Gelesen im Juni 2021 – Teil 2

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Die Zeit der Birken“ von Christine Kabus. – 2 Schauplätze. Estland und Schleswig-Holstein, 2 Zeitzonen. 1938 verliebt sich Charlotte von Lilienfeld auf dem Gutshof ihres Onkels in den jungen Stallmeister Lennart. Doch diese Liebe wird von den Eltern nicht gebilligt. Eine Deutsche und ein Este – unmöglich. 1977 verliebt sich Gesine von Pletten in den russischen Pferdetrainer Grigori. Doch eines Tages ist der junge Mann spurlos verschwunden. Erst nach vielen Jahren, 1991, findet Gesine Hinweise auf seinen Verbleibt und entdeckt dabei lange gehütete Familiengeheimnisse. Ein sehr berührender Roman und eine interessante Lehrstunde zur estländischen Geschichte.

Kranichland“ von Anja Baumheier. – Theresa Matusiak, Altenpflegerin in Berlin, erbt überraschend ein Haus in Rostock. Von ihrer Schwester Marlene, die doch angeblich schon vor Jahren gestorben sein soll. Miterbe ist ein Tom Halász, von dem sie noch nie gehört hat. Da ihre Mutter an Demenz leidet, beginnt sie gemeinsam mit Schwester Charlotte zu recherchieren und stößt auf ein Netz aus Lebenslügen. Ein bewegendes Familienschicksal und fast 80 Jahre deutsch/deutsche Zeitgeschichte: von Krieg und Bombennächten, über Vertreibung, Gründung der DDR, Unterdrückung, Schikane, schließlich die Wende und bis heute.

Die Fotografin – Das Ende der Stille“ von Petra Durst-Benning. – Im 5. und letzten Teil der Reihe, im Jahr 1919, reist Mimi Reventlow in die USA. Ein Auftrag aus Hollywood. Sie soll Stummfilmstar Chrystal Kahla fotografieren. Dahinter verbirgt sich Christel Merkle, das Mädchen das im Jahr 1911 spurlos aus Laichingen verschwunden war. Ein angenehm flüssiger, gut zu lesender Schreibstil wie immer. Die Reihe endet im Jahr 1930 mit einem großen, versöhnlichen Treffen der Freunde. Eigentlich bin ich kein Freund dieser mehrbändigen „Sagas“, aber bei Petra Durst-Benning mache ich gerne eine Ausnahme.

Ein letzter Sommer in Méjean“ von Cay Rademacher. – Vor 30 Jahren machten 6 Schulfreunde nach bestandenem Abitur Urlaub in Südfrankreich. Am Ende war ein Junge tot. Ermordet. Der Täter wurde nie gefunden. Jetzt haben die 5 Überlebenden eine „Einladung“ bekommen, dorthin zurück zu kehren, um endlich den Täter zu entlarven. Die französische Polizei bekam ebenfalls einen anonymen Hinweis. Der gesundheitlich angeschlagene Kommissar Renard macht sich auf den Weg und findet schon bald heraus, dass wohl jeder der Freunde sowie etliche Einwohner von Méjean ein Motiv gehabt hätten. In guter Agatha-Christie-Manier, aber ohne weitere Leiche, wird zum Schluss das Rätsel gelöst. Sehr gut erzählt mit vielen Rückblicken, packend von Beginn an.