Sparkasse Gießen übernimmt Tafelpatenschaft

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Sparkasse Gießen ist Tafelpate
Anna Conrad (l.) und Ilona Roth im Gespräch über die Zusammenarbeit

Die Sparkasse Gießen hat eine Patenschaft für die Tafel Gießen übernommen. „Die Tafeln in Deutschland haben eine klare Mission: die Rettung von Lebensmitteln vor dem Müll und die Weitergabe an die Menschen, die sie dringend benötigen. Besonders beeindruckt mich, dass dies von so vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern geleistet wird. Eine Gesellschaft, die zusammenhält und an der wir alle teilhaben können, dafür stehen die Sparkassen. Deshalb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, der Tafel Gießen als Pate zur Seite zu stehen“, erläutert Ilona Roth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Gießen, das Engagement des Geldinstituts.

Die Kundinnen und Kunden der Sparkasse Gießen können die Tafelpatenschaft aktiv unterstützen. Für jedes Konto, das im August auf das elektronische Postfach umgestellt wird, spendet die Sparkasse einen Euro an die Tafel Gießen. Im elektronischen Postfach hat man alle wichtigen Unterlagen und Konto­auszüge kostenfrei im Online-Zugriff. Außerdem spart man sich den Weg zum Konto­auszugs­drucker oder das Porto für den Versand der Auszüge und schont dabei noch unsere Umwelt.

Außerdem hat die Sparkasse Gießen ihre Mitarbeiter dazu aufgerufen, Geld- und Sachspenden für die Tafel zu sammeln. Eine ähnliche Aktion konnte bereits im vergangenen Jahr erfolgreich initiiert werden. „Wir sind stolz, dass wir auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen können und eine so hohe Spendenbereitschaft erfahren“, berichtet Roth.

Tafel-Organisationsleiterin Anna Conrad dankt Ilona Roth für die großartige Unterstützung. „Wir sind glücklich und stolz, die Sparkasse Gießen als Pate an unserer Seite zu haben. Das gibt uns in dieser besonderen Zeit viel Rückhalt für unsere Aufgabe, Lebensmittel zu retten und Menschen zu helfen. Und es gibt uns ein ganzes Stück mehr Gewissheit, die Fixkosten für den Betrieb der Tafel Gießen decken zu können“, so Conrad.

Weitere Informationen über die Arbeit der Tafel Gießen, die Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren und das Patenschaftsprogramm gibt es im Internet unter www.tafel-giessen.de.

1 Kommentar

  1. Es sei mir einmal ein etwas längerer Kommentar erlaubt, da der Sachverhalt etwas diffizil ist.

    Bei der Sparkasse Giessen handelt es sich nicht um irgendeine kapitalistische Bank, sondern um die Bank der Stadt (und des Kreises). Wer ist also der Eigentümer? Antwort: die Bewohner der Stadt bzw. des Landkreises.

    Die Eigentümer (etwas abstrakt, aber es ist so) wieder rum werden durch in den Parlamenten Gewählte in den Aufsichtsgremien vertreten. Mit anderen Worten: Wir als Bevölkerung können (zumindest theoretisch) über die Schiene Wahl der zwei Parlamenten bestimmen, welche Politik diese Bank betreibt.

    Für mich ist klar: Das muss eine konsequent antikapitalistische Politik sein.

    Natürlich ist mir bekannt, dass zur zeit der herrschende durch und durch kapitalistische Block (vertreten durch deren Blockparteien ……..) in diesen zwei Parlamenten eine übergroße Mehrheit hat. Aber es gibt in beiden Parlamenten auch antikapitalistische Fraktionen; sprich konkret der Zusammenschluss dreier politisch weit links stehender Kräfte; die “Giessener Linke”.

    Eine lokale Besonderheit ist, dass seit ein paar Monaten in der Stadt diese Fraktion in der sogenannten Regierungskoalition sitzt. Konkret: Es kann nicht nur über Anträge in Parlamenten eine antikapitalistische Politik gemacht werden, sondern durch genaue Anweisungen an die städtischen Vertreter in dem Bankaufsichtsgremium.

    Bisher konnte ich in der Lokalpresse noch nicht einen Bericht über eine solche antikapitalistische Massnahme / Anweisungen finden. (Kommt vielleicht aber noch!)

    Ist die Unterstützung der örtlichen Tafel in diese Katagorie einzuordnen.

    Meiner Meinung nach nicht. Denn die Tafelbewegung ist nach über 16 Jahren Hartz-IV-Gesetzen klar als Massnahme gegen die arm Gemachten zu werten. Natürlich ist es für die Betreffenden schön, dass sie eine Unterstützung im Bereich der Ernährung erfahren, aber von linker Politik erwarte ich mehr: Keine Wohltätigkeit überwiegend zum Nutzen der Reichen*, sondern konsequenter Kampf gegen die kapitalistische Verteilungsstruktur.

    * Warum haben die diversen Kapitalisten der Lebensmittelbranche Vorteile durch die Existenz der Tafeln?

    1. Sie sparen Entsorgungskosten (für knapp vor dem Verderb stehende Lebensmittel).
    2. Sie können sich als (ressourcenschonende) Lebensmittel – Retter feiern lassen.
    3. Sie können sich ein menschenfreundliches Image geben.

    ((Insgesamt gesehen werden so unerwünschte Fernsehbilder von Lebensmittelläden plündernde Arme verhindert.))

    Kommentar zu lang?

    Ich versuche es einmal kürzer:

    Weg mit den Hartz-IV-Gesetzen! Dann brauchen wir keine Tafeln mehr.