Auf dem Stuiben liegt schon Schnee

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In den Allgäuer Bergen ist der Herbst praktisch ausgefallen: Die ersten Laubbäume zeigten erst wenige gefärbte Spitzen, schon wurde vergangene Woche alles von Schnee überzogen, zumindest ab etwa 1.400 m Höhe.

Der Stuiben (1.749m) ist ein Berg in der Allgäuer Nagelfluhkette. Nagelfluh ist gemessen in Erdzeitaltern ein relativ junges Sedimentgestein, entstanden aus dem durch Schlamm verbackenen Kieselgeröll auf dem Grunde eines Urmeeres. Daher wird es im Volksmund auch “Herrgottsbeton” genannt, weil es aussieht wie grobkörniger Beton. Von Kletterern werden die Nagelfluhberge gemieden.

Der Stuiben wird viel begangen. Zum einen bei der Überschreitung der ganzen Kette zwischen Mittagberg bei Immenstadt und Hochgrat bei Oberstaufen. Aber auch vom Gunzesrieder Tal führen Varianten hinauf, wie auch von Immenstadt. Von da aus startete ich gestern. Dreieinhalb Stunden stehen auf dem Wegweiser für die ca. 1.000 Höhenmeter. Durch das Steigbachtal bis zur Alpe und dem Moor “Seifenmoos”. Weiter über die Alpe Mittelberg zur Alpe Gund. Am Krätzenstein vorbei (der soll schon manchem Skitourengeher bei der Abfahrt zum Verhängnis geworden sein), die Querung über den Leiterberg hinauf bis fast zur Vorderen Sedereralpe. Der Weg zum Jöchle zwischen Stuiben und Sederer Stuiben ist mit vielen Holzknüppeltreppen mühsam ausgestattet worden. Sie werden jedoch meist gemieden, da ziemlich hoch, und die Erosion, welche sie verhindern sollten, schreitet daneben munter fort. Vom Joch aus hat man erstmals einen überwältigenden Blick nach Süden über die Allgäuer, Vorarlberger und Tiroler Bergwelt.

Hier wurde es durch kräftigen, kalten Wind ordentlich frisch. Es geht etwa 300 m über sanft ansteigendes Terrain zum Gipfelkreuz. Ein fantastischer 360-Grad-Blick belohnt die Mühen. Zeitweise war ich alleine an der Brotzeitbank am Kreuz – mit ein paar Bergdohlen, die ich mit verköstigte.

Die Tour auf den Stuiben – jedes Jahr mindestens einmal – ist für mich der Bewährungstest, “ob’s noch geht”. Allerdings jedes Jahr etwas langsamer. Bis vor 10 Jahren war auch die Skitour auf den  Sederer Stuiben, den Nachbargipfel, jedes Jahr im Programm. Das fordert mich inzwischen aber allzusehr.

Die Bilder sind etwa vom Gipfel abwärts sortiert, nicht dem Aufstieg entsprechend.

Gipfelblick nach Südost
Gipfelblick nach Osten mit Sonthofen in der linken Bildhälfte
Der Stuibengipfel
Leider kein Weinfass – der Deckel ist eine steinerne Panoramatafel
Blick nach Süden
Blick nach Norden – man sieht die Alpe Gund
Blick nach Westen mit Sederer Stuiben und Buralpkopf
Gemeinsam schmeckt es besser
Blick nach Osten mit Sonthofen im Einschnitt
Blick nach Westen mit Sederer Stuiben und Buralpkopf. Links von diesem am Horizont Säntis und Altmann in der Schweiz
Blick nach Süden mit Daumengruppe, Hindelanger Klettersteig, Nebelhorn
Im Joch zwischen Sederer Stuiben und Stuiben. Blick nach Südwest
Nicht mehr weit vom Joch zum Stuibengipfel
Sedererstuiben li. und Buralpkopf re.
Der Krätzenstein. Da sollen gelegentlich schon Skitourenfahrer dagegengefahren sein.
Bei der Alpe Gund
Alpe Gund´(rechts im Bild) vom Leiterberg aus
Der Stuiben – das heutige Ziel
Silberdisteln
Im Seifenmoos
Kunst im öffentlichen Raum
Erläuterungen
Leichter Herbstanflug vor dem Steineberg
Alpe Mittelberg – für Wanderer und Mountainbiker noch geöffnet – Vieh ist keines mehr da.
Fahne vor eine Alpe aufgezogen: Man wird bewirtet. In Deutschland meistens Brauereifahnen, in Österreich die Nationalfahne
Alpe Mittelberg
Hier kann man noch DM los werden….
Freie Auswahl
Marienstein
Wintervorbereitungen für die Rodelbahn vom Mittag
Verbauung des großen Hangrutsches vom Immenstädter Horn 2006
Neue Brücke über den Steigbach nach dem Hangrutsch 2006. Ausgangspunkt meiner Wanderung.

 

Kurt Wirth
Ex-Gießener, Weltbürger, Bürgerreporter seit 2012, interessiert an Natur, Wandern, (Inlands-)Reisen, aber auch an Geschichte, Zeitgeschichte, Politik.