Felix Döring (SPD): „Die Unterstützung heimischer Betriebe ist mir wichtig.“

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Hartmut Roeschen, Kevin Pommerenke, Felix Döring

„Regenbogenforelle, Goldforelle, Saibling, Spiegel-, Wild- und Graskarpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Moderlieschen, Bitterling, Gründling, Bachschmerle, Hecht, Zander, Wels.“ „Sind das etwa alle?“, fragt staunend Felix Döring, Bundestagskandidat aus Pohlheim. „Ich glaube schon“, meint Kevin Pommerenke, 28-jähriger Fischwirtschaftsmeister und Pächter der Fischzucht Wetterfeld. „Die vermarkten wir.“ Der SPD-Kandidat fragt weiter: „Wieviel Fisch erzeugen Sie im Jahr?“ Es seien um die 30 Tonnen, die in Wetterfeld und an zwei weiteren Standorten im Vogelsberg zusammenkämen.

Kevin Pommerenke ist es wichtig, seine Fischzucht so naturnah wie möglich zu betreiben: Das Futter wird regional bezogen, dem Wasser wird Zeit gegeben, sich für die Klärung im großen Teich abzusetzen, bevor es wieder der Lauter zugeführt wird („Sauberer als vorher“) und wenn die Eisvögel Nahrung aus dem großen Naturteich für ihren Nachwuchs erbeuten, hat er auch nichts dagegen. Allerdings soll das grobmaschige Netz über manchen Teichen die Graureiher und Kormorane abhalten – was nicht immer gelingt. Dann entsteht beträchtlicher Schaden.

Fütterung

„13 Teiche – glaubt man gar nicht, dass es so viele sind“, meint der Laubacher SPD-Vorsitzende Hartmut Roeschen, worauf ihm der sympathische Fischwirtschaftsmeister mit fränkischem Zungenschlag entgegnet, dass es in einigen Teichen auch um die natürliche Reproduktion der hessischen Bachforelle geht. Durch Import aus Dänemark und anderen Gebieten außerhalb Hessens sei die genetische Vielfalt in unseren Bächen empfindlich gestört worden. Kevin Pommerenke möchte mit seiner Arbeit die heimischen Wildbestände unterstützen. Ein anderes Projekt ist die Aufzucht von Nasen, die früher häufig in der Lahn vorkamen und die ausgewildert werden.

„Haben Sie Erwartungen an die Politik?“, fragt Felix Döring. Ergänzend: „Mir geht es um die Unterstützung für heimische Betriebe.“  Darauf der Fischwirtschaftsmeister stirnrunzelnd: „Die Auswahl der Lauter für das hessische „100-Wilde-Bäche“-Programm“. Natürlich sei es richtig, den Bach wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. „Ich hoffe, dass dann im Sommer noch ausreichend Wasser für meine Teiche zur Verfügung steht.“  Andererseits befände man sich hier in einem Gebiet mit großen Grundwasservorkommen. „Wenn nur nicht so viel ins Rhein-Main-Gebiet abgeleitet würde“, seufzt dazu der Laubacher Sozialdemokrat. Teichwirtschaft im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie. Wie auch immer: Die regionale Lebensmittelerzeugung muss ein fester Bestandteil in der Debatte um den Klimaschutz werden. Auch darum möchte Felix Döring in den Deutschen Bundestag.

Hofladen

Zum Abschluss bedankt sich der Wahlreisbewerber für die lehrreiche Führung („Vieles war ganz neu für mich“) und fragt, warum im Hof Goldfische in Großbehältern zu sehen sind. Die Antwort: Wir verkaufen nicht nur Fische zum Verspeisen, sondern auch für den Gartenteich: Goldfisch und Koi. Näheres unter www.fischzucht-wetterfeld.com