
Einen Monat lang werden Klima- und Verkehrswendeaktivist*innen am 28. Februar die Bäume an der Wieseck nahe Reiskirchen besetzt haben, welche für eine der vier für den Neubau der B49 vorgesehenen Brücken gefällt werden müssen. Laut Naturschutzvorschriften dürfen solche Fällungen vom 1. März bis 30. September nicht mehr erfolgen. Daher wollen die Aktivist*innen ihre Besetzung am 28.2. beenden und die angebrachte Plattform bis zum Herbst entfernen, damit Vögel und andere Tiere ungestört den Sommer in den Bäumen verbringen können. Zum Abschluss laden sie zu einigen besonderen Veranstaltungen an. Am Donnerstag um 16 Uhr wird die Buchautorin und Aktivistin Hanna Poddig aus ihrer Veröffentlichung zu Anastasia, einer als Alternativkommunen getarnten rechten Bewegung, lesen. Danach gibt es Stockbrot am Lagerfeuer. Freitag beginnt um 12 Uhr ein Workshop für fortgeschrittenes Klettern. Geübt wird das Retten von Menschen in Not. Um 15 Uhr startet dann in Lindenstruth eine Radtour entlang der geplanten Straßenbautrasse mit Infos zum Stand der Planung. Treffpunkt ist die Martinstraße am höchsten Punkt (Kreuzung vor Martinsheim). Um 16 Uhr folgt am besetzten Baum eine Lesung aus “Desert. Hurra, die Welt geht unter”. Eine große Abschlussfeier ist für Samstag, den 28.2., von 16 bis 24 Uhr geplant. Beginnend mit Live-Musik, Jonglier- und Kletterworkshops sollen bis Mitternacht Lesungen, Lagerfeuer, Spiele, Basteln und Ideenschmieden an neuen Aktionen den letzten Tag der Besetzung füllen. Alle Menschen, die mitfeiern und sich austauschen wollen, sind herzlich eingeladen – gerne auch mit eigenen Ideen oder einem Mitbringsel an Essen oder Getränken. Währenddessen werden die Plattform und alles drumherum abgebaut, um der Natur den Baum für den Sommer zu überlassen. Die Aktivitäten gegen den zerstörerischen Straßenbau werden sich dann auf die im Sommer geplanten ersten Bauplätze verlagern. “Die Baumbesetzung war unser Anfang. Wir wollen dafür sorgen, dass das Jossellertal erhalten bleiben. Diese Straße wird nicht gebaut – und auch sonst keine mehr”, heißt es von den Aktivist*innen selbstbewusst. Sie wollen die B49 und die der Planung zugrunde liegenden Fälschungen und Manipulationen nutzen, um die Debatte über eine andere, menschen- und umweltfreundlichere Verkehrspolitik zu stärken.



