Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist die Anzahl der Arbeitslosen gesunken. Insgesamt waren 20141 Personen arbeitslos gemeldet, 274 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,2 Prozent, 0,1 Prozent niedriger als im Vormonat.
Im August des Vorjahres waren damals 361 Menschen mehr registriert. Die Quote lag damals bei 5,3 Prozent.
„Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich im August trotz verhaltener Wirtschaftslage bemerkenswert robust“, so Lou Jahn, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Gießen, mit Blick auf die neusten Zahlen. „Der leichte Rückgang der Erwerbslosigkeit und die etwas positivere Dynamik bei den gemeldeten Stellen stimmen verhalten optimistisch. Besonders erfreulich ist, dass junge Menschen zum Spätsommer verstärkt den Einstieg in den Beruf oder eine Ausbildung gefunden haben. Auf der Nachfrageseite signalisieren die Unternehmen mit einem gewachsenen Angebot an freien Stellen eine gestiegene Einstellungsbereitschaft. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist zwar aus saisonalen Gründen leicht zurückgegangen, liegt aber nach wie vor auf einem Rekordniveau.“
Unterbeschäftigung
Die „Unterbeschäftigung im engeren Sinne“, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im August auf 25162 Personen. Das waren 341 weniger als vor einem Monat und 697 weniger als im August 2025.
Gemeldete Stellen
Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ist bei der Arbeitsagentur Gießen gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Insgesamt wurden 961 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen von Arbeitgebern im August gemeldet. Das waren 139 Stellen mehr als im August 2025.
Beim Stellenbestand wurde im gleichen Zeitraum ebenfalls ein Anstieg verzeichnet. Zum Stichtag waren 5479 Arbeitsstellen gemeldet, 506 mehr als im August 2025.
Männer und Frauen
Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Geschlechtern zeigte sich im August eine ungleiche Entwicklung. Während die Zahl der arbeitslosen Männer sank, ist die der Frauen leicht gestiegen.
Im August waren bei der Arbeitsagentur Gießen insgesamt 11195 Männer arbeitslos gemeldet, 295 weniger als im Juli. Die Quote sank um 0,1 auf jetzt 5,5 Prozent. Im August des Vorjahres waren 182 Männer mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 5,6 Prozent.
Die Zahl der arbeitslosen Frauen lag im August bei 8946, 21 mehr als im Vormonat. Dies entspricht einer unveränderten Quote von 4,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 179 Frauen mehr registriert. Damals lag die Quote bei 5,0 Prozent.
Besondere Personengruppen
Bei den Personengruppen der Älteren und der Jugendlichen ist die Arbeitslosigkeit gleichermaßen gesunken, allerding unterschiedlich stark ausgeprägt. Jugendliche haben im Vergleich deutlich stärker profitiert als die Älteren.
Die Anzahl der Jugendlichen unter 25 Jahren, die eine Arbeitsstelle suchten, ist im August um 107 auf 2161 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 und liegt derzeit bei 5,4 Prozent. Im Vorjahresmonat waren damals 129 junge Menschen mehr gemeldet und die Arbeitslosenquote lag bei 5,7 Prozent.
Die Anzahl der über 50-jährigen Erwerbslosen ist im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen im August um 15 Personen auf nun 6451 Ältere gesunken. Dabei blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 118 Menschen dieser Altersgruppe mehr arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,9 Prozent.
Regionale Unterschiede
In den zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehörenden Landkreise, dem Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und dem Vogelsbergkreis, hat sich die Arbeitslosigkeit im August ungleich entwickelt. Während die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Gießen und Wetterau zurückgegangen ist, wurde im Vogelsbergkreis ein Anstieg verzeichnet.
Im Kreis Gießen waren im August insgesamt 9608 Menschen erwerbslos gemeldet, 107 Personen weniger als den Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,3 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote ebenfalls bei 6,3 Prozent. Damals waren 70 Menschen mehr registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im August um 197 Personen auf 7951 gesunken. Die Quote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 zurück und liegt nun bei 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jetzt 323 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 Prozent.
Im Vogelsbergkreis hat sich die Anzahl der Erwerbslosen im August erhöht. 2582 Personen waren arbeitslos gemeldet, 30 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 und liegt aktuell bei 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 32 Personen weniger erwerbslos gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,4 Prozent.
Die beiden Rechtskreise (Sozialgesetzbuch II und III)
Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen, im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter (Grundsicherung, SGB II) und im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur, Sozialgesetzbuch III), zeichnete sich ein gleichermaßen positives Bild ab. Jedoch haben mehr von der Arbeitsagentur betreute Arbeitslose profitiert als die bei Jobcentern geführten.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Juli 7718 Personen gemeldet, 258 weniger als im Vormonat Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl damit heute um 187 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 16 Personen auf nun 12423. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 548 Personen mehr geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im August 6464 Arbeitslose, 52 Personen weniger gegenüber Juli.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4517 Arbeitslose gemeldet, acht Personen weniger als im Vormonat.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1442 Arbeitslose im August betreut, 44 mehr als im Monat zuvor.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist gemäß den jüngsten hochgerechneten vorläufigen Daten (Stand 28. Februar 2026) im Vergleich zum Vorjahr um 246 auf 232071 Personen gestiegen.





