Keine Militärwerbung auf Volksfesten und bei Minderjährigen!
Panzer, Maschinengewehre, Kampfhubschrauber, Militärkonzerte und Veteranenehrung – Mit vielen Veranstaltungen und einer Fülle von Kriegsgerät nutzt die Bundeswehr jedes Jahr den Hessentag für eine großangelegte Werbeschau. Im Rahmen eines fröhlichen Volksfests sollen Soldat:innen in Uniform ein Bild von der Armee als „normalem Arbeitgeber“ prägen. Zudem soll hier für das Kämpfen mit Waffen und für gewaltsame statt für zivile Konfliktlösungen begeistert werden. Dabei verpflichtet sich Hessen mit Artikel 69 der Landesverfassung zu Frieden, Freiheit, Völkerverständigung und zur Ächtung des Krieges.
Ganz gezielt werden auch Kinder und Jugendliche angesprochen, indem die Bundeswehr ihr Kriegsgerät als Abenteuerspielplatz arrangiert und selbst Kleinkinder auf Panzer klettern lässt Damit missbraucht sie kindliche Neugier und Technikbegeisterung. Zudem werden Jahr für Jahr ganze Schulklassen von der Bundeswehr zum Hessentag gefahren. Die Ausbildung Minderjähriger an Waffen und die gezielte Werbung dafür bei Jugendlichen ist jedoch besonders verwerflich. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hat Deutschland bereits mehrfach aufgefordert, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben und die gezielte Werbung bei Jugendlichen einzustellen.
Das Bündnis „Friedlicher Hessentag“ protestiert gegen die Militärwerbung auf Volksfesten und bei Minderjährigen, die eine falsche Notwendigkeit von Kriegstüchtigkeit vorspiegeln. Ebenso wendet es sich entschieden gegen die zunehmende Militarisierung der gesamten Gesellschaft und die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Denn die neue Wehrpflicht dient nicht nur dazu, mehr Soldat:innen zu bekommen. Sie ist das zentrale Instrument der Kriegsvorbereitung und trägt zur politischen und psychologischen Kriegstüchtigkeit bei.
Das Aktionsbündnis „Friedlicher Hessentag“ ruft auf sich zahlreich an der Demonstration unter dem Motto „Für einen Hessentag ohne Militär!“ am Samstag den 13. Juni 2026 um 12 Uhr auf dem Heinrich-von-Bibra-Platz in Fulda zu beteiligen.
Das Friedensnetzwerk Gießen – welches Teil des Bündnisses ist – trifft sich am Samstag den 13.06.2026 um 09.30 am Bahnhof Gießen, um gemeinsam um 09:47 Uhr von Gleis 11 mit dem Zug nach Fulda zu fahren.


Während des gesamtes Hessentages veranstaltet der GEW Landesverband Hessen zudem eine Friedensausstellung unter dem Titel „KRIEG. FRIEDEN. ICH.“. Dabei geht um Fragen wie „Was bedeutet Krieg heute – für die Welt, für Deutschland und für mich selbst? Was heißt Frieden, wenn er nicht selbstverständlich ist? Und welche Rolle spielen junge Menschen in einer Zeit, in der wieder über Wehrpflicht, Sicherheit und Verantwortung gesprochen wird?“ Die Ausstellung soll zum Nachdenken, Diskutieren und Mitreden anregen und richtet sich besonders an Schüler:innen und Lehrkräfte. Sie eröffnet einen erweiterten Blick auf Themen wie Bundeswehr, Sicherheitspolitik und Wehrpflicht – jenseits von Werbung, Parolen oder einfachen Antworten. Die Ausstellung im Wohnzimmer Welcome In! Fulda e.V., Robert-Kircher-Straße 25, 36037 Fulda, ist täglich vom 12.-19. Juni 2026 von 9-18 Uhr geöffnet.


Weitere Infos zum „friedlichen Hessentag“ gib es auf https://www.friedlicher-hessentag.de. Und alles Infos zur Ausstellung gibt es unter https://www.gew-hessen.de/mitmachen/termine/details/krieg-frieden-ich-eine-ausstellung-zum-nachdenken-diskutieren-und-mitreden-auf-dem-hessentag.
Das Friedensnetzwerk Gießen erreicht man per Mail an giessener-friedensnetzwerk@web.de oder über https://www.instagram.com/friedensnetzwerk_giessen




