+++ ZECKENZEIT und HUNDE +++

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ALLGEMEINES

Von Frühjahr bis Herbst haben die Zecken Hochsaison.  Dank des Klimawandels, dem damit verbundenen Temperaturanstieg und verändertem Lebensraum z. B. der Zugvögel steigt die Zahl der Zecken kontinuierlich. Hinzu kommt der Urlaub mit Hund und die Importhunde. So erfolgt das Auftreten bestimmter Zeckenarten vermehrt auch in den Wintermonaten und sogar bei Frost. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, Asien und Afrika stammende Zeckenarten wie die Braune Hundezecke und die Hyalomma-Zecke haben hier leichtes Spiel. Regionale Unterschiede und bestimmte Vorlieben der verschiedenen Zeckenarten spielen eine große Rolle. Sie werden resistenter gegen Umweltreize wie Trockenheit, sobald sie einen Krankheitserreger in sich tragen (Holzbock ca. 10-30 %). Somit haben wir ein ganzjähriges Problem.

Zecken können Erreger ernst zu nehmender Erkrankungen auf Hunde übertragen. Das beliebte Gassigehen im Grünen kann schwerwiegende Folgen haben. Der eigene Garten ist hier nicht ausgenommen.

Von den weltweit ca. 900 Zeckenarten sind bei uns der heimische Holzbock und die Auwaldzecke am bekanntesten. Traurige Berühmtheit unter Hundehaltern erlangte in den letzten Jahren die Auwaldzecke als Überträger des Erregers der „Hundemalaria“.  Exotische Zecken wie die Braune Hundezecke kann Induktor der Ehrlichiose der Hunde… sein. Die seltenere Hyalomma-Zecke nimmt gleichermaßen an Bedeutung zu.

ZECKEN ERKENNEN

  • Gründliches Absuchen des Hundes nach einem Aufenthalt im Freien, auch im eigenen.
  • Auch an die eigene Wohnung denken. Die Braune Hundezecke kann dort überleben.
  • Die meisten Zecken werden am Kopf und Achseln an gefäßreichen, dünnhäutigen Stellen gefunden. Beine, Rücken und Rute folgen in absteigender Häufigkeit.

WAS SOLLTEN SIE TUN

  • Zecken so schnell wie möglich entfernen (z.B. Zeckenzange). Erreger haben unterschiedliche Übertragungszeiten.
  • Mit leichtem Zug nach oben herausziehen, nicht drehen.
  • Zecken beim Herausziehen nicht quetschen – es können Erreger in den Stichkanal gedrückt werden.
  • Kein Öl, Nagellackentferner, Kleber etc. verwenden. Im Todeskampf können Zecken Speichel mit den Erregern vermehrt abgeben.
  • Einstichstelle desinfizieren.

VORBEUGUNG

  • Zeckenhotspots meiden. Entsprechende Übersichtskarten z. B. vor dem Urlaub mit Hund einsehen.
  • Die Zecken lassen sich im Hundefell oft nur schwer erkennen, viele der Blutsauger bleiben so unentdeckt.
  • Die konsequente Zeckenbehandlung mit s.g. Kontakt-Antiparasitika (Spot-on-Präparate oder Halsbänder) ist unerlässlich. Diese Mittel töten die Zecken ab und verringern so das Risiko der Erregerübertragung.
  • Vorsicht bei einigen Präparaten, die schädlich für andere Haustiere (Katzen, Kaninchen, Fische) sein können.
  • Borreliose-Impfung als weitere Maßnahme vor allem in Zeckenhotspots.
  • Ganzjährigen Schutz abwägen.
  • Und zuletzt den eigenen Zeckenschutz nicht vergessen. Die Blutsauger können von Hund auf Menschen und wieder zurückwandern.
  • In Frage zu stellen ist die Wirksamkeit alternativer Heilmittel wie Kokosöl, Bernsteinketten, Keramikanhänger mit Mikroorganismen in Ton und homöopathische Mittel.
  • Tierärztliche Beratung einholen.