Dem Spatz geht es an die Federn

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Jeder kennt ihn, jeder hat ihn schon mal gesehen und doch gibt es immer weniger. Der Bestand schrumpft. Unserem Spatz geht es an die Federn. Warum ist das so? Es fängt schon bei den Nistplätzen an. Der Spatz ist ein geselliger Vogel. Er lebt in dichter Nachbarschaft mit Artgenossen. Seine Nester baut Familie Sperling gerne in Nischen unter den Dächern unserer Häuser. Unsere Häuser werden aber immer besser abgedichtet und so schwindet der Bauplatz Dachjuchhe. Der Sperling ist als kleiner Vogel recht weit unten in der Nahrungskette zu finden. Neben Marder und Katze haben fast alle Greifvögel den vorlauten Spatzen auf dem Speisezettel. Daher sind große dichte Hecken in der Nähe der Nester für den Vogel sehr wichtig. Wenn die Küken alt genug sind, kann man sie in den Hecken spielen sehen. Die Hecke bietet den Jungvögeln den benötigten Schutz vor den Fressfeinden. Auch unsere Gärten sind im Wandel. Hecken und Blumen weichen immer öfter Mauer und Kies. Da steckt dann schon das nächste Problem der Familie Spatz. Weniger Blühflächen bedeutet auch weniger Insekten im Garten. Der Spatz benötigt für die Jungenaufzucht viele Insekten. Wenige Insekten bedeutet weniger Jungvögel. Wenn wir unsere Schuppen und Scheunen abreißen, die Dächer abdichten und den Garten in eine Landschaft aus Beton und Kies verwandeln, hat der Spatz keine Chance mehr. Er wird zum großen Verlierer. Wie können wir dem Spatz helfen? Nun, als Erstes sollte man bestehende Nistkolonien erhalten. Wir könnten spezielle Reihenhäuser für den Spatz bauen. Die Anleitung finden sie bei Nabu oder sie können natürlich auch fertige Nistkästen kaufen. Die Nistkästen sollten möglichst weit oben am Haus angebracht werden, z. B. unter dem Dach. Insektenfreundliche Blühflächen im Garten und vor allem Rasen, indem ein Gänseblümchen noch blühen kann, versorgen die Spatzen mit Nahrung. Eine Stelle mit feinem Sand und eine regelmäßig gereinigte Vogeltränke erleichtert den Tieren im Sommer die heißen Tage, denn der Spatz kann nicht schwitzen. Das Sandbad wird von vielen Vögeln genossen. Es gehört für den Sperling zur täglichen Körperpflege. Der Spatz ist eben kein Dreckspatz. Wenn wir ihm nicht helfen, wird er bald zum seltenen Gast werden. Im Frühlingsanfang einmal Wohnungsbau für den frechen Piepmatz, das wäre doch eine Aufgabe fürs Wochenende. Viel Spaß beim Bauen und dann beobachten.

Nicole Freeman
Berufstätiger Familienmensch,humorvolle Romantikerin. Seit neustem Autorin. Meine Themen - Naturschutz und Geschichte sowie Wandern. https://publish.bookmundo.de/books/212940/