Februar sollten die Baumbesitzer daher die Leimringe entfernen. Bleiben sie zu lange am Baum, fangen Sie damit nicht nur Frostspanner sondern auch Nützlinge, wie Marienkäfer und Florfliegen, Wildbienenarten und Käfer. Selbst geschützte Fledermausarten wie die Bechsteinfledermaus, die ihre Insekten und Spinnen von den Oberflächen der Blätter regelmäßig sammeln, können die Leimringe zur Todesfalle werden.
„Grotesk ist der Einsatz von Leimringen vor allem, wenn die Äpfel nicht geerntet werden“,
so der Appell des NABU.