mit Arbeiten von Gabi Herlitz, Heidi Rautenhaus und Harald Kessler-Rautenhaus
Das Wort „künstlich” heißt im Lateinischen „artificialis”, das von zwei Wörtern stammt: „ars” (Kunst) und „facere” (tun, herstellen). Etwas Künstliches ist nichts anderes als etwas, das mit einer bestimmten Kunst, also Technik, hergestellt wurde. Die Bedeutung des Begriffes „künstlich” variiert vielfältig von positiv (kunstvoll) bis negativ (gekünstelt, unecht), je nach Bedarf.
„Natürlich“ hingegen kommt vom lateinischen Substantiv „natura”, das mit „natus” (geboren) verwandt ist. Wir verstehen „natürlich“ als etwas Gewordenes (idealerweise ohne menschliches Zutun). Zumindest in unserer Zeit hat das Wort eine positive Bedeutung.
Die Gegensätzlichkeit der Begriffe taugt für Kontroversen und Diskussionen. Hier nicht. Im Titel der Ausstellung sind sie ja gar nicht gegenübergestellt (sonst wäre ein Bindestrich dazwischen). Die Gegensätze werden in der Ausstellung vielmehr spielerisch gebrochen oder friedlich vereint.
Die Gruppe betrachtet jedoch die menschliche Kunst selbst als etwas im Lauf der Evolution Gewordenes, also natürlichen Ursprungs. Was dabei herauskommt ist natürlich künstlich.
Harald Kessler-Rautenhaus
zeigt fotografische Arbeiten zu drei Themenbereichen: Landschaft, Portrait und gestellte Szenen mit Modellfiguren (letztere wurden schon einmal kurz im KuKuK auf einer Workshop-Werkschau gezeigt, jetzt besteht noch einmal die Möglichkeit sie zu sehen). Die fotografierten Objekte selbst sind also teils natürlich, teils künstlich.
Heidi Rautenhaus
arbeitet schwerpunktmäßig im skulpturalen Bereich. Sie verfremdet oder abstrahiert Gegenstände aus der Natur oder formt Figuren, die an natürliche Vorbilder erinnern. Ihre Materialien sind hauptsächlich Ton, Holz, Wolle und Farben in zuweilen auch unterschiedlichen Kombinationen.
Gabriele Herlitz
zeigt u.A. Arbeiten aus ihrer Serie „Mein wilder Garten“ – natürlich künstlich – vier kleinformatige und mehrere grösserformatige Arbeiten. In Anlehnung aus der Traumatherapie kann der „Innere Garten“ sowohl Erlebnis- als auch Zufluchtsort sein. Der Garten steht für viele Menschen als Ruhe- und Rückzugsraum, allerdings nur durch ständige Instandhaltung, hier durchaus metaphysisch gemeint, zu erhalten. In Anlehnung daran entstanden die Abstraktionen.





