Diamantene Konfirmation ins Wohnzimmer verlegt

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Dass sich in 60 Jahren recht viel verändert, ist nicht neu, dass jedoch die „Diamantene-Konfirmation“ einmal in Form eines „Lesegottesdienstes“ stattfinden würde, gehörte eher zu den unvorstellbaren Varianten. Doch der in letzter Zeit oft mit der Bezeichnung „Präsenz“ angesagte Gottesdienst hätte eigentlich schon vermuten lassen müssen, dass noch weitere Durchführungsarten notwendig würden, um „mit Gott in Verbindung zu treten“.

Die jetzt in der Not oft verstärkt aufgetretene digitale Form war bereits aus der Übertragung von Radio und Fernsehen bekannt und vertraut. Doch für die digitale Technik eines „Life-Onlinegottesdienstes“ aus der Watzenborn-Steinberger Christuskirche in die privaten Wohnräume fehlt vielerorts das dafür notwendige Equipment und Knowhow.

Dass der Watzenborn-Steinberger evangelische Kirchenvorstand in der aktuellen Pandemie-Situation die Form des „Lesegottesdienst“ eingeführt hat, stellte sich am letzten Sonntag für die Diamantenen-Konfirmanden als Segen heraus.

Mit einer Gruß- und Glückwunschkarte hatten Pfarrerin Jutta Hofmann-Weiß und Vorsitzender Wolfgang Schmandt vom Kirchenvorstand gratuliert und auf die aktuelle Situation eingestimmt. In einem beigefügten 20-seitigen DIN A5 Heftchen war der komplette Gottesdienstablauf inklusiv einer kleinen Hausanleitung abgedruckt. Für die im Gottesdienst angesagten Lieder wurde lediglich ein Handy benötig. Denn mit dem Erfassen des abgedruckten QR-Code erklang die Kirchenmusik von Kantorin Cordula Scobel, welche endlich mal wieder mitgesungen werden durften, denn man sang ja zu Hause! Ein besonderes Erlebnis war auch, einmal im Leben die Predigt selbst zu lesen, die Prädikant Matthias Rohlehr fein auf das Jubiläum zugeschnitten hatte.

Wer also am letzten Sonntagmorgen in seinem trauten Heim den Tisch mit einem Kreuz dekorierte, eine Kerze anzündete und dabei zur Ruhe kam, konnte allein oder in kleiner Familie seiner Konfirmation vor 60 Jahren, an Palmsonntag mit Pfarrer Ernst Maschmann, gedenken.

Im Nachgang bedankte sich das Orgateam auch bei der Gemeindesekretärin Sabine Hickmann für die Erstellung der Printmedien und deren Zustellung.