Der Arbeitsmarkt im Monat August: Moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit

Blick auf Dokumente und Kalkulationen auf einem Schreibtisch mit drei Personen im Hintergrund.

Im abgelaufenen Monat August waren im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen 17782 Menschen erwerbslos gemeldet. Das waren 204 Personen mehr im Vergleich zum Vormonat, jedoch 2455 oder 12,1 Prozent weniger als noch im August des Vorjahres.
Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,7 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 5,4 Prozent.

„Die beständige wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst den Arbeitsmarkt unmittelbar. Obwohl in unserem Bezirk die seit März rückläufige Arbeitslosigkeit nun im vergangenen Monat wieder leicht angestiegen ist, partizipiert die Region von der positiven Grundstimmung“, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die neuesten Arbeitsmarktzahlen. „Das zeigt sich zum einen an dem kontinuierlichen Rückgang der Anträge auf Kurzarbeitergeld und zum anderen an den offenen Arbeitsstellen. Der Bestand an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen stieg den sechsten Monat in Folge. Das zeigt den Bedarf der Betriebe an Arbeitskräften.“

Kurzarbeit
Im August haben 1516 kurzarbeitende Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld (KuG) gestellt und auch bewilligt bekommen. Das waren 775 betroffene Betriebe weniger als im Vormonat Juli.

Unterbeschäftigung
In der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist die Anzahl der Menschen erneut gesunken. Im August waren 23993 Menschen registriert, 93 weniger als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 2362 Personen mehr verzeichnet.

Gemeldete Stellen
Arbeitgeber meldeten im August der Arbeitsagentur Gießen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau insgesamt 1702 neue Stellen. Das waren 45 Arbeitsstellen mehr als im Vormonat Juli und 758 oder 80,3 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.
Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen stieg den sechsten Monat in Folge. 6627 offene Stellen waren im August gemeldet. Das waren 471 Arbeitsstellen mehr als im Vormonat Juli und 1765 oder 36,3 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Männer und Frauen
Nach Geschlechtern betrachtet ist die Zahl der erwerbslos gemeldeten Männer im aktuellen Berichtsmonat zurückgegangen, die der Frauen ist erneut gestiegen.
9924 Männer waren im August im Gießener Agenturbezirk arbeitslos gemeldet, 83 weniger im Vergleich zu Juli. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 4,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 1728 Männer mehr gemeldet. Die Quote lag damals bei 5,9 Prozent.
Im abgelaufenen Monat waren im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen 7858 Frauen als erwerbslos registriert. Das waren 287 mehr im Vergleich zu Juli. Die Arbeitslosenquote der Frauen stieg um 0,2 und lag danach bei 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 727 Frauen mehr arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 4,9 Prozent.

Besondere Personengruppen
1724 junge Menschen unter 25 Jahren waren bei der Gießener Agentur im abgelaufenen Monat registriert. Das waren 74 Jugendliche mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf nun 4,3 Prozent. Im August des Vorjahres waren 521 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, mehr gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent.
Im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur waren Monat August 5709 Ältere gemeldet, 23 Personen mehr als noch im Vormonat Juli. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,3 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 312 ältere Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,6 Prozent.

Regionale Unterschiede
Zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehören der Landkreis Gießen, der Vogelsbergkreis und der Wetteraukreis. In allen drei Landkreisen ist die Arbeitslosigkeit gleichermaßen gestiegen.
Im Kreis Gießen waren im August insgesamt 8303 Menschen erwerbslos gemeldet, 65 Arbeitslose mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,6 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 6,4 Prozent. Damals waren 1109 Menschen mehr registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat um 64 Personen auf jetzt 7335 gestiegen. Die Quote verharrte bei 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1069 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 5,0 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im August um 75 Personen auf 2144 gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkt auf 3,7 Prozent. Im August 2020 waren 277 Erwerbslose mehr gemeldet. Damals wurde eine Quote von 4,2 Prozent verzeichnet.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur) ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Auch bei den Jobcentern Gießen und Wetterau (nach dem Sozialgesetzbuch II) ist die Zahl der Gemeldeten gestiegen.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im August 6737 Personen gemeldet, 44 mehr als im Vormonat Juli. Im Vorjahresmonat waren 2253 Personen mehr registriert.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 160 Personen auf nun 11045. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 202 Personen mehr geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im August 5806 Arbeitslose, 23 Personen mehr gegenüber Juli.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4031 Arbeitslose gemeldet, 74 Personen mehr als im Vormonat Juli.
Bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) im Vogelsbergkreis wurden insgesamt 1208 Arbeitslose im August geführt, 63 Personen mehr als einen Monat zuvor.

Ausbildungsmarkt
Das aktuelle Berichtsjahr für den Ausbildungsmarkt 2020/2021 hat im Oktober 2020 begonnen und endet am 30. September 2021.
Seit Beginn des Berichtsjahres waren im Agenturbezirk Gießen 4380 ausbildungsplatzsuchende Jugendliche registriert. Das waren 374 Bewerber weniger im Vergleich zum Vorjahr. Zum Statistikstichtag für den Monat August waren 952 Bewerber unversorgt.
Den Bewerbern für eine Ausbildung standen seit Beginn des Berichtsjahres 3459 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber. Im Vorjahr waren 486 Lehrstellen mehr gemeldet. Zum Statistikstichtag für den Monat August waren 959 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Hintergrund zum Ausbildungsmarkt:
Bei den genannten Zahlen handelt es sich um eine Geschäftsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Es werden nur Ausbildungsstellen und Bewerber erfasst, die bei der Arbeitsagentur, den Jobcentern sowie den Kreisjobcentern gemeldet werden. Das Berichtsjahr beginnt am 1.10. eines Jahres und endet am 30.09.
Der abschließende Ausbildungsmarktbericht wird Ende Oktober veröffentlicht.