Achtung Wildtierbabys unterwegs

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Feldhase und Rebhuhn in der Lahnaue

Das Gras und die Wildkräuter beginnen zu wachsen, es wird warm, der Frühling kommt und mit ihm die Wildtierbabys. Im April beginnt die Brut- und Setzzeit. Eine durchaus spannende Zeit für alle Naturfreunde. Jetzt kann man die Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Auch die Rehe bekommen jetzt ihre Kitze. Diese verstecken sie am Waldrand im hohen Gras. Die kleinen Kitze haben in den ersten Tagen noch keinen Eigengeruch, damit sie nicht von Fressfeinden gefunden werden. Die Ricke, so nennt der Jäger die Rehmutter, verlässt das Baby und kommt nur zum Säugen zu ihrem Kitz. So versucht sie ihr Kind zu schützen. Die Ricke ist meist in der Nähe der Kitze zu finden, damit sie trotzdem auf ihr Baby aufpassen kann. Kommt Gefahr, z.B ein frei laufender Hund wird sie gut sichtbar weglaufen und den potenziellen Angreifer so vom wehrlosen Kitz wegführen. Das Kitz liegt dann ganz flach auf dem Boden und bewegt sich nicht. Wenn wir im Frühling durch Wald und Feld spazieren, könnte es sein das wir diese abgelegten Kitze finden. Bitte fasst die kleinen nicht an! Die Mutter wird euren Geruch sofort bemerken. Sie wird ihr Baby nicht mehr versorgen. Das Gleiche gilt bei den Babys der Feldhasen. Feldhasen graben keine Baue. Sie schlafen in einer Kuhle in der Wiese oder Feld. Feldhasen sind sehr schnell und durch die Fellfarbe können sie sich gut verstecken. Sie brauchen also keine Höhle. Jedoch sind sie Wind und Wetter ausgeliefert. In feuchten Jahren sterben viele Hasenbabys durch Auskühlung, aber auch weil wir Menschen sie finden und anfassen. In den letzten Jahren war der Frühling meist warm und relativ trocken. Daher konnten die Feldhasen aber auch das scheue Rebhuhn ihren Bestand deutlich erhöhen. Rebhühner sind genau wie die Feldhasen besonders geschützte Tiere. Sie sind Bodenbrüter. Die Henne sitzt fest auf ihren Eiern, um sie zu beschützen. Daher ist sie leichte Beute für den Fuchs oder unsere frei laufenden Hunde. Sind die Jungen geschlüpft, geht es mit der Familie auf große Tour. Manchmal erschrecken Spaziergänger unbewusst die scheuen Tiere. Die Eltern fliegen auf und vergessen manchmal wo ihre Babys sind. So kommt es immer wieder zu hohen Verlusten unter den seltenen Vögeln. Wenn ihr gerne die ersten warmen Sonnentage beim Spazierengehen genießen wollt, haltet euch bitte an ein paar Regeln. Bleibt auf den Wegen, in der Brut und Setzzeit den Hund an der Leine Führen. Findet ihr ein Wildtierbaby, fasst es nicht an. Beobachtet und informiert den Jäger, denn er kann dem Tier fachgerecht Helfen. Rehkitz und Feldhasenbabys gehören in Wald und Feld, keinesfalls in den heimischen Garten.

Nicole Freeman
Berufstätiger Familienmensch,humorvolle Romantikerin. Seit neustem Autorin. Meine Themen - Naturschutz und Geschichte sowie Wandern. https://publish.bookmundo.de/books/212940/

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Nicole, sehr gut geschrieben, ich habe vor 50 Jahren den Jagdschein gemacht, so wie du es schreibst, haben wir es gelernt. Viele stellen den Jäger als Mörder an den Pranger, aber er greift nur in die Artenvielfalt ein wo es sein muss. Sicher gibt es unter Jäger auch welche, die das was sie geschworen haben, nicht halten. Ich habe den Schein nur gemacht, um Wild und Natur zu beobachten.