Wanderung durch die Lahnaue

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Zeit für eine kleine Wanderung? Ich nehme euch mit auf eine kleine Tour durch die Lahnaue zwischen Heuchelheim, Atzbach und Dutenhofen. Wir starten an den Streuobstwiesen an der Bieberbach bei Heuchelheim. Schon an der Bieberbach gibt es einiges zu beobachten. Die

Fische sind von der Brücke aus gut zu sehen. Sie werden von den Graureihern und dem Eisvogel gejagt. Mit etwas Glück kommt der kleine Sumpfbieber vorbei. Wir lassen die Bieberbach links liegen und folgen dem Damm in die Streuobstwiesen. Die Obstbäume stehen in voller Blüte. Hier sind viele Insekten unterwegs. Die Streuobstwiese ist ein wichtiger Lebensraum und an Artenvielfalt kaum zu übertreffen. Die vielen Käfer, Fliegen, Falter und Bienen sind Futter für die zahlreichen Vögel, die in den Bäumen ihre Jungen aufziehen. Wir wandern auf dem Damm in Richtung Atzbach. In den Wiesen weiden Ponys und Wildgänse. Doch nicht nur die Gänse mögen die hohen Gräser der weiten Auenwiesen. Meinen Hund habe ich natürlich an der Leine, denn er erschnüffelt das Wild viel eher als ich es sehen kann. Gerade in dieser Jahreszeit liegen Rehkitze und Feldhasen im hohen Gras versteckt. Wir kommen an einen kleinen lichten Hain. Hier kann man auf einer Bank die erste Rast machen und die Tiere beobachten. Wir wandern aber weiter, rechts am Damm vorbei , dem Feldweg folgend Richtung Atzbach. Die behutsam bewirtschafteten Wiesen bieten ein buntes

Blütenmeer. Auffallend sind die Bauminseln in den Wiesenflächen. Das sind wichtige Rückzugsorte für Hase und Rebhuhn. Mit etwas Glück kann man sie oder ihren Feind den Fuchs dort beobachten. Die Rufe der Wildgänse werden vom Kuckuck unterbrochen. Auf der linken Seite kommen wir an einen See. Dort ist die nächste Bank zum Rasten. Der See ist umzäunt, um die Menschen vom Seeufer fernzuhalten. Dieser See gehört den Wildtieren. Von der Bank aus hat man einen wunderschönen Blick über den See. Zahlreiche Wasservögel brüten und Rasten hier. Aber nicht nur die Vögel nutzen den See. Jetzt im Frühling kann man das Froschkonzert genießen. Natürlich schwirren auch viele Libellen über die Uferregion.

Wir wandern weiter und kommen an den Storchennestern vorbei. Richtig gelesen, es sind jetzt zwei Storchennester nahe beieinander. Ein junges Storchenpaar hat nur wenige hundert Meter vom alten Storchennest das Dach eines Hochsitzes umgestaltet. Atzbach hat nun zwei brütende Storchenpaare, die man gut beobachten kann. In der Lahnaue finden sie wohl gut

Futter. Auf der linken Seite kommt nun die Vogelbeobachtungshütte. Hier sollte man sich etwas Zeit nehmen und das Innere der Hütte ansehen, es lohnt sich. Natürlich kann man hier auch eine Pause machen und die Wasservögel beobachten. Wir wandern aber weiter Richtung Dutenhofen. Die Blüten der Hecken und Bäume duften einfach wunderbar. Kurz vor der Lahnbrücke befindet sich auf der linken Seite ein kleiner Weiher. Wenn die Sonne scheint, kann man hier Schildkröten beobachten. Diese Tiere gehören eigentlich nicht zu den einheimischen Arten, fühlen sich aber wohl und scheinen sich auch zu vermehren. Von der Lahnbrücke aus

