Vor etwas mehr als zehn Jahren machte sich Britta Meyer – ziemlich spontan und wenig vorbereitet – auf zum Wandern. Von ihrem kleinen Heimatort aus wollte sie zu Fuß nach Santiago de Compostela gehen. Was sie auf diesem Weg erlebte, schrieb sie zehn Jahre später auf und veröffentlichte es in ihrem Buch „Von Ziegelhütte bis zum Ende der Welt – 136 Tage auf dem Jakobsweg“. Es machte ihr Spaß, Auszüge aus ihrem Buch bei Lesungen einem Publikum vorzutragen. Deshalb kam ihr der Gedanke, ein Hörbuch aufzunehmen. Ein weiterer Beweggrund war, dass sie ihre Geschichte, die andere Menschen ermutigen soll, auch Menschen zugänglich machen wollte, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht lesen können. Gewidmet ist das Hörbuch Brigitta, einer langjährigen Freundin von Britta Meyers Mutter, bei der Britta zu Beginn ihrer Pilgerwanderung übernachtet hatte. Brigitta lebt in der Nähe von Nürnberg und verliert durch eine Augenkrankheit langsam ihr Augenlicht.
Als klar war, dass sie ein Hörbuch aufnehmen will, begann sich Britta Meyer im Januar diesen Jahres Gedanken über die technischen Details zu machen: Welches Mikrofon benutze ich? Welches Programm benutze ich? Welchen Ort wähle ich für die Aufnahme? Letztendlich wurde es das Mikrofon von einem Bandkollegen und der Ort: ein Schrank in der eigenen Wohnung, ausgepolstert mit Decken und Kissen, um den Hall zu reduzieren.
Britta Meyer hat sich einige Youtube-Videos mit professionellen Sprecherinnen angeschaut, um sich Tipps zu holen. Letztendlich hat sie aber doch entschieden, einfach so vorzulesen, als würde sie die Geschichte einer Freundin oder einem Freund erzählen. So ist es auch mit ihrem Buch. Es liest sich so, als würde sie einen kennen und einem von der Reise erzählen.
Sie hatte überlegt, ob sie das Buch noch mal überarbeitet und eine Hörbuchfassung schreibt, sich dann aber dagegen entschieden. Französische und spanische Ortsnamen mussten vorher in der Aussprache geübt werden. Erst beim Anhören bemerkt man z.B. Schmatzer, Pausen, lautes Luftholen etc.
Als Britta Meyer die ersten Teile fertig hatte, hat sie Bekannte gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, einen Teil Probe zu hören. Schnell hatte sie genug Leute zusammen, die sie dabei unterstützt und ihr Rückmeldungen gegeben haben. Als alles aufgenommen war, ging es um den Schnitt. Es waren viele Schnitte nötig, um zum Beispiel „Atmer“ rauszuschneiden. Zwischen einzelnen Kapiteln musste es Pausen geben, aber diese durften nicht still sein, sondern es wurde „Raumklang“ aufgenommen, der in die Pausen eingesetzt wurde. Wie lang sollten solche Pausen sein? Es gab so viel zu lernen…
Am Ende ließ Britta Meyer das Hörbuch noch von einer französisch sprechenden Freundin anhören, um sicher zu gehen, dass keine gravierenden Aussprachefehler enthalten sind, die vielleicht zu Missverständnissen führen könnten.
Es dauerte alles länger als geplant: z.B. kam noch ein Urlaub dazwischen und Krankheitstage. Manchmal brauchte sie auch einfach mal eine Pause. Dann wieder war sie „im Flow“ und nahm mehrere Stunden hintereinander auf, teilweise bis tief in die Nacht. Insgesamt hat es drei Monate gedauert, um die Aufnahmen zu machen – schließlich musste sie „nebenbei“ auch noch arbeiten gehen.
Nach Fertigstellung wurde die Datei im Selbstpublishing-Verfahren an Tolino-Media geschickt, so dass Hörbuchverlage es weiterverkaufen können. Früher hätte man sicherlich eine CD daraus gebrannt, heutzutage gibt es Hörbücher so wie dieses hier meistens nur noch als digitale Version.
Britta Meyer hat beim Pilgern selbst gerne Hörbücher gehört. Gerade, als sie in Deutschland noch viele Abschnitte des Pilgerweges allein gelaufen ist. Ich finde den Gedanken schön, dass es nun vielleicht Menschen gibt, die den gleichen Weg gehen und dabei ihr Hörbuch anhören.







