Erdbeben – GAiN reist nach Venezuela

Das Doppelbeben in Venezuela forderte inzwischen weit mehr als 3.000 Tote. Weitere zehntausende Menschen sind verletzt und haben ihr Zuhause verloren. Angehörige werden vermisst. Ein Assessment-Team aus GAiN-Katastrophenhelfern kehrte am Mittwochabend aus Venezuela zurück. Ziel dieser Reise war es, sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen und mit den Partnern vor Ort einen Hilfeplan auszuarbeiten, wie GAiN in den nächsten Wochen und Monaten konkret helfen kann.

GAiN-Katastrophenhelferin Joanna Fischer fasst ihre Reise nach Venezuela so zusammen: „Ich fühlte mich wie damals, als wir 2014 nach Kriegsbeginn in den Irak reisten – kaputte Häuser, Menschen mit verzweifelten Gesichtern, Gerüche von Toten, Perspektivlosigkeit.“ Das Team besuchte die Hauptstadt Caracas und die besonders betroffene Region La Guaira. Ein Betroffener berichtete vom Moment des Erdbebens: „Ich fühlte mich wie im Meer mit Wellen, als ob die Erde sich öffnen und mich verschlucken würde. Es war schrecklich. Wir hatten große Angst. Wir beteten und beteten, während wir in unseren Flip-Flops zu Fuß unterwegs waren, um meine Frau zu suchen. Es gab Schreie, Feuer, Menschen, die alles in ihre Autos luden und flohen. Zum Glück lebte meine Frau.“ Stimmen wie dieser begegneten die GAiN-Katastrophenhelfer während ihrer Reise oft.

“Die Venezolaner wissen nicht, mit welchen Mitteln sie ihr Land wieder aufbauen können. Aber wir sind auch tiefer Dankbarkeit begegnet, dass viele NGOs im Land sind. Sowohl Helfer als auch Betroffene spüren, dass sie nicht alleine sind und fühlen sich gesehen“, resümiert Joanna Fischer die Lage vor Ort.

Das Gießener Hilfswerk GAiN beschloss noch am Tag des Erdbebens, den Menschen in Venezuela zur Seite zu stehen. Alle internationalen zehn GAiN-Büros sind unterstützend dabei. Inzwischen ist klar, dass nächste Woche im Hilfsgüterlager von GAiN ein erster von drei Containern mit haltbaren Lebensmitteln, Hygieneartikeln wie Toilettenpapier, Taschentüchern und medizinischem Verbrauchsmaterial, Kleidung und Wasserfiltern geladen wird. Darüber hinaus werden ab August zwei Teams von geschulten Katastrophenhelfern für jeweils drei Wochen vor Ort sein, um Hilfsgüter zu verteilen und nach eigener Schulung als Traumahelfer zur Verfügung zu stehen. GAiN arbeitet in Venezuela mit einem überregionalen Kirchennetzwerk zusammen, zu der Gemeinden in Caracas und La Guaria gehören. Dort werden die Hilfsgüter zu jeweils 50 Prozent verteilt.

Die humanitäre Hilfsorganisation GAiN leistet Katastrophenhilfe, langfristige Nothilfe und Hilfe zur Selbsthilfe und trägt dazu bei, dass die Ärmsten und Benachteiligten der Welt, die sich nicht selbst helfen können, eine neue Perspektive für ihr Leben und Hoffnung für ihre Zukunft gewinnen. Spendenkonto Global Aid Network (GAiN): Volksbank Mittelhessen, IBAN DE88 5139 0000 0051 5551 55, BIC VBMHDE5F, Zweck: 26Erdbeben.

Weitere Infos zu GAiN gibt es unter www.gain-germany.org.