Rundgang auf der PASSAT

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Da nunmehr doch eine vorsichtige Öffnung der Ausflugs- und Urlaubsziele eingeleitet ist, soll hier (wieder einmal) mit Scans von älteren Dias das Museumsschiff PASSAT in Szene gesetzt werden. Sie liegt in Travemünde, dem direkt an der Ostsee liegenden Orts- und Hafenteil der Hansestadt Lübeck.

Gebaut wurde sie 1911 als stählerne Viermastbark (im Volksmund “Hamborger Veermaster” genannt) bei Blohm und Voss in Hamburg für die Reederei Laeisz und gehörte zu einer Reihe gleichartiger und  ähnlicher Schiffe, genannt “Flying P-Liner” (Preußen, Pamir, Padua, Peking u.a.). Obzwar die Dampfschifffahrt seinerzeit schon fast die Meere beherrschte, hatten diese Großsegler in der Frachtschifffahrt mit bestimmten Gütern immer noch ökonomische Vorteile. Sie wurden vor allem eingesetzt im Salpeter-Transport von Chile nach Europa (für Düngemittel, aber auch Explosivstoffe für Munition). Als diese synthetisch billiger produziert wurden, transportierte die PASSAT z.B. Weizen von Australien nach Europa.

Nachdem 1957 das Schwesterschiff PAMIR im Atlantik sank und 80 der 86 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen, wurde auch die PASSAT außer Dienst gestellt. Das Schwesterschiff PADUA ist heute noch als Schulschiff KRUZENSHTERN der russischen Handelmarine im Einsatz und immer wieder bei deutschen Hafenveranstaltungen wie Hansesail und Kieler Woche zu bestaunen.

Die PASSAT wurde seit diesen Aufnahmen grundüberholt. Insofern sei für Details keine Haftung übernommen. An ihrer Farbgebung – die charakteristisch für die Flying-P-Liner war, dürfte sich aber nichts geändert haben. An Deck wimmelt es natürlich von Gegenständen und Zubehör, für die die Seeleute ihre spezifischen Bezeichnungen haben – da will ich erst gar nicht anfangen.

 

Kurt Wirth
Ex-Gießener, Weltbürger, Bürgerreporter seit 2012, interessiert an Natur, Wandern, (Inlands-)Reisen, aber auch an Geschichte, Zeitgeschichte, Politik.