Junikäfer zu Besuch

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Am Abend habe ich das Fenster zum Lüften aufgemacht, als mir etwas gegen den Kopf rumste. Was zum Kuckuck war das? Auf dem Küchenboden lag ein dicker, brauner Käfer auf dem Rücken und strampelte mit seinen Füßen. Ich reichte ihm einen Finger, damit er wieder aufkommt. Er nutzte das auch und flog auf um direkt gegen den Küchenschrank zu fliegen. Wieder lag der Brummer auf dem Rücken am Küchenboden. Ok, noch einmal aufheben und versuchen den Käfer aus der Wohnung zu bekommen. Was soll ich schreiben, die Flugbahn des Käfers erinnert an einen stark alkoholisierten Bruchpiloten. Junikäfer sehen aus wie kleine Maikäfer, nur die dunklen Zacken an der Seite und die schönen großen Fühler hat der Junikäfer nicht. Zwischen Juni und Juli sind die Käfer auf Brautschau. Dabei fliegen sie gerne hohe Gegenstände wie Hausfassaden oder Bäume an. Geflogen wird meist in der Dämmerung, um möglichst wenigen Vögeln zu begegnen. Das schützt die Tiere aber nicht vor den Fledermäusen. Für die Fledermäuse sind die Käfer eine Delikatesse. Tagsüber versteckt sich der Junikäfer meist in Hecken, Sträuchern und Gebüschen. Ende Juli gibt es dann kaum noch Junikäfer, denn die Männchen sterben direkt nach der Befruchtung der Weibchen. Nach der Eiablage ist die Zeit auch für die weiblichen Tiere soweit. Die Junikäferlarven verbringen viele Jahre als Engerling in der Erde. Sie fressen besonders gerne die Wurzeln verschiedener Gräser. Als Käfer stehen die Blätter der Laubbäume auf dem Speisezettel. Nach vielen Versuchen den Käfer aus der Wohnung fliegen zu lassen habe ich das aufgegeben. Ich gab ihm den Namen Karlchen, nach dem Lied ,, Karl der Käfer,, und trug ihn ins Freie. Lebe wohl Karlchen!

https://www.youtube.com/watch?v=SLErVV1TxUI

Nicole Freeman
Berufstätiger Familienmensch,humorvolle Romantikerin. Seit neustem Autorin. Meine Themen - Naturschutz und Geschichte sowie Wandern. https://publish.bookmundo.de/books/212940/