Mitgliederversammlung Hospiz-Verein Gießen e.V.

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Hospiz-Verein Gießen e.V. eröffnet Mitgliederversammlung mit einem Vortrag zu dem Thema digitaler Nachlass. 

Der Vorsitzende des Vorstands, Erwin Kuhn, begrüßte im Netanya-Saal in Gießen 45 Mitglieder zur Berichterstattung über die Hospizarbeit in 2019 und 2020 und zu den Wahlen in den Vorstand.  Eröffnet wurde die Mitgliederversammlung mit einem Vortrag der Medienreferentin Frau Inge Veil-Köberle zu dem Thema „Digitaler Nachlass“. Die Referentin unterstrich, dass es für eine geordnete Abwicklung der digitalen „Hinterlassenschaften“ wichtig ist, dass der Betroffene seinen Willen, die Accounts zu löschen oder fortzuführen, schriftlich dokumentiert, eine Person seines Vertrauens mit der Abwicklung beauftragt und diese mit einer Vollmacht, die über den Tod hinaus wirksam ist, ausstattet. Wichtig ist, dass sich die Erben im Vorfeld mit den sehr unterschiedlichen Regeln der Anbieter für die Auflösung oder Weiterführung der Accounts auseinandersetzen, um sich vor negativen Überraschungen zu schützen. Ohne Inventar der Passwörter und der Accounts ist eine geordnete und zeitsparende Abwicklung schlechterdings möglich. Aus der Hospizarbeit weiß man, dass die Thematik inzwischen altersunabhängig Relevanz hat.

Anschließend berichtete der Vorsitzende über die Tätigkeit des Vereins in den Jahren 2019 und 2020. Trotz Corona-Pandemie konnten die Schulungskurse 2019/2020 und 2020/2021 für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen abgeschlossen werden. Präsenzveranstaltungen wurden durch digitale Kurse ersetzt. Eine Notlösung, die den bekannten Coronaregeln geschuldet war. Im Oktober 2021 startet der Verein mit seinem Kurs 2021/2022, der wieder als Präsenzveranstaltung und die Theorie ergänzende praktische Tätigkeiten durchgeführt wird. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen limitiert, so dass genügend Raum und Zeit für die interne Kommunikation verbleibt. Zur Unterstützung der Arbeit der Ehrenamtlichen bietet der Verein nach erfolgreichem Abschluss der Schulung Supervisionen, weitere Schulungsabende, Fortbildungsveranstaltungen und individualisierte Qualifikationsmaßnahmen an.

Neben der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen lag das Augenmerk der Vereinsarbeit auf der Begleitung trauernder Menschen, die federführend in der Hand der hauptamtlichen Mitarbeiterin Frau Lücke-Schmidt liegt. Frau Marion Lücke-Schmidt wird bei dieser Arbeit von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen unterstützt, die sich inzwischen als Trauerbegleiter qualifiziert haben. Die Trauerbegleitung erfolgt in Kooperation mit der Luther-Gemeinde in Gießen.

Ein interner Arbeitsschwerpunkt lag in der Fortentwicklung des Konzeptes für die häusliche Begleitung. Dieses Projekt lag federführend in der Hand der hauptamtlichen Mitarbeiterin Frau Mirjam Weiß-Arzet. Über 80 % der Menschen äußern den Wunsch, zu Hause zu sterben. Auch wenn vielen dieser Wunsch aufgrund Ihres Gesundheitszustandes und der notwendigen Pflege vergönnt ist, hat die häusliche Begleitung in der Hospizarbeit einen hohen Stellenwert. An die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen stellt die Begleitung in der Häuslichkeit hohe Anforderungen an Empathie, Einfühlungsvermögen und Erfahrung im Umgang mit sterbenden Menschen. Wie die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in den Alten-und Pflegeheimen bietet der Verein  auch die Begleitungen in der Häuslichkeit ohne finanzielle Belastung der begleiteten Personen oder deren Zugehörigen an.

Der Schatzmeister des Vereins. Herr Dr. Martin Scheld, informierte die Mitglieder über die einzelnen Posten der Einnahme-Überschussrechnungen 2019 und 2020 und resümierte dabei über insgesamt geordnete und zufriedenstellende wirtschaftliche Verhältnisse, was auch durch die Kassenprüfer Karl-Heinz Heller und Brita Ratzel bestätigt wurde.

Satzungsgemäß wurde der gesamte Vorstand neu gewählt. Mit Ausnahme von Herrn Peter Weissner wurden alle Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl vorgeschlagen. Herr Weissner, der das stationäre Hospiz Haus Samaria in Gießen leitet, tritt in 2022 in den wohlverdienten Ruhestand und hat daher auf eine Wiederwahl verzichtet. Für ihn stellt sich Frau Dr. Margot Schneider-März zur Wahl in den Vorstand. Frau Dr. Schneider-März ist als ehrenamtliche Mitarbeiterin für den Hospiz-Verein tätig und komplettiert den siebenköpfigen Vorstand, der die einstimmige Zustimmung der Mitglieder fand.

Mit der Wahl von Herrn Karl-Heinz Heller und Frau Jasmin Sayid zu Kassenprüfer und der Verabschiedung von Herrn Weissner aus dem Vorstand schloss der Vorsitzende die Mitgliederversammlung.

Text: Erwin Kuhn (Vorsitzender)