hat man einen tollen Blick auf unseren schönen Fluss. Mit etwas Glück kann man die Kanuten begrüßen. Wir halten uns wieder links. Es wird lauter, denn vor uns ist die Autobahn. Den ersten Feldweg wieder links und weg vom Lärm, denn den merkt man, wenn man gerade aus der Ruhe der Aue kommt. Auf dieser Seite der Lahn hat der Mensch das sagen. Hier ist der Badestrand und der Campingplatz zu finden. Am Angelteich angekommen biegen wir wieder

nach links ab. Ein schmaler Pfad führt direkt an der Lahn entlang bis wir an den Dutenhofener See kommen. Hier kann man die Segelboote beobachten. Es gibt schöne Stellen zum Ausruhen und gucken. Am Ufer stehen dicke Bäume, die einem Schatten spenden.

Wir folgen dem Weg bis wir zum Bootshafen kommen. Unser Weg geht links über die kleine Brücke. Auf der anderen Seite angekommen geht es weiter gerade aus. Auf der rechten Seite ist die Wakeboardanlage und links der Angelsee. An der Wakeboardanlage kann man die nächste Pause machen. Hier gibt es Gastronomie und man kann den Sportlern zusehen, doch wir gehen weiter. Wir müssen ja wieder zurück zur Streuobstwiese. Um dort hinzukommen, müssen wir leider ein Stück an der Straße entlang. Am besten überqueren wir die Straße und folgen dem Radweg links Richtung Heuchelheim. Kurz vor der Lahn wird der Weg sehr eng. Bitte beachtet die Radfahrer, denn Unfälle gilt es zu vermeiden. Diese Lahnbrücke ist eben einfach nur funktionell für den Autoverkehr und nicht besonders schön. Doch nur wenige Meter weiter kommen die nächsten blühenden Obstbäume. Nur noch wenige Meter,

und wir sind am Ausgangspunkt angekommen. Die Wanderung dauert 3-4 Stunden, je nachdem wie viele Pausen gemacht und beobachtet wurde. Die Wege sind alle befestigt und flach. Man kann diese Wanderung also gut mit Kindern und Hunden machen, die wandern gewöhnt sind. Die Strecke ist ca 10 km lang, mit wenig Schatten, daher sollte man den Sonnenschutz nicht vergessen. Natürlich sind die Hunde an der Leine zu führen und die Wege sollten nicht verlassen werden. Ich wünsche viel Spaß beim Nachwandern. Wenn ihr mehr über die Tiere und Pflanzen der Lahnaue wissen wollt, mein Buch,,Entdecke die Lahnaue,, gibt es im Handel oder bei https://publish.bookmundo.de/shop/index.php/catalog/product/view/id/517236/s/entdecke-die-lahnaue-ein-rundgang-212940-publish-bookmundo-de/

 

 

Nicole Freeman
Berufstätiger Familienmensch,humorvolle Romantikerin. Seit neustem Autorin. Meine Themen - Naturschutz und Geschichte sowie Wandern. https://publish.bookmundo.de/books/212940/

3 KOMMENTARE

  1. Man muss nicht in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so Nah. Das hat Goethe schon erkannt. Ob er das auf seinen Wegen zwischen Giessen und Wetzlar erkannt hat ist mir nicht bekannt. Das Storchennest auf dem Hochsitz ist in direkter Nachbarschaft zum alten Storchennest. Der Jäger wird den Hochsitz vermutlich nicht mehr nutzen, denn Störche sind leicht zu verscheuchen. Ein Schuß ist ja nicht gerade leise. Danke für die gute Bewertung meines Buches.

  2. Liebe Nicole, sehr schöne Beschreibung deiner Wanderung durch die Lahnaue. Ich kenne die Wege auch alle. Bin aber immer nur in mehreren Abschnitten durch die Lahnaue gegangen oder mit dem Rad gefahren. Den dritten Storchenhorst habe ich mir noch nicht angeschaut, habe aber schon von ihm gehört. Dein Buch ist ein sehr schönes Nachschlagewerk und ich kann es nur weiter empfehlen.