Diskussionsveranstaltung der SPD Biebertal zum Thema “Klimaneutral – aber sozial!”

119

In der vergangenen Woche veranstaltete die SPD Biebertal im Rahmen ihrer Biebertaler Gespräche eine Diskussion zur sozialen Gestaltung des Klimaschutzes. Referenten waren Dr. Peter Lewe-Schlosser von den ScientistsForFuture-Gießen und SPD-Bundestagskandidatin Dagmar Schmidt, die mit ihren Ausführungen für Aufklärung sorgten.

 

In seiner Einleitung stellte Moderator Thomas Prochazka fest, dass der durch den Menschen verursachte Klimawandel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten umfangreiche Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung erforderlich macht, um die Lebensverhältnisse auf der Erde für den Menschen überhaupt überlebensfähig zu erhalten. Die Notwendigkeit Klimaneutralität zu erreichen, ist Stand der Wissenschaft. Damit ist auch sicher, dass Klimaschutz und Klimaanpassung in den nächsten Jahren einen substantiellen Anteil an unserem Bruttoinlandsprodukt verlangen werden. Dabei gilt aber auch: je entschlossener dies jetzt betrieben wird, umso mehr Geld kann man in der Zukunft bei der Behebung der durch den Klimawandel verursachten Schäden einsparen. Und je zügiger man den Umstieg angeht, desto schneller werden viele weitere zukunftsfähige Arbeitsplätze in Deutschland entstehen.

 

Die Kosten der nächsten Jahre sollten nach Meinung der SPD aber vor allem von denjenigen getragen werden, die finanziell gut dastehen. Und nicht von den Bürgerinnen und Bürgern, die über  durchschnittliche oder gar unterdurchschnittliche Einkünfte und nur geringe oder gar keine Vermögen verfügen. Schließlich sind die Einkünfte aus Erwerbsarbeit und die Vermögen in der Bundesrepublik in den letzten Jahrzehnten immer weiter auseinandergedriftet. Vor diesem Hintergrund muss es Aufgabe der Politik sein, durch geeignete Maßnahmen zu erreichen, dass Durchschnittsverdiener und finanziell schwache Menschen nicht zusätzlich belastet werden.

 

Dr. Lewe Schlosser verdeutlichte den Besuchern in einem Power-Point-Vortrag eindrucksvoll die Dringlichkeit des Klimaschutzes. Abschließend stellte er den Titel der Veranstaltung “Klimaneutral – aber ..” in Frage. Dagmar Schmidt entgegnete daraufhin, dass es in einer Demokratie immer Alternativen gebe. Sie befürwortet einen konsequenten Klimaschutz. Um dieses Ziel in unserer Gesellschaft durchsetzen zu können, muss man aber Mehrheiten unter den Wählerinnen und Wählern und nachfolgend in den Parlamenten gewinnen. Und dies ist besser möglich und für die SPD nur verantwortbar, wenn es für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger finanziell tragbar ist. Auf dem Weg dahin wird die Arbeitswelt von einem erheblichen Strukturwandel begleitet sein. Die Beschäftigten müssen deshalb durch eine entsprechende Qualifizierung in die Lage versetzt werden, weiterhin gute Arbeit bei guten Löhnen leisten zu können. Am besten kann man das erreichen, wenn der Wandel durch qualifizierte Mitbestimmung in den Betreiben begleitet wird.

 

Nach einer interessanten Diskussion mit den Besucherinnen und Besuchern, verwies abschließend Dr. Lewe-Schlosser auf die Aktivitäten von FridaysForFuture. Man war sich einig, dass das Engagement der Jugendlichen mit helfen kann, die enorme Herausforderung, die die soziale Gestaltung des Klimaschutzes für Politik und Gesellschaft bedeutet, bewältigen zu können.