Schäfer: „Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben Männer und Jüngere am stärksten profitiert“

Die Gießener Arbeitsagentur verzeichnet im April einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Insgesamt waren dort 18862 Menschen erwerbslos gemeldet, 45 weniger als im Vormonat. Die Quote verharrte bei 5,0 Prozent.
Ein Jahr zuvor waren im April 208 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug seinerzeit ebenfalls 5,0 Prozent.

„Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben Männer und Jüngere am stärksten profitiert“, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Gießener Arbeitsagentur, mit Blick auf die aktuelle Statistik. „Nur im Gießener Agenturbezirk ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Vorjahresstichtag in Hessen gestiegen. Ein guter Wert, auch wenn der Anstieg etwas geringer ausfällt als in den Vorjahren. Die Quote liegt aktuell etwas höher als vor dem Beginn der Corona Pandemie. Der Zugang an neu gemeldeten Arbeitsstellen hat sich gegenüber dem Vorjahr auffällig erhöht. Absolut betrachtet wird trotz dieses Anstiegs das Niveau von 2019 aber nicht erreicht. Unter dem Strich ist dies eine positive Momentaufnahme.“

Kurzarbeit
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen haben im April 2296 kurzarbeitende Betriebe einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld (KuG) gestellt und auch bewilligt bekommen. Das waren 1396 betroffene Betriebe weniger als im März. Darüber hinaus wurden 362 Anträge auf Auszahlung von Saison-Kurzarbeitergeld gestellt, die auch bereits bearbeitet wurden.

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im April ist gegenüber der Arbeitslosigkeit stärker gesunken. Zuletzt waren 25346 in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne registriert, 346 weniger als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 300 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen
Der Zugang an neu gemeldeten Arbeitsstellen ist im abgelaufenen Monat im Vorjahresvergleich sprunghaft gestiegen. Der Grund dafür liegt an dem niedrigen Stellenzugang im April 2020. Der Bestand an Arbeitsstellen pendelt sich auf einem zu den Vorjahren vergleichsweise niedrigen Wert ein. Nach wie vor sind Arbeitgeber bei der Meldung neuer Vakanzen deutlich zurückhaltender als vor der Pandemie.
Im April meldeten Arbeitgeber den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau insgesamt 1295 neue Stellen. Dies waren 380 Stellen mehr als im April des Vorjahres. Dies entspricht einem Anstieg von gut vierzig Prozent.
Der Stellenbestand liegt im April, auch nach einem Anstieg zum Vormonat, gut vier Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Gemeldet waren im abgelaufenen Monat 5132 Arbeitsstellen, 249 Stellen weniger als ein Jahr zuvor.

Männer und Frauen
Geschlechtsspezifisch hat sich die Arbeitslosigkeit im April unterschiedlich entwickelt. Während die Zahl der Arbeitslosen Männer zurückging, wurde bei den Frauen ein Anstieg verzeichnet.
10954 Männer waren im jetzt abgelaufenen Monat im Gießener Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. 84 männliche Erwerbslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 5,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 96 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals ebenfalls bei 5,5 Prozent.
Im Bereich der Agentur für Arbeit Gießen waren im April 7908 Frauen als arbeitslos registriert. Einen Monat zuvor waren es 39 weniger. Die Arbeitslosenquote der Frauen blieb unverändert bei 4,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 112 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit ebenfalls 4,5 Prozent.

Besondere Personengruppen
Bei einer Betrachtung der verschiedenen Personengruppen, der Älteren und der Jugendlichen unter 25 Jahren, zeigte sich zuletzt ein uneinheitliches Bild. Während die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen sank, wurde bei den Älteren ein ganz leichter Anstieg verzeichnet.
Bei der Arbeitsagentur Gießen waren im jetzt abgelaufenen Monat 1683 junge Menschen unter 25 Jahren registriert. 61 Jugendliche weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozent auf nun 4,1. Im April des Vorjahres waren 231 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, mehr gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 Prozent.
Im April waren im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur 6093 Ältere gemeldet, eine Person mehr als noch im Vormonat März. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,6 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 365 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,5 Prozent.

Regionale Unterschiede
Die zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehören Landkreise, der Landkreis Gießen, der Vogelsbergkreis und der Wetteraukreis, haben im April uneinheitlich bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit geschlossen. Während die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Gießen und Vogelsberg sank, musste ein Anstieg der Arbeitslosen im Wetteraukreis verzeichnet werden.
Im Kreis Gießen waren im April insgesamt 8770 Menschen erwerbslos gemeldet, 100 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf nun 5,9 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote ebenfalls bei 5,9 Prozent. Damals waren 164 Menschen weniger registriert.
Im Wetteraukreis hat sich die Zahl der Arbeitslosen im April um 79 Personen auf jetzt 7866 erhöht. Die Quote blieb unverändert bei 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 247 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote auch bei 4,6 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im April weiter gesunken. 2226 Personen waren arbeitslos gemeldet, 24 Personen weniger als noch im März. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und liegt nun bei 3,8 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 203 Erwerbslose mehr gemeldet. Damals wurde eine Quote von 4,2 Prozent verzeichnet.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
Im jetzt abgelaufenen Monat zeigte sich bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen ein erneut uneinheitliches Bild. Während bei der Arbeitslosenversicherung (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur) die Zahl der Gemeldeten wie im Vormonat deutlich zurückging, wurde bei den Jobcentern (nach dem Sozialgesetzbuch II) ein Anstieg registriert.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im April 7333 Personen gemeldet, 394 weniger als im Vormonat März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 369 Personen niedriger.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 349 Personen auf nun 11529. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 577 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im April 6014 Arbeitslose, 104 Personen mehr gegenüber März.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4326 Arbeitslose gemeldet, 203 Personen mehr als im Vormonat März.
Bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) im Vogelsbergkreis wurden insgesamt 1189 Arbeitslose im April geführt, 42 mehr als im März.