Wegenutzungsvertrag unterzeichnet

Besiegeln die Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre (von links): Thomas Wagner von den SWG, Andreas Hergaß und Matthias Funk, SWG-Vorstände, mit Bürgermeister Fabian Wedemann und Birgit Dilger-Becker von der Stadt Linden.

Die Stadt Linden und die SWG schaffen Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Fernwärme.

Nah- oder Fernwärme sind für viele Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer eine sinnvolle Alternative zur selbst betriebenen Heizungsanlage. Vor allem wenn es um die Einhaltung geltender und künftiger Vorschriften geht, punkten entsprechende Lösungen – speziell solche von den Stadtwerken Gießen (SWG). Denn die Wärmeexpertinnen und -experten aus der Gießener Lahnstraße blicken inzwischen auf über vier Jahrzehnte Erfahrung auf diesem Gebiet zurück. Dieses Know-how wissen die Verantwortlichen der Stadt Linden und vor allem zahlreiche Kundinnen und Kunden schon länger zu schätzen. Schließlich versorgen die SWG in Großen-Linden bereits über 70 Liegenschaften und in Leihgestern mehr als 50 Wohnungen mit Wärme.

Um den weiteren Ausbau der Fernwärme in Zukunft zu sichern, haben die Stadt Linden und die SWG den Wegenutzungsvertrag erneuert. Er räumt den SWG das Recht ein, in den kommenden 20 Jahren die nötigen Leitungen auf dem Gebiet der Stadt Linden zu verlegen.

Und genau das geschieht derzeit. Denn im Rahmen einer anstehenden Erneuerung eines Wärmeerzeugers haben die Experten der SWG den Plan entwickelt, zwei nah beieinander liegende Netze – das im Wiesenberger Ring und das im Mittelweg und der Jahnstraße – zu einem zu verbinden. „Je größer ein Netz, desto effizienter lässt sich die Wärmeproduktion gestalten“, begründet Thomas Wagner, bei den SWG für die Betreuung von Kommunen zuständig, den Zusammenschluss.

 

Für die Zukunft vorbereitet

Bislang eigenständige Insellösungen zu vereinen, ist ein typisches Vorgehen beim Ausbau einer Fernwärmversorgung. Tatsächlich entstand auch das schon sehr weit verzweigte Gießener Fernwärmenetz auf die gleiche Art und Weise. „Um die beiden Netze in Großen-Linden zu verbinden, müssen wir rund 350 Meter Leitung verlegen. Dazu kommen dann noch etwa 110 Meter, um die neue Heizzentrale anzuschließen“, rechnet Thomas Wagner vor.

Für ebendiese Heizzentrale haben die SWG ein Grundstück erworben, das sich in einem „Vorranggebiet Siedlung Planung“ befindet. Von hier aus können die SWG das kürzlich im Grundsatz beschlossene Gewerbegebiet zwischen Autobahn und Friedhof sowie perspektivisch auch ein Siedlungsgebiet südlich davon mit Wärme versorgen. „Selbstverständlich setzen wir für Erzeugung und Verteilung die effizientesten Technologien ein. Mithilfe des Wegenutzungsvertag eröffnen wir Möglichkeiten – für Anwohnerinnen und Anwohner in den erschlossenen Straßenzügen, für Unternehmen, die sich in Linden niederlassen, und nicht zuletzt für die Stadt“, erklärt Matthias Funk, Vorstand bei den SWG, einen weiteren Vorteil. Denn die Kooperation mit den SWG versetzt die Verantwortlichen der Stadt in die Lage, Fernwärme in ihrem Kommunalen Wärmeplan vorzusehen, den sie bis zum 30. Juni 2028 vorlegen müssen. „Mit den SWG haben wir einen starken Partner an unserer Seite, auf dessen Wärme-Know-how Verlass ist. Wir sehen in der Fernwärme eine große Chance. Für die Stadt und die Menschen, die hier leben“, erklärt Bürgermeister Fabian Wedemann anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

 

Komfortabel und sicher

Seit der Einführung des Gebäudeenergiegesetzes gelten strenge Vorschriften für den Betrieb von Heizungsanlagen. Dessen Nachfolger, das Gebäudemodernisierungsgesetz, lockert diese Vorgaben zwar an der einen oder anderen Stelle, grundsätzlich bleibt es aber dabei, dass Heizungen sukzessive klimafreundlicher werden müssen. Genau aus diesem Grund bleibt Fernwärme attraktiv. Wer sie nutzt, muss sich nicht darum kümmern, dass seine Heizungsanlage Vorgaben fristgerecht einhält. „Unsere Wärmekundinnen und -kunden können sich entspannt zurücklehnen. Denn diese Aufgabe übernehmen wir“, fasst SWG-Vorstand Andreas Hergaß zusammen.