Stehender Applaus zur Musikalischen Premiere in der Kulturkirche St. Thomas Morus

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Spektakuläres Farbenspiel: räumliche Tiefe
Spektakuläres Farbenspiel: räumliche Tiefe

Ein Bild wie gemalt. Durch das übergroße Kirchenfenster des Lebensbaums schien in diesem Moment die Abendsonne und zauberte ein faszinierendes Farbenspiel. Die beiden Strahler links und rechts davon leuchteten in blau gelb, durchbrachen die weiß verputzten Wände, gaben ihr eine lebendige Struktur und verliehen dem Raum Tiefe.

Es passte alles zum zweiten Konzert im fastenZEITraum, dem Forum für Neue Improvisierte Musik in der Kulturkirche St. Thomas Morus. Eine musikalische Premiere war das Zusammenspiel der Cellistin Sue Schlotte aus Darmstadt, der Flötistin Eiko Yamada aus Mannheim und dem Gießener Frank Rühl (e-Gitarre) wie Intendant Jakob Handrack in seiner Begrüßung hinwies.

Akustisch-räumliches Spannungsfeld

Zarte Töne hauchte die Flöte. Zusammen mit den Flageolett-Tönen auf der Gitarre erzeugten sie eine angenehme Reibung, die in starken Vibrationen eines akustisch-räumlichen Spannungsfeldes mündeten. Der Klang verschwamm zu keinen Zeitpunkt, sondern setzte klare Akzente, transparent und hörbar. Das Cello stimmte dazu ein, perkussiv oder nahm mit einer traurigen, schönen Melodie den ganzen Kirchenraum für sich ein.

»Standing Ovations«

Das Geräuschhafte durchbrach alle Bahnen: die Töne abstrahierten und setzten sich doch zu einem homogenen Ganzen zusammen, man fühlte sich in einem tropischen Dschungel oder in die Savanne versetzt, eine Stunde Musik auf höchsten Niveau und mit hoher Konzentration. Mit dem Läuten der gut hörbaren Kirchenglocke setzte die Coda ein. Resonanz und Frequenzspektrum der hellen Glocke wurden von dem Trio gekonnt aufgegriffen und bis zum letzten Ton in die Musik integriert. Ausatmen. Das Publikum war begeistert und zeigte dies mit anhaltenden, stehenden Applaus.

Erfolgreiche Premiere: Frank Rühl, Eiko Yamada und Sue Schlotte (v.l.)
Erfolgreiche Premiere: Frank Rühl, Eiko Yamada und Sue Schlotte (v.l.)

Auf traditionellen Pfaden

Im Rahmen der fastenZEITraum-Konzertreihe geht es weiter am kommenden Samstag, den 19.3.2022 um 17 Uhr. Die beiden Weltmusiker Markus Wach und Stephan folgen den Pfaden, auf denen traditionelle Formen der musikalischen Improvisation seit Jahrhunderten wandern. Die exotischen Musikinstrumente Wachs und die perkussiven Klanginstallationen Pussels laden gleichermaßen zum Träumen und gespannten Zuhören ein. Als Gast komplettiert der indische Sithar-Spieler Debasish Ganguly das Trio mit seiner einzigartigen Fusionsmusik aus Folk, Jazz und Klassik.

Der Weltmusiker Markus Wach ist am 19.3.22 zu Gast in der Kulturkirche
Der Weltmusiker Markus Wach ist am 19.3.22 zu Gast in der Kulturkirche
Fusion aus Jazz, Folk und Klassik: Debasish Ganguly aus Indien zu Gast in der Kulturkirche am 19.3.
Fusion aus Jazz, Folk und Klassik: Debasish Ganguly aus Indien zu Gast in der Kulturkirche am 19.3.

KunstKulturKirche Allerheiligen Frankfurt

Eine Woche darauf, am 26. März 2022, ist das Improvisationsensemble der KunstKulturKirche Allerheiligen aus Frankfurt/Main unter Leitung von Richard Millig zu Gast. Das Ensemble besteht aus Absolventen der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und der Internationalen Ensemble Modern Akademie. Sie bringen eine bunte Vielfalt an musikalischen Möglichkeiten mit: Live-Elektronik, elektronisches Zuspiel, selbstgebaute Instrumente, etc.

Richard Millig ist am 26.3. zu Gast mit dem Improvisationsensemble der KunstKulturKirche Allerheiligen aus Frankfurt/Main
Richard Millig ist am 26.3. zu Gast mit dem Improvisationsensemble der KunstKulturKirche Allerheiligen aus Frankfurt/Main

Die Reihe „fastenZEITraum – Forum für Neue Improvisierte Musik“ wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Gießen und den Musikfonds e.V.

Kulturkirche Gießen
Die Kulturkirche St. Thomas Morus beeinflusst das Zwischenmenschliche, ermöglicht Beziehungen und erweitert Perspektiven. - kreativ sein, in Dialog treten, miteinander reden.