Schwanenteich parkrun Plogging-Special

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Collage mit Bildern vom Müllsammeln

Haben Sie schon mal etwas von “Plogging” gehört? Der Begiff kommt aus dem Schwedischen und setzt sich aus den Wörtern “plocka” (aufheben) und “jogging” zusammen und von Schweden aus hat sich der Trend, joggen mit müllsammeln zu verbinden, mittlerweile schon auf der ganzen Welt ausgebreitet!

So gab es auch beim 32. Schwanenteich parkrun vor knapp 2 Jahren das erste Plogging-Special, wo alle Teilnehmende eingeladen wurden, vor, während oder nach dem parkrun Müll sammeln. Die Aktion war ein voller Erfolg, wurde noch im selben Jahr wiederholt und obwohl die parkruns in Deutschland aktuell pausieren müssen – Müll gibt es genug zum Aufheben. Und so entstand beim letzten der monatlichen Schwanenteich parkrun Zoom-Frühstücke die Idee, ein virtuelles Plogging-Special zu veranstalten und alle einzuladen, in der eigenen Umgebung, Nachbarschaft, auf der Standard-Laufstrecke,… wo auch immer, draußen Müll zu sammeln (und angemessen zu entsorgen).

Vor lauter Müll nicht wirklich vorangekommen

Standortleiterin Franzi berichtete von ihrem Müllsammeln folgendes: „Als ich zu meiner Plogging-Runde aufbrach, hatte ich schon eine Route im Kopf. An einer Stelle, an der ich oft vorbei radle, fällt mir mehrmals in der Woche auf, wie zugemüllt es dort ist. Es erschien mir als der perfekte Plogging-Standort: hinjoggen, müllsammeln, zurückjoggen. Besonders weit kam ich mit meinem Vorhaben allerdings nicht, denn auf dem Weg zu meinem Ziel fiel mir auf, dass selbst in den Grünstreifen meines Gießener Vorortes fast überall Müll zu finden ist. Wirklich erschreckend, was einem auffällt, wenn man die Augen mal bewusst dafür aufmacht. Letztendlich bin ich dann auch gar nicht beim angepeilten Ort angekommen. Auf dem Weg kam ich an der Lahn vorbei, direkt neben einem Naturschutzgebiet. Hier beschloss ich, dass ich erstmal nicht mehr weiterlaufen will, sondern hier sofort anfangen muss. Für eine Person war es viel zu viel Müll und ich hoffe, dass sich viele weitere Menschen unserem Aufruf anschließen und weitermachen. Besonders schlimm fand ich, dass man viel Müll gar nicht mehr erreichen konnte, weil er durch Wind und Hochwasser schon auf Bäumen, tief im Gebüsch oder am Flussufer war. Trotzdem war mein Müllsack nach kurzer Zeit mit allerlei Kaffeebechern, Masken, Plastik, Styropor, Einwegflaschen usw. gefüllt und so hatte ich auf dem Rückweg auch noch ein kleines Krafttraining.“

Gemischte Erfahrungen

Auch parkrunnerin Dagmar war von der Menge, aber auch der Art des Mülls erschrocken: „Ich hätte sicher drei Tüten zusammen bekommen, wenn ich gewollt hätte. Es kostete manchmal Überwindung, den Müll überhaupt nur anzuschauen, geschweige denn anzufassen. Die Leute von der Müllabfuhr haben meine Hochachtung.“ Gilbert, der zusammen mit Marie und Davina zu einem Müllsammel-Lauf aufbrach, konnte jedoch auch Positives berichten: „Wir haben den Plogging-Lauf zu dritt gemacht, natürlich unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Regelungen. Bewaffnet mit großen Müllsäcken sind wir motiviert losgelaufen, mit dem Ziel so viel wie möglich auf 5km zu finden. Es war erschreckend, wie schnell wir die großen Säcke voll hatten und wie viele km noch gefehlt haben. Aber es war sehr schön, dass wir zwischendurch von sehr vielen Fußgänger*innen angesprochen wurden und diese meinten, dass sie das eine ganz, ganz tolle Aktion finden. Vor allem ältere Menschen. Einer meinte auch, es wäre schön zu sehen, dass es auch junge Menschen gibt, die sich um ihre Umwelt kümmern und nicht nur den Müll überall fallen lassen.“

Nicht nur in Gießen wurde „geploggt“

Mit Naomi war auch eine parkrunnerin von einem anderen deutschen parkrun dabei. Die „plogging-Touristin“ vom Neckarufer parkrun in Esslingen meinte zum Aufruf aus Gießen: „Das ist eine super Idee. Heute habe ich einen Spaziergang gemacht, während ich Müll gesammelt habe. Ich dachte, es würde lange dauern, meinen Müllsack zu füllen … aber leider dauerte es nicht lange. Ich fand so viele Zigarettenschachteln, Schnapsflaschen, Taschentuchpackungen, einen zerbrochenen Keramik-Blumentopf und eine Gesichtsmaske (sowie viele Süßigkeiten-, Kaugummi oder Fast-Food-Verpackungen, usw.). Es hat mich ein bisschen traurig gemacht, so viel Müll zu finden … aber ich bin froh, dass ich einen kleinen Teil unserer Stadt ein bisschen hübscher gemacht habe!“

Plogging-Tipps

Janina, die hofft, dass noch vielen andere ab und zu mal das Müllsammeln in das Spaziergehen oder Laufen integrieren, meint zum Abschluss: „Meine Tipps zum Plogging: Mindestens einen 50l-Müllbeutel sowie gute Musik oder Begleitung mitnehmen und offen sein für dankbare sowie wertschätzende Worte von anderen Leuten!“

Der Schwanenteich parkrun lädt in der parkrun-Pause regelmäßig zum virtuellen Plogging-Special ein. Immer in der dritten Woche des Monats wird zum Müllsammeln aufgerufen – natürlich ist es aber auch erlaubt, zu anderen Zeiten zu ploggen und die Welt so ein kleines bisschen besser zu machen.

Weitere Informationen zum Schwanenteich parkrun: https://www.parkrun.com.de/schwanenteich/

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