Kurzer Ausflug in das Brunnental – Grünbergs historische Wasserquelle.

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In meinem Beitrag geht es um den im Brunnental beheimateten Höckerschwan

Seitdem wir schon zwei Jahre im Schwedendorf wohnen, zieht es uns immer wieder ins nahe gelegene Brunnental.  Bei unseren Rundgängen genießen wir die wohltuende  Natur und begeben uns sozusagen auf eine “Zeitreise durch die Geschichte  der historischen Wasserversorgung” von Grünberg, die wir auch schon näher kennenlernen durften.

Als Naturfreund zieht es mich ganz besonders an die beiden Teiche des historischen Brunnentals, wo man das Treiben des Höckerschwans (leider nur noch einer) und der Enten beobachten und vor allem – ablichten kann.

Die Begebenheiten um den mittlerweile 40-jährigen Höckerschwan

Habe mich einwenig `schlau´gemacht und mit heimischen Personen gesprochen, die diesen bald historischen Wasservogel bestens kennen. Es war ein Friseur mit Namen Richter – eine Berühmtheit hier in Grünberg, leider verstorben – der ein Pärchen in den 1980 er Jahren angeschafft hat.  Der Schwan bekam damals den Namen >Heinrich< und später gaben IHM naturliebende Menschen einen weiteren Namen – den Eduard hinzu.  Leider ist der  >Eduard-Heinrich<  schon länger ohne Partnerin  >Elisabeth<.  Wann SIE verstarb ist nicht mehr bekannt. Durch jugendliche Schläger wurde SIE schwer verletzt und mußte eingeschläfert werden.

Die große Frage wird sein:  Wann ist die Zeit des Eduard-Heinrich, im mittlerweile rekordverdächtigen Alter von >40 Jahren, abgelaufen.

Wissenswertes über den Höckerschwan (Cygnus olor)

Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist eine Vogelart, die innerhalb der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Schwäne und zur Unterfamilie der Gänse (Anserinae) gehört.  Als halbdomestizierter Vogel ist er heute in weiten Bereichen Mitteleuropas beheimatet.  Er hält sich bevorzugt auf Seen, Park- und Fischteichen, in seichten Meeresbuchten und im Winter auch auf offenen Flußläufen auf.  Namensgebend für die Art ist der schwarze  Höcker am Schnabelansatz.

Ein ausgewachsener Höckerschwan kann eine Körperlänge von bis zu 160 Zentimeter und eine Spannweite von 240 cm erreichen.  In der Regel wiegen ausgewachsene Männchen zwischen 10,6 und 13,5 Kilogramm, dagegen Weibchen nur 10,0 Kilogramm.  Der Höckerschwan ist damit in Mitteleuropa der größte heimische Wasservogel und gehört zu den schwersten flugfähigen Vögel weltweit.  Höckerschwäne erreichen oft ein Alter von 16 bis zu  20 Jahren.  Der älteste jemals entdeckte Schwan wurde Anfang 2009 nahe der dänischen Hafenstadt Korsor gefunden.  An ihm wurde ein Ring mit der Kennung “Helgoland 112851” (angebracht am 21. Februar 1970 in Heikendorf an der Kieler Förde) gefunden, was bedeutet, dass er 40 Jahre alt wurde.

Höckerschwäne tragen ihren ihren Hals häufig S-förmig gebogen und einmal im Jahr mausern sie ihr Gefieder.  Sie sind dann für einen Zeitraum von seche bis acht Wochen flugunfähig.

Sind Schwäne immer aggressiv und gefährlich?

Nein, ohne Grund sind Schwäne normalerweise nicht aggressiv.  Aber: Wenn sie sich bedroht fühlen, flüchten sie nicht wie kleinere Vögel, sondern verteidigen “nach  vorne” – besonders, wenn es um den Nachwuchs geht.  Auch `meine Wenigkeit´ wie oben schon erwähnt, verfolgte mich auf `Schritt und Tritt`als ich am Teichrand unterwegs war, um IHN möglichst nah abzulichten.

Das können wir uns garnicht vorstellen – so `schmuck´ein Schwan auch aussieht – ein Hieb mit dem Schnabel kann schmerzhaft sein.  Und Schwanenvögel sind zum Teil so stark, dass sie Knochen brechen können.  Besonders für Schwimmerinnen oder kleine Kinder ist damit nicht zu spaßen!  An Land hingegen sind Schwäne eher tollpatschig und nicht besonders schnell.

Wie verhalte ich mich, wenn Schwäne in der Nähe sind?

Es ist auch hilfreich, auf die Körpersprache der Tiere zu achten.  Wenn sich der Schwan aufrichtet und seine Flügel ausbreitet, dann ist das als Drohgebärde zu verstehen.  Schwäne fauchen außerdem, wenn sie klar machen wollen: “Hau ab, ich fühle mich vor dir bedroht”.  Dann sollte man einfach Abstand halten oder weiter zurückweichen.  Und: Ein vermeintlicher Angriff kann auch nur ein Scheinangriff sein.

Hier nun mein Bilderreigen.

Der etwas höher gelegene Brunnental-Teich. Hier fühlt sich Höckerschwahn Eduard-Heinrich pudelwohl. Achtung: ER verteidigt sein Revier eminent! Man sollte nicht lange an der Teichkante verweilen – mir ist es bei einer Nahaufnahme passiert, dass `Schwanerich` den Kamera-Tragegurt mit seinem Schnabel festhielt – das ließ `der Fotograf` allerdings nicht zu! – Spaß.
Für diese Stockenten gilt: “Wasser Marsch” – in Reih & Glied
… `Versammlung` am Springbrunnen. Die Erpel tragen fast das ganze Jahr über ein vom schlichten, braunen weiblichen Kleid – abstechendes buntes Prachtkleid.
… ein Pärchen unterwegs
… zum Angriff bereit!
Kopf in Imponierhaltung; gut zu erkennen ist der namengebende Höcker.
Eduard-Heinrich zeigt sich im Spiegelbild.

Als ich `nach getaner Arbeit` zurück war im Schwedendorf – zeigte sich noch kurz die Sonne hinter den mit Misteln `belagerten´ Erlenbäumen am Äschersbach.

Diese Aufnahmen möchte ich niemand vorenthalten – sie stammen aus dem “eisigen” Februar `21.

Schön anzuschauen; Siegelbilder Schwan / Teich-Wassermaserung.

 Mein Beitrag geht so langsam zu Ende – zwei nachfolgende Schnappschüsse (Repro) aus glücklicheren Tagen, wie beide noch ihre Runden drehten.  Tourismusbüro Grünberg gestattete die Veröffentlichung.

Zur Balz der Höckerschwäne gehört ein rhytmisches Halseintauchen mit gurgelndem Ausatmen.

“Wird es zur Auseinandersetzung kommem”? Vermute mal nicht.

Dieses interessante Foto bekam ich von einer Person aus dem Schwedendorf, die sich über die Begebenheiten, was Flora & Fauna im Brunnental anbetrifft – bestens auskennt. Vielen Dank für die Mithilfe.

Viel Spaß an meinem Beitrag.

Wünsche allen eine ausklingende letzte Adventwoche und vorab ein frohes, gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest. Bleibt alle gesund und achtsam.

Mit den besten Grüßen

Heiner Klose aus dem Schwedendorf