Werkstatt trifft Wirtschaft: Lebenshilfe Gießen zeigt Vielfalt, Kooperationen und gelebte Teilhabe

Großes Interesse, viele Gespräche und zahlreiche Einblicke in die vielfältigen Dienstleistungen der Lebenshilfe-Werkstätten: Beim Tag der offenen Tür „Werkstatt trifft Wirtschaft“ präsentierte sich die Lebenshilfe Gießen gemeinsam mit Kooperationspartnern und Unternehmen in der Reha-Werkstatt Mitte im Erdkauter Weg.

Unternehmen, Werkstätten und Partner kommen ins Gespräch

Gießen – Bei frühlingshaftem Wetter, guter Stimmung und regem Austausch hat die Lebenshilfe Gießen am vergangenen Freitag zum Tag der offenen Tür in die Reha-Werkstatt Mitte im Erdkauter Weg eingeladen. Unter dem Motto „Werkstatt trifft Wirtschaft – Leistung, die verbindet“ präsentierten sich zahlreiche Dienstleistungsbereiche der Lebenshilfe-Werkstätten vor interessierten Unternehmen, Kooperationspartnern und Gästen aus der Region.

Auf dem Gelände konnten Besucherinnen und Besucher einen breiten Einblick in die Arbeit der Werkstätten gewinnen. Vorgestellt wurden unter anderem die Bereiche Werbetechnik, Garten- und Landschaftspflege, Schreinerei, Aktenvernichtung, Wäscherei, Montage und Verpackung sowie Küchen- und Cateringangebote der LiLo Küchenbetriebe der Lebenshilfe. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Neben Angeboten der LiLo Küchenbetriebe begeisterte Bohnen & Söhne die Gäste mit einem Barista-Stand und Kaffeespezialitäten. Ergänzt wurde das Angebot durch Eigenprodukte, darunter Pflanzen von der Busecker Biolandhof-Gärtnerei und weitere Artikel aus den Werkstätten. Ein weiterer Blickfang war der Stand der Oldtimerspendenaktion (www.oldtimerspendenaktion.de): Dort war mit einem Mercedes-Benz 300-24 TE der dritte Preis der laufenden Aktion zu sehen.

„Heute stellen sich die Dienstleistungen der Werkstätten der Lebenshilfe Gießen in ihrer ganzen Vielfalt vor“, sagte Melanie Hagedorn, zuständig für Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb bei der Lebenshilfe Gießen. „Von Werbetechnik über Garten- und Landschaftspflege bis hin zu Schreinerei, zeigen unsere Teams, was alles möglich ist. Besonders wichtig war uns dabei auch der Austausch mit Unternehmen und Kooperationspartnern aus der Region.“

Im Mittelpunkt des Aktionstags standen dabei nicht nur Informationen über die verschiedenen Arbeitsbereiche, sondern auch konkrete Beispiele gelungener Zusammenarbeit zwischen Werkstätten und regionaler Wirtschaft. Mehrere Unternehmen berichteten über ihre Erfahrungen mit sogenannten betriebsintegrierten Beschäftigungsplätzen (BiB), bei denen Menschen mit Behinderung, mit Unterstützung der Lebenshilfe, direkt in Unternehmen tätig sind.

„Für mich ist es ein Kernpunkt, einen solchen wichtigen Bereich im Unternehmen voranzutreiben: Menschen mit Behinderung oder Menschen mit Handicaps zu unterstützen“, erklärte Michael Carlé, Inhaber und geschäftsführende Gesellschafter der Firmengruppe „Carlé“. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit betriebsintegrierter Beschäftigung bei uns im Betrieb gemacht. Das bereichert das Unternehmen – und es ist auch eine Chance, jemandem zu helfen.“

Im Austausch über betriebsintegrierte Beschäftigung und gelebte Inklusion: Unternehmer Michael Carlé im Gespräch mit Katharina Volz von den „Normalos“, den Inklusiv-Reportern der Lebenshilfe Gießen.

Kooperationen als Beispiel für gelebte Inklusion

Wie eng wirtschaftliche Zusammenarbeit und soziale Verantwortung zusammenwirken können, zeigte auch die Kooperation zwischen der Lebenshilfe Gießen und der Firma TENT-PEG. Das Lindener Unternehmen produziert besonders hochwertige, handgemachte und sichtbare Camping-Heringe mit auffälligen Golfball-Köpfen und arbeitet dabei mit der Integ Mechanik der Lebenshilfe in Reiskirchen zusammen.

„Die Menschen merken, dass wir das mit echter Leidenschaft machen und dabei auch den sozialen Gedanken mittragen“, erläuterte Christian Pach, Firmengründer von TENT-PEG. „Es profitieren beide Seiten von der Zusammenarbeit. Wir können Menschen etwas zurückgeben – und genau das kommt bei vielen Kunden auch gut an.“

Auch Katharina Volz, Mitarbeiterin in der digitalen Archivierung der Lebenshilfe Gießen und Reporterin der „Normalos“, hob die Bedeutung des Aktionstags hervor. „Ich finde es schön, dass hier gezeigt wird, wie vielfältig die Arbeit in den Werkstätten ist und was Menschen mit Behinderung alles können“, sagte sie. „Viele bekommen dadurch einen ganz anderen Einblick.“

Neben den Informationsständen nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Mitarbeitenden, Beschäftigten und Partnerunternehmen. Auch die „Normalos“, die Inklusiv-Reporter der Lebenshilfe Gießen, begleiteten den Tag medial und berichteten auf dem Social-Media-Kanal der Lebenshilfe über Eindrücke und Gespräche vor Ort.

„Solche Begegnungen sind für uns enorm wichtig“, konstatierte Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen. „Unsere Werkstätten leisten jeden Tag hochwertige Arbeit und sind zugleich Orte der Teilhabe und Entwicklung. Dass heute so viele Unternehmen, Kunden und Kooperationspartner den Weg zu uns gefunden haben, freut uns sehr und zeigt, wie wichtig starke regionale Netzwerke für gelebte Inklusion sind.“ Über die zahlreichen Dienstleistungen, Eigenprodukte sowie Möglichkeiten der betriebsintegrierten Beschäftigung informiert das gemeinnützige Unternehmen auf www.lebenshilfe-giessen.de.

 

Freuten sich über die gute Resonanz, viele interessierte Gespräche und einen gelungenen Tag der offenen Tür: Melanie Hagedorn (ganz rechts) gemeinsam mit Produktionsleiter*innen der Lebenshilfe Gießen.
Auch der Garten- und Landschaftsbau der Lebenshilfe Gießen präsentierte sich beim Tag der offenen Tür mit modernen Geräten und informierte Besucherinnen und Besucher über die vielfältigen Dienstleistungen des Bereichs.
Mit Kaffeespezialitäten und Barista-Handwerk sorgte Bohnen & Söhne beim Tag der offenen Tür der Lebenshilfe Gießen für Genuss und viele interessierte Besucher am Stand.

Lebenshilfe Gießen
Die Lebenshilfe Gießen e.V. ist ein gemeinnütziges Unternehmen und begleitet über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben.