5000 Euro für das Tierheim

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SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos (Mitte) übergab den Spendenscheck dem Tierschutzverein Gießen und Umgebung. Britta Drolsbach (2. Vorsitzende), Astrid Paparone (1. Vorsitzende), Mischlingsrüde Paxi, Hannah Wern (Tierheimleiterin) und Harald Liebermann (2. Vorsitzender, Aufzählung von links) freuen sich über die Zuwendung. Stichwort Freude: Paxi sucht wie viele andere Tiere ein neues Zuhause und wäre bestimmt froh, schon bald zu einer netten Familie zu gehören.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gießener Tierheims kümmern sich um gefundene, abgegebene und ausgesetzte Tiere der Region. Dieses Engagement unterstützen die Stadtwerke Gießen mit einer Spende von 5000 Euro.

Über das Jahr verteilt leben zwischen 700 und 800 Vertreter verschiedener Gattungen im Tierheim Gießen – Hunde, Katzen, Kaninchen, diverse Vögel und viele mehr. Jeder dieser sehr unterschiedlichen Bewohner hat individuelle Bedürfnisse. Die zu befriedigen und so für eine artgerechte Unterbringung zu sorgen, kostet viel Geld.

Genau an dieser Stelle kommen die Stadtwerke Gießen (SWG) ins Spiel. Traditionell verzichtet das Unternehmen auf Weihnachtsgeschenke für Geschäftspartner. Das auf diesem Wege eingesparte Geld – konkret 5000 Euro – lassen die SWG gemeinnützigen Organisationen oder Einrichtungen in der Region zukommen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das Tierheim Gießen beziehungsweise dessen Träger, den Tierschutzverein Gießen und Umgebung e. V. (TSV Gießen). „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims leisten wertvolle Arbeit für unsere Region. Dieses Engagement möchten wir unterstützen“, erklärt SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos anlässlich der Scheckübergabe am 10. Januar auf dem Gelände des Tierheims Gießen.

Der Pandemie trotzen

Die Entscheidung, dem Tierheim Gießen die diesjährige Zuwendung zukommen zu lassen, fiel auch noch aus einem anderen Grund. „Wir haben speziell eine Einrichtung gesucht, die besonders unter der aktuellen Pandemie leidet“, ergänzt Ulli Boos. Dieses Kriterium erfüllt das Tierheim zu 100 Prozent. Tatsächlich verschärft die Pandemie die schon im Regelbetrieb nicht ganz einfache Situation erheblich. Zum einen fällt die ehrenamtliche Hilfe weitgehend aus – zu groß ist die Sorge vor einer Corona-Infektion unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Darüber hinaus ist es deutlich schwieriger geworden, die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen. Schließlich ist das Tierheim bis auf Weiteres für die üblichen Besuche ohne Voranmeldung geschlossen. Folglich können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit den Bürgerinnen und Bürgern nicht wie gewohnt näherbringen. Was sich als massiver Nachteil beim Generieren von Spenden erwies.

Woher und wofür?

Etwa die Hälfte des Etats bestreitet der Träger des Heims mit Mitgliedsbeiträgen, Patenschaften, Einnahmen aus Vermittlungen und pauschalen Zahlungen von den Kommunen. „Um den Tierheimbetrieb dauerhaft am Laufen zu halten, sind wir auf Spenden angewiesen“, erklärt Britta Drolsbach, 2. Vorsitzende des TSV Gießen. Aber wo genau entstehen die hohen Kosten? „Wir brauchen jede Menge Futter, müssen die Tiere medizinisch versorgen und behandeln lassen, die vier Gebäude mit insgesamt 1100 Quadratmeter Fläche beheizen und unser Personal bezahlen“, nennt Hannah Wern, Leiterin des Tierheims, die vier offensichtlichen Punkte auf der deutlich längeren Liste. Und rechnet ganz konkret vor: „Für einen Hund müssen wir etwa 20 Euro pro Tag ansetzen, für eine Katze rund 10 Euro.“

Trotz der permanenten Geldsorgen gehen die zehn hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Arbeit jeden Tag mit großem Enthusiasmus nach. Sie machen ihren Job aus Überzeugung. Und besonders gern, weil er reichlich Abwechslung bietet. Futter zubereiten und verteilen, Tierzimmer putzen, Tiere an verantwortungsvolle Menschen vermitteln und dafür bisweilen gezielt vorbereiten – obwohl es sich für so manche Laien wie eine typische Routine anhört, entpuppt sich die Arbeit im Tierheim schnell als das genaue Gegenteil. Dafür, dass nie Langeweile aufkommt, gibt es verschiedene Gründe. Ein ganz entscheidender: Auf dem Gelände in der Vixröder Straße 16 finden nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Hunde, Katzen und Vögel ein vorübergehendes Zuhause, sondern auch der ein oder andere Wald- und Wiesenbewohner – Fuchs, Eichhörnchen und Igel sind keine unbekannten Gäste. Die bleiben aber üblicherweise nicht lange. „Wildtiere vermitteln wir an entsprechende Stellen weiter. Genau wie einige Exoten, die wir hier nicht richtig betreuen können“, erklärt Hannah Wern. Aber gleich, ob es sich um ein süßes Kätzchen mit idealen Vermittlungschancen, einen nicht ganz so attraktiven, bellenden Dauergast oder einen nur für kurze Zeit untergebrachten Durchgangsbesucher handelt – die Pflegerinnen und Pfleger folgen immer einem eisernen Grundsatz: Das Wohlergehen der Tiere steht über allem.

Mithelfen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wichtige Arbeit des Tierheims Gießen zu unterstützen: als Mitglied des Tierschutzvereins, als Helferin oder Helfer im Ehrenamt, als Patin oder Pate für eines der Heimtiere oder mit einer Spende. Auf www.tsv-giessen.de gibt es dazu alle Informationen. Selbstverständlich stellt der gemeinnützige Verein bei entsprechenden Beträgen Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt aus.