5. Kidical Mass durch Gießen gerollt!

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während eines Stopps mit Redebeitrag

Am Samstag, den 14. Mai haben sich rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf die Räder geschwungen, um für einen kinderfreundlichen Straßenverkehr zu demonstrieren. Weltweit sind es sogar in 202 Orten tausenden Teilnehmende. Sie setzen sich dafür ein, dass sich alle Menschen sicher und selbstständig im Straßenverkehr bewegen können. Ihr Motto lautet: „Uns gehört die Straße!“ Dafür muss der Fokus weg vom Auto und der bestehende Verkehrsraum ‘fair’-teilt werden. „Wir wollen keine neuen Radwege in Biotope setzen, stattdessen fordern wir von der Stadtverwaltung die Umsetzung längst beschlossener Maßnahmen wie der Fahrradstraße auf dem Anlagenring und viel mehr muss noch kommen“, so Marie Esefeld, eine der Organisatorinnen der Kidical Mass Gießen, bei der Auftaktkundgebung.

Diana Schwaeppe, ebenfalls aus dem Orga-Team, schilderte in der Wilhelmstraße die Entstehungsgeschichte des Gehwegs und dessen Funktion, die genau an der Stelle ad absurdum geführt sei, denn auf dem Gehweg fahren, halten und parken dürfen Autos nach StVO nicht. Dieser Raum sei der Einzige der Straße, den Kinder auf allen Gefährten nutzen dürften.

Auf der Wilhelmstraße Richtung Bahnübergang Erdkauter Weg bezog Eckart Schneider vom „Lebenswertes Gießen e.V.“ Stellung zum Erhalt des Bahnübergangs als wichtige Querung der Bahntrasse für Radler*innen sowie zum Erhalt der Zeiselwiese, die als Naherholungsfläche eine wichtige Rolle spielen könnte.

Ein Stopp auf der ersten Fahrradstraße in Gießen auf Höhe des Uni Hauptgebäude, zeigte plastisch die natürlichen Feinde des Fahrrads: Glasscherben von der Feier des Vorabends! Marie Esefeld wies hier auf die Gefahren des motorisierten Holens und Bringens der Kinder und Jugendlichen an Schulen und Kindergärten hin. Stattdessen könnten autofreie oder mindestens verkehrsberuhigte Zonen um Bildungseinrichtungen zu mehr Selbstständigkeit beitragen.

Am Berliner Platz fand auch dieses Jahr das traditionelle Kingelkonzert vor dem Rathaus statt, damit den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung endlich ein Licht aufgehe. “Ich wünsche mir, dass die Politik mutiger darin ist, an Orte zu glauben, die es noch nicht gibt. Sich Dinge zu trauen, die vorher in keiner Weise vorstellbar waren. Einfach mal das zu tun, was notwendig ist, um einen Planeten zu hinterlassen, auf dem sich das Leben noch lohnt.” – Helena Renz (Greenpeace und Students For Future Gießen)

Auch klein Janosch findet, so haben Kinder auf Rädern und Menschen zu Fuß überhaupt keinen Platz. Und das stinkt ihm! Mit einer kleinen Runde über einen Teil des Analgenrings ist die Demo noch bis zum Elefantenklo gerollt und dort haben sich viele dann den unterschiedlichen Aktionen im Rahmen des Aktionstages auf dem inneren Anlagenring angeschlossen. Alle freuen sich schon auf das nächste Aktionswochenende von „Kinder aufs Rad“ am 24. und 25.09.2022, an dem auch in Gießen wieder eine Kidical Mass ihre Forderung laut und bunt auf die Straße bringen wird.

Wir fordern:

  • dass sich Kinder sicher und selbständig mit dem Rad bewegen können !
  • innerorts Tempo 30 !  [ Das fordern mittlerweile über 100 Kommunen in der BRD ! ]
  • angstfreies Radfahren für Alle !
  • sichere Schulradwege !
  • autofreie Zonen vor Kitas und Schulen, mindestens Spielstraßen !
  • ein flottes Fahrradstraßennetz !
  • Straßenraum fair verteilen anstatt Biotope für neue Radwege zerstören !
  • keine Blitzerwarnungen mehr in Radio oder Internet !

Das Ziel ist eine kinderfreundliche Fahrradstadt !

KIDICAL MASS wird unterstützt durch:

2035null, ADFC Gießen, BUND Gießen, das ALLrad, Greenpeace Gießen, Lebenswertes Gießen, NABU Gießen, VCD Gießen, Weltladen, fridays for future, students for future, scientists for future und ProRegioTram.

Kontakt
post@kidicalmassgiessen.online
https://kidicalmassgiessen.online

Photo von Christine Ernst
Text von Diana Schwaeppe, Marie Esefeld, leicht geändert von Daniel Witt