Durch den russischen Drohnenangriff wurde Ende August das gesamte Lager des Partnerwerks von GAiN Deutschland nahe Kyiv zerstört. Die Mitarbeitenden blieben unversehrt, aber ihnen wurden alle Ressourcen genommen, um der Not der Menschen in ihrem Land zu begegnen. Das Gießener Hilfswerk GAiN führt die seit Kriegsbeginn intensivierte Hilfe fort. Am Freitag, den 16.10.2026, wird ein Konvoi aus fünf Lkws Gießen verlassen. Drei weitere Lkws aus dem internationalen und nationalen GAiN-Netzwerk kommen an unterschiedlichen Orten dazu.
Die Logistik von GAiN ist gerade dabei, die Ladungen der Lkws für den Konvoi vorzubereiten. Der Schwerpunkt dieser Hilfslieferungen liegt dieses Mal auf Lebensmitteln. Unter anderem sind Haferflocken, Reis, Milch und Salz sowie Lebensmittelpakete, die GAiN aus ganz Deutschland erreicht hat, und Matratzen Bestandteile der Ladungen. Die Hilfsgüter müssen leicht handhabbar sein, da kein eigenes Lager mehr vorhanden ist und sie von den Fahrzeugen herunter verteilt oder an provisorische Lagerplätze gebracht werden müssen. Dafür bieten sich besonders die Lebensmittelpakete an. Mit der Füllung eines Paketes kann eine Familie eine Woche überleben. GAiN ist sehr dankbar über jedes sogenannte PAX-Paket, das im Hilfsgüterlager in Gießen angekommen ist und nimmt diese auch weiterhin sehr gerne entgegen.
GAiN-Projektleiter für die Ukraine Viktor Metzler beschreibt die Situation rund um Kyiv als „gefährlicher als je zuvor, weil Luftalarme das Vorwärtskommen verhindern können und auch Brücken, Tankstellen und andere Infrastruktur bombardiert werden. Alle Beteiligten, die bis auf zwei Fahrer ehrenamtlich für GAiN im Einsatz sind, erhalten im Vorfeld der Tour einen Sicherheits-Crashkurs. Es ist zudem offen, ob die Lkw tatsächlich bis zu ihrem Zielort fahren können, da es täglich neue Informationen zur Lage gibt. Dennoch wollen wir dieses Vorhaben starten, weil wir den Partnern zur Seite stehen, deren Handlungsfähigkeit wieder herstellen und der schlechten Verfügbarkeit von Lebensmitteln etwas entgegensetzen wollen.“
Ein von einem GAiN-Freund gespendeter Lkw soll künftig in der Ukraine unterwegs sein. Außerdem hat GAiN geplant, dass zwei Wechselbrücken bei einem Partner in der Westukraine als Lagerorte zurückbleiben. Aus vier entladenen Containern kann ein provisorisches Zwischenlager errichtet werden. Der Partner bei Kyiv sucht aktuell nach einem Grundstück für ein neues Hilfsgüterlager. Momentan gibt es ein Angebot einer befreundeten Organisation, wo die Container temporär abgestellt werden können.
Bis zum Jahresende sind weitere Hilfslieferungen geplant, die neben Kleidung auch Generatoren, Gaskocher und verschiedene Öfen enthalten sollen, um die Versorgungslücken im Energiebereich zu schließen und den Menschen Orte zu schenken, wo sie sich aufwärmen können. Neben Lebensmittelpaketen freut sich GAiN aufgrund der gestiegenen Transportkosten auch über Spenden.
Wer über das Packen der Lebensmittelpakete hinaus die Katastrophenhilfe von GAiN praktisch unterstützen möchte, kann am Mittwoch, den 4.11.2026, ab 18:00 Uhr ins Hilfsgüterlager von GAiN in die Siemensstr. 13 ins Schiffenberger Tal kommen und Hygienepakete für Venezuela packen. Für Snacks und Getränke ist gesorgt. GAiN bittet um Anmeldung unter gain-germany.org/venezuela.
Die humanitäre Hilfsorganisation GAiN leistet Katastrophenhilfe, langfristige Nothilfe und Hilfe zur Selbsthilfe und trägt dazu bei, dass die Ärmsten und Benachteiligten der Welt, die sich nicht selbst helfen können, eine neue Perspektive für ihr Leben und Hoffnung für ihre Zukunft gewinnen.
Spendenkonto Global Aid Network (GAiN): Volksbank Mittelhessen, IBAN DE88 5139 0000 0051 5551 55, BIC: VBMHDE5F, Stichwort: 262Ukraine.
Weitere Infos zu GAiN und die Packliste zu den Lebensmittelpaketen gibt es unter www.gain-germany.org.





