Anlagenring wird am 14.5. zur Info-, Aktions- und Partymeile – immer mehr Beteiligte: “Das wird der größte Verkehrswende-Aktionstag, den wir je hatten”

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Noch zehn Tage bis zum Beginn des Stadtradelns – und der erste Tag wird gleich zu einer großen Demonstration für ein schnelleres und entschlosseneres Handeln für eine Verkehrswende in und um Gießen. “Wir organisieren erstmals das Stadtradeln mit, aber wollen auch zeigen, dass uns das Appellieren zu mehr Fahrradfahren zu wenig ist”, zeigen sich Verkehrswende-Aktivist*innen entschlossen, den dreiwöchigen Zeitraum zu nutzen, um neben dem Werben fürs Radfahren auch politische Akzente zu setzen. Der 14.5. könnte dafür einen starken Auftakt bieten, denn laut Veranstaltern dürfte es der bisher größte Verkehrswendeaktionstag in der Region werden. Mehrere feste und rollende Bühnen, etliche zum Anlagenring führende Raddemos, viele Kreativaktionen und viele Infostände, dazu ein Straßenfest, ein Flohmarkt, Aktionen für Kinder und Theatervorführungen werden aus dem Anlagenring eine unterhaltsame Aufenthaltszone machen und damit auch die angrenzenden Grünanlagen aufwerten. “Wir wollen zeigen, wie hoch der Gewinn für die Stadt Gießen sein wird, wenn sie endlich die Autos verdrängt und Platz für eine lebenswerte Innenstadt schafft.”

Das Verkehrswendefest wird von 11 bis 15 Uhr rund um die gesamte Innenstadt stattfinden. Die inneren Spuren des Anlagenrings sind dann nur mit Fahrrädern, Inlinern, Rollstühlen und ähnlichen Untersätzen zu befahren. Die ursprüngliche Idee, Radeln und den ÖPNV zu kombinieren, scheiterte an der Kooperationsunwilligkeit der Stadtwerke Gießen. “Es ist nicht das erste Mal, dass wir den Eindruck haben, dass Gießens Busbetreiber dieses Geschäftsfeld am liebsten loswerden will, weil sich mit Stromverkauf für E-Autos mehr Gewinn machen lässt”, kritisieren die Verkehrswende-Aktivistis das Verhalten der SWG, die darauf bestand, dass keine Radler*innen den Bussen entgegen kommen, also die Fahrradstraße nicht wie geplant benutzen dürften. “Damit wurde klar, dass die Stadtwerke die Gespräche scheitern lassen wollten.” Das sei auch deshalb schade, weil der Vorschlag der Verkehrswende-Aktiven für den Anlagenring für den ÖPNV sofort eine deutliche Verbesserung durch die Ausweisung einer Busspur bedeuten würde. “Die Stadtwerke sollten lieber zum Vorreiter der Verkehrswende werden statt als Bremser zu agieren”. Damit das klappt, fordern die Initiativen eine Rekommunalisierung der Stadtwerke, um solche profitorientierten Eskapaden künftig zu vermeiden und den ÖPNV in Gießen wieder an den Bedürfnissen der Bewohner*innen und Akteur*innen der Stadt auszurichten. “Wir wollen, dass der ÖPNV auf Elektromobilität umgestellt wird – aber nicht auf Autos, sondern auf eine viel leistungsfähigere, umweltfreundlichere und flächensparende Straßenbahn”. Auch dafür soll beim Aktionstag am 14.5. geworden werden.

Gerne können sich weitere Einzelpersonen, Gruppen, Anlieger*innen und Geschäfte an dem Tag beteiligen. “Der Anlagenring bietet viel Platz für die Phantasie und die Idee Vieler”, heißt es in den Aufrufen zum Starttag des Stadtradelns. Am Tag drauf, dem 15.5., wollen die Aktivist*innen dann mit einer Raddemo um 11 Uhr vom Hauptbahnhof über den Anlagenring zum “FahrRad!Tag” der Stadt Gießen auf dem Brandplatz fahren – und dabei erneut für ein gutes Fahrradstraßennetz in der Stadt werben..

Eine Übersicht über den Aktionstag und die weiteren Aktivitäten während des Stadtradelns sind auf https://stadtradeln.siehe.website zu finden.